Gewerbemietpreisspiegel 2026

Standortmieten sind oft der größte Kostenfaktor für Unternehmen. Mit dem Gewerbemietpreisspiegel bietet die Industrie- und Handelskammer Mittleres Ruhrgebiet (IHK) Unternehmen seit 2021 eine Orientierungshilfe über das Preisniveau in den Kammerstädten Bochum, Herne, Witten und Hattingen. Eine übergreifende Datenauswertung mehrerer Immobilienplattformen ermöglicht erstmals eine breitere Marktübersicht.
„Mit transparenten Informationen über das regionale Marktgeschehen können Unternehmen die Entwicklung der Gewerbeimmobilienmärkte besser einschätzen und fundierte Entscheidungen treffen“, so Lisa Storm, Referentin für Handel, Dienstleistungen und Stadtentwicklung der IHK Mittleres Ruhrgebiet. Da Mietaufwendungen für viele Betriebe einen wesentlichen Anteil der laufenden Kosten ausmachen, gewinnen verlässliche Marktinformationen für Standortentscheidungen und Vertragsverhandlungen zunehmend an Bedeutung.
Novum der aktuellen Ausgabe ist die Auswertung der Angebotsdaten verschiedener Immobilienplattformen. Lisa Storm: „Durch diese übergreifende Analyse entsteht eine noch breitere Datengrundlage, welche die Marktverhältnisse in Bochum, Herne, Witten und Hattingen auf Grundlage der Angebotsmieten abbildet.“ Der Gewerbemietpreisspiegel umfasst Informationen zu Einzelhandelsflächen, Büro- und Praxisimmobilien sowie Lager-, Produktions- und Hallenflächen in den vier Städten.
Mietpreise weisen regionale Unterschiede auf
Die ausgewiesenen Werte im Gewerbemietpreisspiegel dienen Unternehmer:innen als Orientierungsgrößen. Tatsächliche Mietpreise ergeben sich aus dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage sowie objektspezifischen Merkmalen. Faktoren wie Lage, Erreichbarkeit, Ausstattung und Flächengröße beeinflussen die Höhe der Miete maßgeblich.
Was die Auswertung zeigt: Die Gewerbemieten innerhalb der Region haben sich unterschiedlich entwickelt. Die Preisentwicklung differenziert sich nach Stadt, Lagequalität und Nutzungsart. So verlangen nach wie vor nachfragestarke Lagen und zentralen Geschäftsbereiche höhere Mietpreise als weniger frequentierte Standorte.
Büroflächen: Bochum wird günstiger, Herne bleibt stabil
So zeigt sich in Bochum vor allem bei Büro- und Einzelhandelsflächen ein deutlicher Rückgang der Spitzenmieten. Bei Büroflächen sank die höchste Angebotsmiete von 38,50 Euro je Quadratmeter in den Jahren 2020/2021 auf 27,50 Euro in den Jahren 2024/2025.
In Herne hingegen sind die Angebotsmieten für Büro- und Praxisflächen stabil geblieben. Dafür lag die maximal angebotene Miete im Einzelhandel aus den Jahren 2024/2025 mit 55,50 Euro je Quadratmeter deutlich über dem Vergleichswert von 37,50 Euro aus dem Jahr 2020/2021.
Witten und Hattingen branchenabhängig teurer
Während in Witten die Angebotsmieten für Büro- und Praxisflächen sowie Hallen- und Produktionsflächen weitgehend beständig geblieben sind, zeigt sich im Einzelhandel hingegen eine stärkere Veränderung im oberen Preissegment: Die maximal angebotene Miete erhöhte sich von 24,50 Euro je Quadratmeter auf 33,50 Euro.
In Hattingen fällt die Entwicklung der Angebotsmieten in den einzelnen Marktsegmenten unterschiedlich aus. So liegen beispielsweise die Angebotspreise für Hallen- und Produktionsflächen deutlich über dem Vergleichswert aus den Jahren 2020/21.
Detaillierte Daten auf Stadtteilebene sind ab sofort online über den Gewerbemietpreisspiegel abrufbar.