Handelskammer-Konjunkturreport zum Sommer: Starke Industrie hellt das Geschäftsklima auf / Handel und Gastronomie bleiben unter Druck
(PM 36-2026, 29.07.2026) Nach dem Dämpfer durch den Iran-Krieg im Frühjahr hellt sich die Stimmung in der bremischen Wirtschaft wieder leicht auf. Für die Erholung sorgt vor allem die Industrie: Hier führen die gewachsenen Ausgaben für Sicherheit und Verteidigung zu einer guten Geschäftslage. Auch die Bauwirtschaft, die Verkehrs- und Logistikdienstleistungen sowie die Sonstigen Dienstleistungen bewerten ihre Geschäfte besser als zuletzt. Handel und Gastronomie verzeichnen dagegen er-neut eine Verschlechterung. Insgesamt fallen sowohl die laufenden Geschäfte als auch die Erwartungen für die kommenden Monate besser aus als im Frühjahr, bleiben in der Summe aber negativ. Zugenommen hat die Zuversicht im Exportgeschäft, wo die Erwartungen nun leicht positiv ausfallen. Das ist das Ergebnis der Konjunkturumfrage der Handelskammer Bremen – IHK für Bremen und Bremerhaven zum Sommer unter 369 Betrieben aus dem Produzierenden Gewerbe, Handel und Dienstleistungen im Land Bremen.
Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Fonger sagt: „Die leichte Erholung ist ein gutes Zeichen, bedeutet aber noch keinen nachhaltigen Aufschwung. Getragen wird sie vor allem von der Industrie, die insbesondere im Land Bremen von den öffentlichen Ausgaben für Sicherheit und Verteidigung profitiert. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Industriezweige ohne öffentliche Aufträge, vor allem im internationalen Wettbewerb, einen schweren Stand haben. Viel Bürokratie, zunehmende Arbeitskosten und hohe Energiepreise bremsen die Unternehmen nach wie vor. Die jüngste Einigung der Regierungskoalition in Berlin enthält einige positive Schritte zum Bürokratieabbau, die nun zeitnah umgesetzt werden müssen. Auf die Entwicklung der Arbeitskosten werden sich die Beschlüsse dagegen voraussichtlich ungünstig auswirken und sie weiter in die Höhe treiben – ein Kostenfaktor, den bereits jetzt 60 Prozent der Befragten zu den größten Geschäftsrisiken zählen.“
Mit Blick auf das Exportgeschäft sagt Dr. Matthias Fonger: „Die Industrieunternehmen blicken wieder mit leichter Zuversicht auf ihr Auslandsgeschäft. Für den exportorientierten Standort Bremen ist das eine wichtige Nachricht. Diese Erholung steht aber auf unsicherem Grund. Der wieder aufflammende Krieg im Iran kann die Energie- und Rohstoffpreise erneut nach oben treiben und die Aussichten schnell wieder eintrüben. Umso wichtiger ist es, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts von innen heraus zu stärken.“
Positive Bewertungen der laufenden Geschäfte kommen aus der Industrie und den Sonstigen Dienstleistungen. Verbessert, in der Summe aber noch negativ zeigen sich die Bauwirtschaft sowie die Verkehrs- und Logistikdienstleistungen. Unzufriedener als zuletzt sind der Einzelhandel, der Groß- und Außenhandel sowie die Hotellerie und Gastronomie. Für die kommenden Monate blickt vor allem die Industrie mit deutlich positiven Erwartungen nach vorne, während die übrigen Branchen mit ungünstigen Geschäften rechnen.
Als größte Geschäftsrisiken nennen die Unternehmen nach wie vor die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die Arbeitskosten, die Inlandsnachfrage sowie die Energie- und Rohstoffpreise. Alles in allem wächst der Handelskammer-Konjunkturindikator für die bremische Wirtschaft um 10 auf 85 Punkte und erreicht damit wieder das Niveau vom Jahresbeginn (Zehn-Jahres-Mittelwert: 93 Punkte).
