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„Wir bedienen Kunden weltweit – von Singapur bis in die USA.“
Ein Schild an der Straße zwischen Storkow und Reichenwalde im Landkreis Oder-Spree verweist auf ein Grundstück in der Nachbarschaft von Feld, Wald und Wiese: Auf dem Gelände stehen zwei Gebäude im Charme der 1990er-Jahre mit auffallend dunkelblauen Fensterrahmen. Am Ende des Areals lugt ein Betonklotz hinter den Bäumen hervor. Ein Zweckbau, auf dessen Fassade der Name Eurofins nebst Firmenlogo prangt.
Das so unscheinbare Gelände ist Sitz eines Unternehmens mit 55 Mitarbeitern. Es gehört zu den weltweit gefragten Zentren, die Produkte in den Phasen ihrer Entwicklung begleiten, testen, zertifizieren und ihnen somit final die Marktreife bescheinigen. Von lokalen Firmengründern an den Start gebracht und groß gemacht, gehört das Unternehmen bei Erhalt all seines Lokalkolorits seit 2008 zur Eurofins-Familie. Die Firma mit den Geschäftsfeldern Produkttests und -zertifizierung hat die staatliche Anerkennung als Zulassungsdienstleister und Zertifizierer für rund 180 Staaten, darunter Deutschland, die USA und Kanada.
Vom Start-up bis zum Mittelständler
Zum Kerngeschäft der Reichenwalder gehören Funk- und Telekommunikationstechnik, Medizintechnik sowie IoT-Systeme (Systeme, die Geräte mit dem Internet vernetzen - d.Red.). Überall, wo IT-Technik verbaut ist, wo elektronische Steuerelemente zum Einsatz kommen, sind jene Expertisen erforderlich, die Eurofins in seinen Laboren ausstellt. Abgesehen von der Omnipräsenz solcher Produkte in der Wirtschaft sind sie überall im Alltag anzutreffen: Smartphones, intelligente Gebäudetechnik, Ladeinfrastruktur, Entertainment-Ausstattung und vieles mehr. Dabei kommt es für alle auf das Gleiche an: Sie müssen störungsfrei funktionieren, Umwelteinflüssen standhalten und – entsprechend der jeweiligen nationalen und internationalen Normen – ordnungsgemäß funktionieren.
Versuchsaufbau: Matthias Handrik, Senior-Prüftechniker und stellvertretender Laborleiter (EMV) richtet eine Kamera ein. Beim eigentlichen Test mit elektromagnetischen Strahlen in variierender Dosierung sind die Ingenieure aus Sicherheitsgründen nicht im Raum.
Egal ob Start-ups, innovative mittelständische Betriebe oder weltweit in großem Maßstab agierende Firmen: Wer auf dem Sektor tätig ist, kommt final nicht um eine Zertifizierung durch akkreditierte Dritte umhin. Bei großen Unternehmen, wie etwa in der Automobil-Industrie, begleiten firmen-eigene Labore den Entwicklungsprozess bis zur Marktreife.
Erst dann sind unabhängige Labore und Zertifizierer gefragt, zu denen auch Eurofins gehört. Wo es keine eigenen Labore gibt, sind die Dienstleistungen externer Prüflabore, wie Eurofins sie anbietet, von Beginn an Teil des Prozesses. Auf dem Weg bis zum fertigen Produkt gilt es viele Phasen zu durchlaufen und immer wieder zu prüfen, ob der Reifeprozess erfolgversprechend ist. So kann schon während der Entwicklung an Stellschrauben gedreht werden, damit die Markfreigabe am Ende gelingt. Eurofins hat die fachliche Kompetenz, bei den weltweit mitunter sehr unterschiedlichen Standards stets auf der Höhe der Zeit zu sein.
Es geht um Produktsicherheit
„Innovationszyklen werden immer schneller, Normen ändern sich. Deshalb ist eine frühzeitige Einbindung unserer Expertise und eine kontinuierliche Begleitung sinnvoll“, sagt Thomas Kühl, Geschäftsführer der Eurofins Product Service GmbH und Leiter des Geschäftsbereichs „Electrical & Electronics“ in Deutschland.
