Ausbildungsbetriebe
Die Besetzung von Ausbildungsplätzen bleibt für viele Unternehmen in Nord-Westfalen eine große Herausforderung. Mehr als jedes zweite Unternehmen (51,2 Prozent) konnte 2026 nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen. Dabei fehlt es zunehmend nicht an Bewerbungen insgesamt, sondern an geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern. 70,0 Prozent der betroffenen Unternehmen geben an, keine geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten gefunden zu haben.
Ausbildungsumfrage 2026
Ein wesentlicher Grund dafür liegt aus Sicht der Unternehmen in der Ausbildungsreife der Schulabgängerinnen und Schulabgänger. 92,8 Prozent der Betriebe stellen Defizite bei den Ausbildungsvoraussetzungen fest. Häufig genannt werden mangelnde Belastbarkeit, Defizite bei sprachlichen und mathematischen Grundlagen sowie eine fehlende Berufsorientierung.
„Ausbildungsreife entsteht nicht erst mit dem Schulabschluss. Die Grundlagen werden bereits in den frühen Schuljahren gelegt. Dabei geht es entscheidend um Kompetenzen wie Lesen und Sozialkompetenz“, erklärt Carsten Taudt, Geschäftsbereichsleiter Bildung, Fachkräftesicherung und Recht der IHK Nord Westfalen.
Die Unternehmen investieren bereits heute viel, um junge Menschen erfolgreich durch die Ausbildung zu begleiten. Langfristig müsse jedoch sichergestellt werden, dass mehr Jugendliche mit den notwendigen Voraussetzungen in eine Ausbildung starten. Den Betrieben empfiehlt die IHK, frühzeitig die Ausbildungsberatung der IHK in Anspruch zu nehmen oder die Angebote der Assistierten Ausbildung zu nutzen.
Die Unternehmen investieren bereits heute viel, um junge Menschen erfolgreich durch die Ausbildung zu begleiten. Langfristig müsse jedoch sichergestellt werden, dass mehr Jugendliche mit den notwendigen Voraussetzungen in eine Ausbildung starten. Den Betrieben empfiehlt die IHK, frühzeitig die Ausbildungsberatung der IHK in Anspruch zu nehmen oder die Angebote der Assistierten Ausbildung zu nutzen.
Neben den Herausforderungen bei der Ausbildungsreife gewinnt auch die Rekrutierung von Auszubildenden aus Drittstaaten für viele Betriebe an Bedeutung. Gleichzeitig berichten Unternehmen von zunehmenden bürokratischen Hürden. 11,4 Prozent der Betriebe nennen Schwierigkeiten bei der Gewinnung von Auszubildenden aus Drittstaaten als Grund für unbesetzte Ausbildungsplätze. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 4,2 Prozent.
Trotz der Herausforderungen bleibt die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen hoch. Viele Betriebe setzen weiterhin auf die Ausbildung als wichtigstes Instrument der Fachkräftesicherung und investieren verstärkt in Qualifizierungs- und Entwicklungsmöglichkeiten für ihre Auszubildenden.
„Die Betriebe stehen weiterhin zu ihrer Verantwortung für die Fachkräftesicherung. Wer heute ausbildet, investiert in die Zukunft des eigenen Unternehmens und der gesamten Region“, betont Taudt.
Die kompletten Umfrageergebnisse gibt es hier zum Download:
- Ausbildungsumfrage - Regionale Ergebnisse 2026 (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 11001 KB)
- Ausbildungsumfrage - Bundesweite Ergebnisse 2026 (PDF-Datei · 2072 KB)
IHK-Hotline für Bewerberinnen und Bewerber um einen Ausbildungsplatz:
Telefon 0251 707-555 (Münsterland) und Telefon 0209 388-555 (Emscher-Lippe-Region).
Telefon 0251 707-555 (Münsterland) und Telefon 0209 388-555 (Emscher-Lippe-Region).
Hinweis zur Umfrage
Die Umfrage wurde online im Zeitraum vom 11. bis 29. Mai 2026 durchgeführt. Bundesweit haben sich insgesamt 14.058 Unternehmen beteiligt, davon 578 Unternehmen aus dem IHK-Bezirk Nord-Westfalen. Seit 2006 führt die IHK-Organisation eine bundesweite Online-Ausbildungsumfrage durch. 2026 fand die 20. Auflage der bundesweiten Erhebung statt.
