Energiewende-Barometer 2026

An der Umfrage zum Energiewende-Barometer haben sich im Juni rund 3.100 Unternehmen aus allen Branchen und Regionen beteiligt. Die Ergebnisse zeigen ein klares Stimmungsbild zur Energiewende: Die Unternehmen wünschen sich eine Klimapolitik, die einerseits die Dekarbonisierung und andererseits die Wettbewerbsfähigkeit ermöglicht.
Gleichzeitig wird deutlich, wie dringend der Handlungsbedarf ist. Vor allem für zahlreiche energieintensive Betriebe, aber auch für Unternehmen im Handel haben sich die Wettbewerbsbedingungen erheblich verschlechtert.

Barometerwert 2026 verschlechtert sich

Entsprechend verschlechtert sich auch der Wert des Energiewende-Barometers, das die Auswirkungen der Energiewende auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen beschreibt.
Der Saldo aus negativen und positiven Auswirkungen, der sich nach dem Tiefstand von 2023 wieder etwas erholt hatte, erreicht 2026 auf einer Skala von minus 100 „sehr negativ“ bis plus 100 „sehr positiv“ nur noch minus 11,48 Punkte.
Vor allem Industrie und Handel äußern sich mit einem Barometerwert von jeweils minus 22 Punkten negativ zur Energiewende.
Industrieunternehmen sind aufgrund ihres hohen Energieverbrauchs unmittelbar von den energiepolitischen Rahmenbedingungen betroffen. Im Handel steigern die hohen Energiepreise die Material-, Transport- und Logistikkosten, während die sinkende Kaufkraft vieler Verbraucherinnen und Verbraucher die Nachfrage schwächt. Gleichzeitig kommen industriepolitische Entlastungsmaßnahmen dem Handel kaum zugute.

Im Norden fällt die Bewertung positiver aus

Regional fallen die Einschätzungen zunehmend unterschiedlich aus.
In Norddeutschland, wo erneuerbare Energien inzwischen vielfach ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und Geschäftsbereich sind, sehen die Unternehmen wieder mehrheitlich positive Auswirkungen der Energiewende auf ihre Wettbewerbsfähigkeit – auch wenn die Lage keineswegs ausschließlich positiv beurteilt wird.
Im Westen, Süden und Osten Deutschlands fällt die Bewertung hingegen schlechter aus als im Vorjahr.

Forderungen der Unternehmen

Bei den energiepolitischen Prioritäten steht für die Unternehmen der Ausbau der Infrastruktur an erster Stelle.
Vier von fünf Unternehmen fordern mehr Priorität und Verlässlichkeit beim Ausbau der Energieinfrastruktur. Knapp drei Viertel wünschen sich ein stärkeres finanzielles Engagement des Staates beim Aufbau einer zukunftsorientierten Infrastruktur.
Eine Senkung der Steuern und Abgaben auf den Strompreis befürworten 78 Prozent der Unternehmen. Ebenfalls rund drei Viertel sind der Meinung, dass Wirtschaftlichkeit, Freiwilligkeit und Technologieoffenheit die Leitprinzipien der Energieeffizienzpolitik sein sollten.

DIHK-Präsident Peter Adrian

„Globale Krisen treffen auf weiterhin ungelöste strukturelle Herausforderungen am Wirtschaftsstandort Deutschland. Das hält die Energiekosten hoch“, erklärt DIHK-Präsident Peter Adrian. „Die Folgen sind sinkende Wettbewerbsfähigkeit, aufgeschobene Investitionen und die Verlagerung von Produktionskapazitäten ins Ausland.“

Download der EWB 2026 Zusammenfassung

Auf der Homepage der DIHK sind die Daten und Grafiken zum Energiewende-Barometer 2026 zusammengefasst. Dort gibt es auch eine Kurzfassung als PDF zum Herunterladen.
Quelle: DIHK
Stand: 29.07.2026