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Bergischer Zukunftspreis 2026

Zum fünften Mal wurde Persönlichkeiten und Unternehmen, die das Bergische Städtedreieck prägen, der Zukunftspreis verliehen.
Vor mehr als 120 Gästen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft ist am Donnerstag (10.09.2026) im Rittersaal von Schloss Burg in Solingen der Bergische Zukunftspreis zum fünften Mal verliehen worden. Die Auszeichnung würdigt Menschen und Unternehmen, die mit Unternehmergeist, Innovationskraft und gesellschaftlicher Verantwortung Impulse für die Zukunft der Region setzen. Vergeben wurden Preise in den Kategorien Lebenswerk, Unternehmen und Handwerk.

Auszeichnung für das Lebenswerk

Die Auszeichnung für das Lebenswerk erhielt Eberhard Robke, geschäftsführender Gesellschafter der August Pohli GmbH. In seiner Laudatio würdigte Andreas Otto, Vorstandsvorsitzender der Volksbank im Bergischen Land, einen Unternehmer, der wirtschaftlichen Erfolg stets mit Verantwortung für seine Heimatregion verbunden habe. Robke stehe „für eine Generation von Unternehmern, die ihre Heimatstadt nicht als bloßen Wirtschaftsstandort betrachten, sondern als lebendige Gemeinschaft, die es zu gestalten und zu erhalten gibt“. Neben seinem unternehmerischen Wirken hob Otto insbesondere Robkes außergewöhnliches Engagement für Kunst, Kultur, Bildung und gesellschaftliche Projekte hervor. Sein Handeln zeige, „dass unternehmerischer Erfolg und gesellschaftliche Verantwortung keine Gegensätze sind, sondern sich gegenseitig bedingen“. Eine Haltung, die charakteristisch sei für echt bergische mittelständische Unternehmer.

Auszeichnung für Unternehmen

Den Bergischen Zukunftspreis in der Kategorie Unternehmen überreichte Henner Pasch, Präsident der Bergischen Industrie- und Handelskammer, an Markus Riedel und den Wuppertaler Club Open Ground. In seiner Laudatio zeichnete Pasch die Entwicklung des ehemaligen Bunkers am Wuppertaler Hauptbahnhof zu einem international beachteten Kulturstandort nach. Das Open Ground habe sich innerhalb kürzester Zeit einen Namen weit über die Region hinaus gemacht. Pasch würdigte den Mut, an einer außergewöhnlichen Idee festzuhalten: „Sie und Ihr Team blieben einer Idee treu, deren wirtschaftlicher Erfolg keineswegs sicher war. Das ist Unternehmertum in Reinform – nur mit späteren Geschäftszeiten und sehr, sehr viel Bass.“ Das Open Ground ziehe Gäste aus ganz Europa ins Bergische Land und stärke damit auch die Wahrnehmung des Wirtschafts- und Lebensstandorts. Der Club habe, so Pasch, „einen Ort mit Charakter und Haltung geschaffen, über den weit über das Bergische hinaus gesprochen wird.“ So gehe Stadtmarketing!

Auszeichnung für Handwerk

In der Kategorie Handwerk wurde Christine Johaé, Inhaberin des Malerbetriebs Andreas Conrad, ausgezeichnet. Die Laudatio hielt Marc Clemens, Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Solingen-Wuppertal. Er würdigte Johaés außergewöhnlichen beruflichen Weg von der alleinerziehenden Auszubildenden zur erfolgreichen Unternehmerin. Ihre Geschichte zeige beispielhaft die Chancen beruflicher Bildung und die Stärke des Handwerks. Heute führe sie erfolgreich den Handwerksbetrieb und engagiere sich zugleich selbst für die Ausbildung des Nachwuchses. Für Clemens steht Johaé stellvertretend für das, „was wir uns für die Zukunft unseres Handwerks wünschen: Menschen mit Mut und Können, Menschen, die Verantwortung übernehmen und anderen zeigen, was im Handwerk möglich ist“.

Festrede: stv. NRW-Ministerpräsidentin Mona Neubaur

Die Festrede hielt Mona Neubaur, stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen und Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie. Sie sprach über die Stärken des Bergischen Landes und warum sie sich sicher sei, dass diese Region fit für die Zukunft sei. Keine andere Region kooperiere so gut über Stadtgrenzen hinweg. „Welche Regionen kennen sie, die ihre Stärken so zusammenbringen? Ich kenne keine andere, die so die individuellen Stärken in der Kooperation nutzt.“ Und in keiner anderen Region gebe es so hohe Ausgaben für Forschung und Entwicklung bei den Firmen und so viele Patentanmeldungen. Mit dem Circular Valley sei zudem ein internationaler Leuchtturm entstanden. Kreislaufwirtschaft sei eine tragende Säule der wirtschaftlichen Entwicklung, so Neubaur. Sie kündigte an, dass die Landesregierung ein Kommunales Regelbefreiungsgesetz auf den Weg bringen werde. Vorschläge aus den Kommunen für weniger Bürokratie seien gern gesehen, sagte sie in Richtung der Verwaltungen.
Auch Lothar Leuschen, Chefredakteur der Westdeutschen Zeitung, betonte in seiner Begrüßungsrede die Stärken der Region, etwa auch das Circular Valley. Kreislaufwirtschaft sorge für weniger Einsatz von Ressourcen und weniger Abhängigkeiten – das sei gut für Wirtschaft und Demokratie. Angesichts des politischen Rechtsrucks forderte er die Anwesenden auf, als Gesellschaft wieder mehr gemeinsame Ziele zu finden und sich gemeinschaftlich einzubringen – beispielsweise mit einer Bildungsoffensive im Bergischen als Gegenmaßnahme zu den verheerenden PISA-Ergebnissen. „Kämpfen Sie mit, es lohnt sich unbedingt.“