De-Risking mit Augenmaß – Diversifizierung statt zusätzlicher Bürokratie

Die DIHK empfiehlt Unternehmen, Risiken aktiv zu managen und ihre Liefer- und Wertschöpfungsketten breiter aufzustellen. Dazu gehören der Aufbau zusätzlicher Lieferanten, die Erschließung neuer Absatz- und Beschaffungsmärkte sowie Investitionen in alternative Standorte. Viele Unternehmen verfolgen bereits eine „China-plus-X“-Strategie, bei der bestehende Aktivitäten in China durch zusätzliche Engagements in anderen Regionen ergänzt werden.
Gleichzeitig spricht sich die DIHK gegen zusätzliche Berichtspflichten, neue Investitionskontrollen und weitere bürokratische Belastungen aus. Aus Sicht der Wirtschaft braucht erfolgreiche Diversifizierung vor allem bessere politische Rahmenbedingungen – etwa durch neue Handels- und Rohstoffabkommen, leistungsfähige Finanzierungs- und Garantieinstrumente sowie Investitionen in Innovation, Technologie und die europäische Rohstoffversorgung. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen sei der Aufbau neuer Lieferketten mit erheblichen Kosten und Risiken verbunden.
DIHK-Außenwirtschaftschef Dr. Volker Treier bringt den Ansatz auf den Punkt:
„Die Betriebe brauchen zusätzliche Lieferanten, neue Absatz- und Bezugsmärkte sowie bessere Investitionsbedingungen.“
Die DIHK betont zugleich, dass wirtschaftliche Sicherheit nicht durch Abschottung, sondern durch Diversifizierung, offene Märkte, faire Wettbewerbsbedingungen und einen wettbewerbsfähigen Standort Europa erreicht wird. China bleibt damit ein wichtiger Wirtschafts- und Handelspartner – gleichzeitig gilt es, strategische Risiken zu begrenzen und Lieferketten widerstandsfähiger aufzustellen.