Geschäftsklima in der Stadt Bremen
Nach dem Dämpfer durch den Iran-Krieg im Frühjahr hat sich die Stimmung in der stadtbremischen Wirtschaft bis zum Ende des zweiten Quartals wieder verbessert. Die aktuelle Geschäftslage wird zwar nach wie vor überwiegend negativ bewertet, allerdings weniger ausgeprägt als zuletzt. Auch die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate fallen besser aus, bleiben aber deutlich negativ. Für die Verbesserung sorgt vor allem die Industrie. Sie bewertet ihre Geschäfte und Aussichten positiv und profitiert von den Ausgaben für Sicherheit und Verteidigung sowie von leicht positiven Exportimpulsen. Bessere Lageurteile kommen auch aus der Bauwirtschaft, den Verkehrs- und Logistikdienstleistungen und den Sonstigen Dienstleistungen. Handel, Hotellerie und Gastronomie berichten dagegen von einer erneuten Eintrübung. Investitions- und Personalplanungen bleiben zurückhaltend. Der Handelskammer-Konjunkturindikator für die stadtbremische Wirtschaft wächst um 11 auf 85 Punkte (Zehn-Jahres-Mittelwert: 94 Punkte).
Geschäftsklima in der Stadt Bremerhaven
Auch in Bremerhaven zeigt das Stimmungsbarometer wieder nach oben, nachdem es zuvor zweimal in Folge nachgegeben hatte. Die aktuelle Geschäftslage bewerten die Unternehmen in der Summe noch leicht negativ und damit ähnlich wie im Vorquartal. Die Aussichten für die kommenden zwölf Monate haben sich verbessert, bleiben aber deutlich negativ. Zufriedener als im Frühjahr zeigt sich das Produzierende Gewerbe, das seine laufenden Geschäfte leicht positiv bewertet. Der Handel beurteilt Lage und Aussichten besser als zuletzt, bleibt aber im negativen Bereich. In den Dienstleistungen fällt das laufende Geschäft überwiegend negativ aus. Investitions- und Personalplanungen bleiben restriktiv. Der Handelskammer-Konjunkturindikator für die Wirtschaft in Bremerhaven wächst um 8 auf 87 Punkte (Zehn-Jahres-Mittelwert: 92 Punkte).
Geschäftsklima nach Branchen
Die Stimmung in der bremischen Industrie hat sich im zweiten Quartal weiter aufgehellt. Die Unternehmen bewerten ihre laufenden Geschäfte deutlich positiv. Sowohl die Geschäftserwartungen insgesamt als auch die Exportaussichten haben sich stark verbessert. Der Indikator für die Industriekonjunktur im Land Bremen wächst um 17 auf 121 Punkte (Zehn-Jahres-Mittelwert: 96 Punkte).
In der Bauwirtschaft fallen Geschäftslage und Aussichten besser aus als im Frühjahr, bleiben in der Summe aber negativ. Die Unternehmen melden nur noch einen leichten Rückgang beim Auftragseingang. Der Konjunkturindikator für die Bauwirtschaft nimmt um 23 auf 91 Punkte zu (Zehn-Jahres-Mittelwert: 97 Punk-te).
Im Einzelhandel hat sich die Stimmung noch etwas stärker eingetrübt als im Frühjahr. Vor allem der stationäre Handel meldet erneut mehrheitlich Umsatzrückgänge. Insgesamt bewertet rund die Hälfte der Befragten die aktuelle Geschäftslage als schlecht und nur rund vier Prozent als gut. Auch die Erwartungen fallen deutlich negativ aus. Der Konjunkturindikator für den Einzelhandel geht um 10 auf 57 Punkte zurück (Zehn-Jahres-Mittelwert: 84 Punkte).
Im bremischen Groß- und Außenhandel hat die Stimmung weiter nachgelassen. Die Umsätze gingen im Inlands- wie im Auslandsgeschäft zurück, die laufenden Geschäfte bewerten die Händler nun mehrheitlich negativ. Auch die Erwartungen für die kommenden Monate haben erneut nachgelassen. Der Konjunkturindikator geht um 7 auf 57 Punkte zurück (Zehn-Jahres-Mittelwert: 84 Punkte).
In den Verkehrs- und Logistikdienstleistungen hat die Stabilisierung des Ölpreises zuletzt für etwas Entspannung gesorgt. Die Unternehmen bewerten ihre laufenden Geschäfte wieder besser und nur noch leicht negativ. Die Prognosen bleiben in der Summe aber deutlich negativ. Der Konjunkturindikator wächst um 24 auf 77 Punkte (Zehn-Jahres-Mittelwert: 92 Punkte).
In der Hotellerie und Gastronomie hat sich das Geschäftsklima weiter eingetrübt. Beide Bereiche verzeichnen Umsatzrückgänge im zweiten Quartal. Der Ausblick auf die kommenden Monate fällt bei den meisten Betrieben ungünstig aus. Der Konjunkturindikator geht um 26 auf nur noch 40 Punkte zurück (Zehn-Jahres-Mittelwert: 67 Punkte).
