Politik und Netzwerke
Wollen Sie wissen, welche politischen Entwicklungen es rund um das Thema Fachkräftesicherung gibt oder wollen Sie sich in Netzwerken austauschen?
Nacht der jungen Wirtschaft und Verleihung des Wirtschaftsjuniorenpreises im BLOK O in Frankfurt (Oder).
Beim Casual Friday in Müncheberg.
Die Zukunftsschmiede in Beeskow.
Kurs für Energiescouts auf dem Gelände der Cemex Zement GmbH.
Bei der Veranstaltung "Fachkräfte jetzt!"
Eine WFBB Studie zur Fachkräftesituation am Flughafen BER und Flughafenumfeld wird im Dialogforum in Schönefeld vorgestellt.
Der Fachkräftemangel ist für viele der Unternehmen in unserem Kammerbezirk ein hohes wirtschaftliches Risiko. Das zeigte sich in der Vergangenheit regelmäßig in unseren IHK-Konjunkturumfragen (Konjunktur und Statistik_channel). So gaben dies z.B. im Herbst 2024 über 60 Prozent der befragten Unternehmen an (vgl. Konjunkturumfrage Herbst 2024). Durch die aktuelle wirtschaftliche Schwäche geht das Risiko und der Druck auf die Unternehmen jedoch zurück.
Als IHK machen wir uns in Positionen und Stellungsnahmen für die Interessen unserer Unternehmen stark und formulieren Forderungen an Politik und Verwaltung. Außerdem informieren wir über politische Neuerungen im Bereich der Fachkräftesicherung und weisen auf Möglichkeiten für Austausch und Vernetzung hin.
Untenstehend finden Sie zu den genannten Themen einen Überblick.
- Fachkräftesicherung in den Wirtschaftspolitischen Positionen der IHK-Organisation
Die IHK-Organisation formuliert mit den "Wirtschaftspolitischen Positionen" (kurz : WiPos) Vorschläge, wie die Wirtschaft in Deutschland, regional und überregional, unterstützt werden kann.Die Positionen basieren auf einem breiten Meinungsbildungsprozess, wobei unterschiedliche Interessen abgewogen wurden. Am 28. März 2025 hat die Vollversammlung der IHK Ostbrandenburg die Positionen beschlossen. Ein wichtiger Bestandteil der WiPos sind auch Vorschläge zur Fachkräftesicherung.Das Thema Fachkräftesicherung ist ein Schnittstellenthema und daher insgesamt in den Positionen verankert. Speziell zum Thema gibt es das Cluster 5 “Bildung und Fachkräfte”. Folgende Leitlinien wurden dahingehend definiert:1.Fachkräftesicherung: Berufliche Bildung stärken – Fachkräftepotenziale heben
- Berufsorientierung in Zusammenarbeit mit den allgemeinbildenden Schulen verbessern, junge Menschen zielgerichtet in Ausbildung bringen
- Duale Ausbildung stärken und weiterentwickeln
- Hochwertige Prüfungen sichern, Nachqualifizierung ausbauen
- Europaweite und internationale Mobilität in der Beruflichen Bildung fördern und für KMU besser zugänglich machen
- Weiterbildungsvielfalt erhalten, Beratung intensivieren
- Weiterbildungsbeteiligung erhöhen
- Marke „Höhere Berufsbildung“ stärken
- Betriebliche Bedarfe und Anforderungen stärker berücksichtigen
- Digitalen Bildungsraum gestalten
- Akademische Fachkräfte praxisnah qualifizieren, Beschäftigungsfähigkeit sichern
2. Fach- und Arbeitskräftesicherung umfassend angehen: Alle Potenziale heben- Arbeits- und Fachkräfte gewinnen und halten
- Beschäftigung von Frauen erhöhen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf stärken
- Beschäftigung Älterer ausweiten • Arbeits- und Fachkräftezuwanderung erleichtern und fördern
- Geflüchtete in Ausbildung und Beschäftigung bringen
- Bürokratieabbau im Arbeits- und Sozialrecht vorantreiben
- Digitalisierungsschub und KI als Chance nutzen • Betriebliche Gesundheitsförderung besser unterstützen
- Soziale Sicherung nachhaltig ausgestalten
(Wirtschaftspolitische Positionen der DIHK – Gute Interessenvertretung in Berlin und Brüssel, 2024).Aktuelle Informationen zu den WiPos finden Sie hier: Wirtschaftspolitische Positionen
- Fachkräftesicherung in der IHK-Strategie
Die Strategie der IHK formuliert zentrale politische Forderungen der Ostbrandenburger Wirtschaft und bildet somit die Grundpfeiler der IHK-Arbeit. Ziel der Strategie ist es, den aktuellen und mittelfristigen Herausforderungen zum Nutzen der gesamten regionalen Wirtschaft erfolgreich zu begegnen.