Sich im Bestimmungsland zertifizieren zu lassen, kann sich auf den Prüfprozess allein schon wegen der Transportwege sowie möglicher Zeitverschiebungen extrem verlängernd auswirken und durch Sprachbarrieren verkompliziert werden. „Deshalb sind wir für ganz Deutschland und Europa ein gefragter Kooperationspartner.“ Nichtsdestotrotz gibt es ebenfalls Aufträge aus der Ferne. „Wir bedienen Kunden weltweit – von Singapur bis in die USA.“
Im Austausch: Thomas Kühl, Geschäftsführer der Eurofins Product Service GmbH (r), und Laborleiter (EMV und Funk) Stephan Liebich. Kommt es bei Tests zu Ergebnissen, die der Marktreife entgegenstehen, wird umso genauer draufgeschaut, um die Schwachstellen zu finden.
Aber was bietet Eurofins an? In dem erwähnten Betonquader sind auf zwei Etagen Labore eingerichtet. Zu den anerkannten Prüfverfahren zählen Umweltsimulationen, also das Verhalten der Probanden gegenüber Faktoren wie Hitze und Kälte sowie Korrosion. Es geht um die Produktsicherheit, also die Vermeidung von Kurzschluss und Überhitzung bis hin zur ausreichenden und verständlider Umgebung geht, und die Funkprüfung, bei der das stabile Senden und Empfangen sowie das Einhalten der Normen hinsichtlich genutzter Frequenzen getestet werden.
„Was hierbei ausgeschlossen werden soll, lässt sich ganz gut erklären: „Wenn das Handy neben dem Monitor liegt und der anfängt zu flackern, ist etwas nicht in Ordnung. Und Medizingeräte, die etwa auf der Intensivstation Seite an Seite stehen, sollten sich nicht gegenseitig stören“, beschreibt Kühl einen sehr simplen Hintergrund.
„Die Prüfung ist nicht immer zerstörungsfrei“
Natürlich gehe es aber auch um weit komplexere Dinge und immer mehr um die Cybersicherheit. Aber Achtung: „Die Prüfung ist nicht immer zerstörungsfrei“, sagt der Geschäftsführer. Das liege in der Natur der Sache. Denn es gehe bei den Tests ja darum herauszufinden, ob es Schwachstellen gibt. „Nicht alles ist wasserfest, nur weil wasserfest draufsteht“, lautet ein schlichtes Beispiel. Firmen, die entsprechende Produkte entwickeln, schätzen die Dienstleistung. Noch mehr, wenn sie diese in ihrer Nähe wissen. Thomas Kühl lobt hierbei, dass sich in Brandenburg und Berlin ein sehr gutes, partnerschaftliches Netzwerk entwickelt hat.
Ein Unternehmen, das diesen Umstand ebenso schätzt, ist die SENSYS - Sensorik & Systemtechnologie GmbH aus Bad Saarow. „Als Entwickler und Hersteller von hochpräzisen Magnetometer- und Messsystemen für den weltweiten Einsatz auf dem Land, unter Wasser und in der Luft wissen wir genau, worauf es ankommt: absolute Präzision, Zuverlässigkeit und Robustheit“, sagt Managing Director Wolfgang Süß. „Unsere Technologien kommen in hochsensiblen Bereichen wie der Kampfmittelräumung oder der maritimen Exploration zum Einsatz – dort gibt es keinen Raum für Fehler.“
Umweltsimulation: Senior Test-Techniker Jaroslaw Madej prüft ein Element für Notfall-Löschsysteme von Zügen auf seine Robustheit gegenüber verschiedenen Umweltfaktoren wie Temperaturschwankungen. Temperaturen zwischen minus 40 und plus 85 Grad Celsius können in der Klimakammer neben ihm erzeugt werden.
Die Entscheidung, das in der Firma neu entwickelte Bluetooth-Modul zur naht- und kabellosen Anbindung der Sensoren an die Endgeräte zur Datenaufzeichnung bei Eurofins zertifizieren zu lassen, sei aufgrund der ebenso kompromisslosen Qualität und Professionalität der Reichenwalder gefallen. „Wir haben hier den idealen Partner vor der Haustür.“
Kurze Wege machten die Zusammenarbeit effizient, die Partnerschaft erweise sich als lösungsorientiert und unkompliziert. „Bei Problemen oder Rückfragen sind wir mit dem Auto in einer Viertelstunde vor Ort und können das direkt besprechen“, beschreibt Süß den Vorteil. „Wir arbeiten mit mehr als 100 Partnern weltweit zusammen, da sind kompakte Zeitabläufe viel wert.“ Mit mehr als 35 Jahren Erfahrung im Rücken schätze SENSYS Partner, die den gleichen Anspruch an technologische Exzellenz teilen. „Wir freuen uns sehr über die hervorragende Zusammenarbeit im Brandenburger Netzwerk.“
FORUM/Anke Beißer
Kontakt
Annett Schubert
Leiterin
Regionalcenter Oderland