In den Sonstigen Dienstleistungen bewerten die Unternehmen ihr laufendes Geschäft deutlich besser als im Frühjahr und in der Summe positiv, obwohl Umsätze und Neuaufträge leicht zurückgehen. Die Prognosen fallen wieder günstiger aus, bleiben per Saldo aber negativ. Der Konjunkturindikator wächst um 18 auf 96 Punkte (Zehn-Jahres-Mittelwert: 102 Punkte).
Lesen Sie hier den kompletten Handelskammer-Konjunkturreport zum Sommer 2026 (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 484 KB).
Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Fonger sagt: „Die leichte Erholung ist ein gutes Zeichen, bedeutet aber noch keinen nachhaltigen Aufschwung. Getragen wird sie vor allem von der Industrie, die insbesondere im Land Bremen von den öffentlichen Ausgaben für Sicherheit und Verteidigung profitiert. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Industriezweige ohne öffentliche Aufträge, vor allem im internationalen Wettbewerb, einen schweren Stand haben. Viel Bürokratie, zunehmende Arbeitskosten und hohe Energiepreise bremsen die Unternehmen nach wie vor. Die jüngste Einigung der Regierungskoalition in Berlin enthält einige positive Schritte zum Bürokratieabbau, die nun zeitnah umgesetzt werden müssen. Auf die Entwicklung der Arbeitskosten werden sich die Beschlüsse dagegen voraussichtlich ungünstig auswirken und sie weiter in die Höhe treiben – ein Kostenfaktor, den bereits jetzt 60 Prozent der Befragten zu den größten Geschäftsrisiken zählen.“
Mit Blick auf das Exportgeschäft sagt Dr. Matthias Fonger: „Die Industrieunternehmen blicken wieder mit leichter Zuversicht auf ihr Auslandsgeschäft. Für den exportorientierten Standort Bremen ist das eine wichtige Nachricht. Diese Erholung steht aber auf unsicherem Grund. Der wieder aufflammende Krieg im Iran kann die Energie- und Rohstoffpreise erneut nach oben treiben und die Aussichten schnell wieder eintrüben. Umso wichtiger ist es, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts von innen heraus zu stärken.“
Positive Bewertungen der laufenden Geschäfte kommen aus der Industrie und den Sonstigen Dienstleistungen. Verbessert, in der Summe aber noch negativ zeigen sich die Bauwirtschaft sowie die Verkehrs- und Logistikdienstleistungen. Unzufriedener als zuletzt sind der Einzelhandel, der Groß- und Außenhandel sowie die Hotellerie und Gastronomie. Für die kommenden Monate blickt vor allem die Industrie mit deutlich positiven Erwartungen nach vorne, während die übrigen Branchen mit ungünstigen Geschäften rechnen.
Als größte Geschäftsrisiken nennen die Unternehmen nach wie vor die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die Arbeitskosten, die Inlandsnachfrage sowie die Energie- und Rohstoffpreise. Alles in allem wächst der Handelskammer-Konjunkturindikator für die bremische Wirtschaft um 10 auf 85 Punkte und erreicht damit wieder das Niveau vom Jahresbeginn (Zehn-Jahres-Mittelwert: 93 Punkte).
Geschäftsklima in der Stadt Bremen
Nach dem Dämpfer durch den Iran-Krieg im Frühjahr hat sich die Stimmung in der stadtbremischen Wirtschaft bis zum Ende des zweiten Quartals wieder verbessert. Die aktuelle Geschäftslage wird zwar nach wie vor überwiegend negativ bewertet, allerdings weniger ausgeprägt als zuletzt. Auch die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate fallen besser aus, bleiben aber deutlich negativ. Für die Verbesserung sorgt vor allem die Industrie. Sie bewertet ihre Geschäfte und Aussichten positiv und profitiert von den Ausgaben für Sicherheit und Verteidigung sowie von leicht positiven Exportimpulsen. Bessere Lageurteile kommen auch aus der Bauwirtschaft, den Verkehrs- und Logistikdienstleistungen und den Sonstigen Dienstleistungen. Handel, Hotellerie und Gastronomie berichten dagegen von einer erneuten Eintrübung. Investitions- und Personalplanungen bleiben zurückhaltend. Der Handelskammer-Konjunkturindikator für die stadtbremische Wirtschaft wächst um 11 auf 85 Punkte (Zehn-Jahres-Mittelwert: 94 Punkte).
