Import Promotion Desk (IPD): Wie Importeure und internationale Lieferanten gemeinsam das Potenzial des globalen Handels nutzen
Entwicklungs- und Schwellenländer gewinnen als Beschaffungsmärkte zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Unternehmen: Lieferketten sollen widerstandsfähig, nachhaltig und transparent sein. Wie beide Seiten davon profitieren können, erläutern Dr. Julia Bellinghausen, Leiterin des Import Promotion Desk (IPD), und Marcus Schwenke, Abteilungsleiter Außenhandelspolitik, Importförderung, Entwicklungszusammenarbeit und Projekte beim Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) in einem aktuellen Interview, dessen Inhalt wir hier kurz zusammengefasst haben:
Deutschland ist als Exportnation demnach auf funktionierende Importe angewiesen. Importierte Vorleistungen, Komponenten und Dienstleistungen bilden die Grundlage für viele deutsche Exporte. Gleichzeitig eröffnet der internationale Handel Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern neue Absatzmärkte, zusätzliche Wertschöpfung und nachhaltige Entwicklungsperspektiven.
Nach Einschätzung der beiden Experten haben sich die Rahmenbedingungen des Welthandels in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Geopolitische Krisen, gestiegene regulatorische Anforderungen und unterbrochene Lieferketten machen deutlich, dass Unternehmen ihre Beschaffung breiter aufstellen müssen. Versorgungssicherheit, politische Stabilität und verlässliche Partner sind heute ebenso wichtig wie wettbewerbsfähige Preise.
Hier setzt das Import Promotion Desk (IPD) an: Es unterstützt Unternehmen aus ausgewählten Entwicklungs- und Schwellenländern dabei, die Anforderungen des europäischen Marktes zu erfüllen und bringt sie mit passenden Importeuren zusammen. So entstehen neue, langfristige Geschäftsbeziehungen und zusätzliche Bezugsquellen für deutsche Unternehmen.
Ein besonderer Vorteil liegt im direkten Austausch zwischen Produzenten und Importeuren. Dieser schafft Vertrauen, verbessert die Transparenz entlang der Lieferkette und erleichtert die Abstimmung zu Qualität, Nachhaltigkeit und Zertifizierungen. Gleichzeitig profitieren Produzenten von direktem Marktfeedback und höheren Wertschöpfungsanteilen.
Entscheidend für den Erfolg ist dabei die Nachfrageorientierung. Unternehmen müssen ihre Produkte konsequent an den Anforderungen des europäischen Marktes ausrichten – von Qualität und Verpackung bis hin zu Lieferfähigkeit und Dokumentation. Das IPD begleitet diesen Prozess und unterstützt Unternehmen dabei, marktfähige Angebote zu entwickeln.
Das Fazit von Dr. Julia Bellinghausen und Marcus Schwenke: Erfolgreiche internationale Beschaffung entsteht durch partnerschaftliche Zusammenarbeit und den Perspektivwechsel auf beiden Seiten. Wer die Bedürfnisse von Produzenten und Importeuren gleichermaßen berücksichtigt, schafft langfristig stabile Lieferketten und nachhaltige Handelsbeziehungen.