Niederlande
Handelsbeziehungen Niederlande und Deutschland
Deutsch-niederländischer Handel wächst im ersten Halbjahr 2026 um 5,1 Prozent
Der Handel zwischen Deutschland und den Niederlanden wächst weiter: Im ersten Halbjahr summierte sich das Handelsvolumen beider Länder auf 109,3 Milliarden Euro, ein Plus von 5,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das geht aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hervor.
Niederlande bleiben Deutschlands drittwichtigster Handelspartner
Mit einem Handelsvolumen von insgesamt 109,3 Milliarden Euro behaupten die Niederlande im ersten Halbjahr 2026 ihren Rang als drittgrößter Handelspartner Deutschlands – hinter China (125 Milliarden Euro) und den USA (123 Milliarden Euro). Gegenüber dem ersten Halbjahr 2025, als der bilaterale Warenhandel zwischen Deutschland und den Niederlanden knapp 104 Milliarden Euro erreichte, entspricht dies einem Plus von 5,1 Prozent.
Die Entwicklung unterstreicht die enge wirtschaftliche Verflechtung beider Nachbarländer. Deutschland exportierte in den ersten sechs Monaten des Jahres Waren im Wert von 60,4 Milliarden Euro in die Niederlande. Umgekehrt beliefen sich die Importe aus den Niederlanden auf 48,8 Milliarden Euro.
Auch innerhalb des laufenden Jahres beschleunigte sich der Handel. Nach einem Handelsvolumen von 53,1 Milliarden Euro im ersten Quartal stieg der Warenverkehr im zweiten Quartal auf 56,2 Milliarden Euro. Die deutschen Exporte in die Niederlande nahmen dabei um 6,2 Prozent zu, die Einfuhren aus den Niederlanden erhöhten sich um 5,2 Prozent.
Deutscher Außenhandel erreicht im Juni Höchststand
Die für Juni veröffentlichten Außenhandelszahlen ermöglichen nicht nur Einsichten in den Handel der ersten beiden Quartale, sondern zeigen auch, ungeachtet der aktuellen Schlagzeilen rundum Automobilindustrie und Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland eine insgesamt robuste Entwicklung des deutschen Außenhandels. Kalender- und saisonbereinigt exportierte Deutschland im Juni 2026 Waren im Wert von 139,3 Milliarden Euro – der höchste Monatswert, den Destatis bislang registriert hat. Die Importe beliefen sich im selben Zeitraum auf 123,9 Milliarden Euro. Daraus ergab sich ein Handelsüberschuss von 15,4 Milliarden Euro.
EU-Handel legt weiter zu
Auch der Warenverkehr mit den übrigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union entwickelte sich im Juni positiv. Deutschland exportierte Waren im Wert von 79,3 Milliarden Euro in die EU und importierte Güter im Wert von 63,6 Milliarden Euro.
Gegenüber dem Vormonat stiegen die Ausfuhren in die EU um 1,3 Prozent, während die Einfuhren um 7,4 Prozent zulegten. Vor allem das kräftige Importwachstum deutet auf eine anziehende Dynamik innerhalb des europäischen Binnenmarkts hin.
Uneinheitlicher fiel dagegen die Entwicklung im Handel mit wichtigen Partnern außerhalb der Europäischen Union aus. Die deutschen Exporte in die Vereinigten Staaten gingen im Juni gegenüber dem Vormonat um 14,2 Prozent zurück. Demgegenüber legten die Ausfuhren in das Vereinigte Königreich um 7,7 Prozent zu. Die Exporte nach China blieben mit einem Rückgang von 0,3 Prozent nahezu unverändert.
Fazit
Insgesamt betrachtet liefert das Plus bei den Exporten in der ersten Jahreshälfte der deutschen Wirtschaft einen wichtigen positiven Impuls. Von einer nachhaltigen Trendwende kann jedoch noch keine Rede sein. Die heimische Industrie kommt weiterhin kaum voran, während die Perspektiven für den internationalen Handel angespannt bleiben. Neben der allgemeinen Unsicherheit wirken sich die Konflikte und geopolitischen Spannungen im Nahen Osten zunehmend auf die globalen Handelsströme aus. Die Einschränkungen rund um die Straße von Hormus und das Risiko einer Blockade der Meerenge Bab el-Mandab erschweren den Warenverkehr zwischen Europa und Asien und erhöhen die Risiken für Lieferketten. Gleichzeitig schwächelt die Nachfrage auf dem chinesischen Binnenmarkt. Hinzu kommt der zunehmende Wettbewerbsdruck durch chinesische Unternehmen, der insbesondere exportorientierte Firmen in Deutschland und Europa vor zusätzliche Herausforderungen stellt. Umso wichtiger sind stabile wirtschafts- und handelspolitische Rahmenbedingungen, die Unternehmen Planungssicherheit geben und unnötige Belastungen vermeiden.
Quelle: Deutsch-Niederländische Handelskammer, August 2026