Die Strategie
Die Strategie wurde in einem breiten Diskussionsprozess unter Beteiligung der Ausschüsse, Arbeitskreise, das Beteiligungsportal und die Vollversammlung entwickelt.Hier finden Sie die aktuelle Strategie der IHK Ostbrandenburg. Ein wichtiger Aspekt ist natürlich die Sicherung von Fach- und Arbeitskräften. Ähnlich wie in den wirtschaftspolitischen Positionen, steht das Thema mit anderen Themen im Zusammenhang. Es gibt jedoch den separaten Unterpunkt 4 “Fachkräfte für die Region gewinnen und sichern”, der nachfolgend als Auszug zur Verfügung gestellt wird (Stand 28.05.2026).
Jahrzehntelange Abwanderung und dramatische demografische Veränderungen haben auch in Ostbrandenburg zu einer Arbeits- und Fachkräftelücke geführt. Insbesondere der Abwanderung Jugendlicher gilt es durch das Aufzeigen beruflicher Perspektiven in Ostbrandenburg entgegenzuwirken. Um Lösungen für dieses zentrale Thema zu entwickeln, sind alle Erwerbspotentiale intensiv zu nutzen:Reserven sind zuerst bei den inländischen Arbeitskräften zu sehen. Hier ist der Staat mit seinen Lenkungsfunktionen gefragt. Die Bildungspolitik ist besser am Markt und den Erfordernissen der Wirtschaft auszurichten. Dazu ist auch die Berufsorientierung an Schulen zu stärken, umso mehr Jugendliche für eine duale Ausbildung zu interessieren und so auch die Wertigkeit beruflicher Bildungsabschlüsse zu steigern. Eine stärkere Leistungsorientierung an Schulen und Hochschulen ist mit Blick auf die Wirtschaft ebenso wichtig wie das Ausschöpfen von Potentialen älterer Menschen und die Integration von Menschen mit Handicap.Aber auch Ostbrandenburgs Unternehmen müssen in der Fachkräftesicherung neue Wege einschlagen. Neben der Verstärkung der eigenen Aus- und Weiterbildung ist die Erschließung neu-er Erwerbspotentiale notwendig. Die schnelle und unbürokratische Integration von ausländischen Fach- und Arbeitskräften ist ein wesentlicher Schritt bei der Schließung der demografischen Lücke. Um die Integration von Geflüchteten und Migranten in die Gesellschaft und vor allem in den Arbeitsmarkt zu erleichtern, sind klare Regelungen und kurze Verfahren erforderlich.Der demografische Wandel wirkt sich aber nicht nur negativ aus. Er bietet gerade jüngeren und gut qualifizierten älteren Fachkräften bessere Perspektiven auf dem regionalen Arbeitsmarkt. Umso wichtiger ist es, Fachkräftepotentiale langfristig zu entwickeln und zu halten.Ebenso müssen Wege gefunden werden, den ländlichen Raum in seiner Versorgung zu sichern und wieder attraktiver zu gestalten. Nur so können Fachkräfteengpässe in Ostbrandenburg ausgeglichen werden.Zielstellungen:• Berufliche Perspektiven in der Region stärken: Um Abwanderung zu vermeiden, werden Schülerinnen und Schülern sowie Absolventinnen und Absolventen der Hochschulen attraktive berufliche Perspektiven in Ost-brandenburg aufgezeigt. Dazu zählt auch, die Wertigkeit der dualen Berufsausbildung weiter zu erhöhen.• Berufsorientierung systematisch ausbauen: Die IHK fordert die Stärkung der Berufsorientierung an allen Schulen des Landes. Dabei müssen praktische Erfahrungen sowie die enge Vernetzung mit der regionalen Wirtschaft im Vordergrund stehen.• Zuwanderung als Chance für die Fachkräftesicherung nutzen: Die Zuwanderung von EU- und Nicht-EU-Bürgerinnen und Bürgern wird von der IHK als zentrales Element der Fachkräftesicherung in Ostbrandenburg gesehen. Unternehmen benötigen Unterstützungsinstrumente, Rechtssicherheit und Transparenz, um Ausbildung und Beschäftigung zu ermöglichen. Die IHK setzt sich auf Landes- und Bundesebene für entsprechende Rahmenbedingungen ein und beteiligt sich aktiv an geeigneten Projektinitiativen.(Strategie der IHK Ostbrandenburg, 2026)
- Aktuelle politische Maßnahmen
Als Maßnahme der Fachkräftesicherung wurde mit einer Novellierung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes die Einwanderung ausländischer Fachkräfte aus dem Nicht-EU-Ausland mit einer Berufsausbildung vereinfacht.Die DIHK informiert regelmäßig über Neuerungen und aktuelle Themen im Bereich Fachkräfte.Außerdem können Sie sich auch hier dazu informieren:
- Informationen der Bundesagentur für Arbeit: Fachkräfteeinwanderungsgesetz BfA
- Zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse und Fragen zur Einstellung und Beschäftigung ausländischer Fachkräfte: https://www.unternehmen-berufsanerkennung.de
- Zum Projekt "Hand in Hand for International Talents", welches Fachkräfte aus Drittstaaten mit Unternehmen in Deutschland zusammenbringt: HiH for International Talents
- Das Portal "Make it in Germany" der Bundesregierung informiert in verschiedenen Sprachen über das Arbeiten und Leben in Deutschland und listet Stellenanzeigen: https://www.make-it-in-germany.com
- Netzwerke
Hier finden Sie Beispiele für Netzwerke zum Thema Fach- und Arbeitskräftesicherung sowie Hinweise zu weiterführenden Informationen.Interessieren Sie sich für eines der Netzwerke oder möchten Sie Ihr Netzwerk auf unserer Website vorstellen? Dann nehmen Sie gern mit uns Kontakt auf.
NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge
Das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge bringt Unternehmen aller Branchen in ganz Deutschland zusammen, die bereits Geflüchtete in ihrem Unternehmen integriert haben, Geflüchtete oder andere Unternehmen dabei unterstützen oder sich für dieses Thema interessieren. Aktuell sind 4964 Unternehmen im Netzwerk (Stand: Juni 2026).Den Mitgliedern des Netzwerks wird einiges im Bereich Austausch und Wissenserweiterung geboten, z.B. regelmäßige Informationsveranstaltungen (online und in Präsenz), Beratung zu Förderangeboten, Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch zwischen Unternehmen, Erfahrungsberichte und Praxistipps von Unternehmen für Unternehmen, Informationsmaterialien, Checklisten sowie Updates zu Neuerungen.Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) hat das Netzwerk gegründet, welches vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert wird. Träger des Netzwerkes ist die DIHK Service GmbH, welche als Tochter der DIHK, unterschiedlichste Projekte in die Tat umsetzt.Allianz für Ausbildung
Ein regionales Netzwerk zur Fachkräftesicherung über Ausbildung ist die Allianz für Aus- und Weiterbildung.Der Berufsbildungsausschuss
Der Berufsbildungsausschuss der IHK Ostbrandenburg beschließt die Rechtsvorschriften für die Durchführung der Berufsausbildung und Weiterbildung.Branchen- und themenspezifische Netzwerke
Die IHK Ostbrandenburg ist neben den oben aufgezählten auch Partner in vielen weiteren branchen- und themenspezifische Netzwerken. Eine Übersicht finden Sie hier.Netzwerk Zukunft
Das Netzwerk vernetzt Schulen, Eltern, Unternehmen und macht verschiedene Angebote zur beruflichen Orientierung von Schülern und Schülerinnen, um einen Beitrag zur langfristigen Fachkräftesicherung zu leisten.SCHULEWIRTSCHAFT Berlin und Brandenburg
SCHULEWIRTSCHAFT Berlin und Brandenburg ist der regionale Teil des bundesweiten Netzwerks SCHULEWIRTSCHAFT https://www.schulewirtschaft-berlin-brandenburg.de/impressum/ Der Fokus liegt auf der Unterstützung in der Berufsorientierung und auf der Verknüpfung zwischen Bildung und Wirtschaft in der Region. Die Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg e.V. (UVB) ist Träger des Netzwerks.Netzwerke Fachkräftesicherung Barnim-Uckermark
In den Landkreisen Barnim und Uckermark ist die Situation auf dem Arbeitsmarkt besonders angespannt. Das Angebot von Fach- und Arbeitskräften ist ein entscheidender Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung.Daher gründeten die Agentur für Arbeit Eberswalde und Landesagentur für Struktur und Arbeit Brandenburg GmbH (LASA) im Jahr 2007 bzw. 2008 die Netzwerke Fachkräftesicherung, um die regionalen Partner am Arbeitsmarkt zusammen zu bringen und deren Zusammenarbeit zu stärken (Kammern, DGB, Kommunen, Landkreise, Schulamt, Landesgesellschaften, regionale Wirtschaftsförderung, regionale Hochschule). Die Partner der Netzwerke für Fachkräftesicherung in der Region Barnim-Uckermark unterstützen alle regionalen Initiativen, Projekte, Akteure und Unternehmen zum Thema Fach- und Arbeitskräftesicherung.
