PM 44 | 16.06.2026
Ostdeutscher Wirtschaftsappell zum StromVKG
Versorgungssicherheit und industrielle Wertschöpfung sichern
Unternehmen und Wirtschaftsakteure aus Ostdeutschland appellieren an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, die Ausschreibungsbedingungen im geplanten Stromversorgungssicherheits- und Kapazitätsgesetz (StromVKG) nachzubessern. Ziel ist es, eine verlässliche Stromversorgung und die industrielle Wertschöpfung in Ostdeutschland zu sichern.
Der Gesetzentwurf sieht derzeit einen Bewertungsvorteil („Südbonus“) für neue Gaskraftwerke vor, wodurch ein Großteil der ausgeschriebenen Kapazitäten in den netztechnischen Süden Deutschlands gelenkt wird. Für Mittel-, Ost- und Norddeutschland fehlen dagegen ausreichende Sicherungen, um den Aufbau neuer gesicherter und wasserstofffähiger Kraftwerkskapazitäten zu gewährleisten.
Die Unterzeichner des Appells warnen, dass dies die Versorgungssicherheit, Investitionsentscheidungen und die Wettbewerbsfähigkeit der ostdeutschen Wirtschaft beeinträchtigen könnte. Gerade in den ostdeutschen Transformationsregionen sind neue gesicherte Kraftwerkskapazitäten wichtig für die industrielle Wertschöpfung sowie die wirtschaftliche Belastbarkeit und gesellschaftliche Akzeptanz der Energiewende.
Die ostdeutsche Wirtschaft fordert daher eine Anpassung des § 48 Abs. 5 StromVKG, um auch Mittel-, Ost- und Norddeutschland im Ausschreibungsverfahren abzusichern. Dies ist aus Sicht der Unterzeichner eine Voraussetzung für Versorgungssicherheit, industrielle Wertschöpfung und den gesamtwirtschaftlichen Zusammenhalt Deutschlands.
Unterstützt wird der Appell vom Heringsdorfer Kreis, dem Zusammenschluss der 15 ostdeutschen Industrie- und Handelskammern. Der Heringsdorfer Kreis vertritt die Interessen von mehr als einer Million Unternehmen in Ostdeutschland gegenüber Politik und Verwaltung auf Bundes- und Länderebene.