Geschäftsklima in der Stadt Bremerhaven
Auch in Bremerhaven zeigt das Stimmungsbarometer wieder nach oben, nachdem es zuvor zweimal in Folge nachgegeben hatte. Die aktuelle Geschäftslage bewerten die Unternehmen in der Summe noch leicht negativ und damit ähnlich wie im Vorquartal. Die Aussichten für die kommenden zwölf Monate haben sich verbessert, bleiben aber deutlich negativ. Zufriedener als im Frühjahr zeigt sich das Produzierende Gewerbe, das seine laufenden Geschäfte leicht positiv bewertet. Der Handel beurteilt Lage und Aussichten besser als zuletzt, bleibt aber im negativen Bereich. In den Dienstleistungen fällt das laufende Geschäft überwiegend negativ aus. Investitions- und Personalplanungen bleiben restriktiv. Der Handelskammer-Konjunkturindikator für die Wirtschaft in Bremerhaven wächst um 8 auf 87 Punkte (Zehn-Jahres-Mittelwert: 92 Punkte).
Geschäftsklima nach Branchen
Die Stimmung in der bremischen Industrie hat sich im zweiten Quartal weiter aufgehellt. Die Unternehmen bewerten ihre laufenden Geschäfte deutlich positiv. Sowohl die Geschäftserwartungen insgesamt als auch die Exportaussichten haben sich stark verbessert. Der Indikator für die Industriekonjunktur im Land Bremen wächst um 17 auf 121 Punkte (Zehn-Jahres-Mittelwert: 96 Punkte).
In der Bauwirtschaft fallen Geschäftslage und Aussichten besser aus als im Frühjahr, bleiben in der Summe aber negativ. Die Unternehmen melden nur noch einen leichten Rückgang beim Auftragseingang. Der Konjunkturindikator für die Bauwirtschaft nimmt um 23 auf 91 Punkte zu (Zehn-Jahres-Mittelwert: 97 Punk-te).
Im Einzelhandel hat sich die Stimmung noch etwas stärker eingetrübt als im Frühjahr. Vor allem der stationäre Handel meldet erneut mehrheitlich Umsatzrückgänge. Insgesamt bewertet rund die Hälfte der Befragten die aktuelle Geschäftslage als schlecht und nur rund vier Prozent als gut. Auch die Erwartungen fallen deutlich negativ aus. Der Konjunkturindikator für den Einzelhandel geht um 10 auf 57 Punkte zurück (Zehn-Jahres-Mittelwert: 84 Punkte).
Im bremischen Groß- und Außenhandel hat die Stimmung weiter nachgelassen. Die Umsätze gingen im Inlands- wie im Auslandsgeschäft zurück, die laufenden Geschäfte bewerten die Händler nun mehrheitlich negativ. Auch die Erwartungen für die kommenden Monate haben erneut nachgelassen. Der Konjunkturindikator geht um 7 auf 57 Punkte zurück (Zehn-Jahres-Mittelwert: 84 Punkte).
In den Verkehrs- und Logistikdienstleistungen hat die Stabilisierung des Ölpreises zuletzt für etwas Entspannung gesorgt. Die Unternehmen bewerten ihre laufenden Geschäfte wieder besser und nur noch leicht negativ. Die Prognosen bleiben in der Summe aber deutlich negativ. Der Konjunkturindikator wächst um 24 auf 77 Punkte (Zehn-Jahres-Mittelwert: 92 Punkte).
In der Hotellerie und Gastronomie hat sich das Geschäftsklima weiter eingetrübt. Beide Bereiche verzeichnen Umsatzrückgänge im zweiten Quartal. Der Ausblick auf die kommenden Monate fällt bei den meisten Betrieben ungünstig aus. Der Konjunkturindikator geht um 26 auf nur noch 40 Punkte zurück (Zehn-Jahres-Mittelwert: 67 Punkte).
In den Sonstigen Dienstleistungen bewerten die Unternehmen ihr laufendes Geschäft deutlich besser als im Frühjahr und in der Summe positiv, obwohl Umsätze und Neuaufträge leicht zurückgehen. Die Prognosen fallen wieder günstiger aus, bleiben per Saldo aber negativ. Der Konjunkturindikator wächst um 18 auf 96 Punkte (Zehn-Jahres-Mittelwert: 102 Punkte).
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