UMFRAGEERGEBNISSE

Ergebnisse DIHK-Sonderumfrage: Wettbewerb mit China

Chinesische Wettbewerber setzen die deutsche Wirtschaft zunehmend unter Druck – und zwar branchenübergreifend. Zwei Drittel der Unternehmen spüren das inzwischen, in der Industrie sind es sogar 83 Prozent. Das zeigt eine aktuelle Sonderumfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) unter rund 1.300 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungssektor.
Chinesische Anbieter sind gemäß Unternehmenseinschätzungen technologisch und qualitativ näher an deutsche Unternehmen herangerückt. Für manche deutsche Betriebe sind chinesische Lieferketten und Produktionsstandorte sogar Voraussetzung, um selbst international wettbewerbsfähig zu bleiben. Gleichzeitig beklagen die befragten Unternehmen einen massiven Preis- und Margendruck, hohe staatliche Unterstützung chinesischer Bewerber und nicht zuletzt schwierige Rahmenbedingungen am heimischen Standort. Teils seien neue Maschinen aus China günstiger als die Reparatur bestehender Anlagen in Deutschland.
Die wichtigsten Ergebnisse der Umfrage im Überblick:
  • Zwei Drittel der Unternehmen nehmen einen zunehmenden Konkurrenzdruck durch chinesische Wettbewerber wahr. Mehr als ein Drittel bewertet diesen als stark oder sehr stark.
  • Besonders ausgeprägt ist der Wettbewerbsdruck in der Industrie und bei Unternehmen mit Investitionen oder eigenen Standorten in China. Aber auch Betriebe ohne direkte Geschäftsbeziehungen zu China sind betroffen.
  • Der steigende Konkurrenzdruck wird auf allen Märkten wahrgenommen: Vor Ort auf dem chinesischen Markt, auf Drittmärkten, aber auch im EU-Binnenmarkt und im Inland.
  • Aus den Freitext-Antworten der Unternehmen wird deutlich, dass chinesische Unternehmen dabei längst nicht mehr allein über den Preis, sondern zunehmend auch über Technologie, Qualität und Innovation konkurrieren. Gleichzeitig beklagen viele deutsche Unternehmen auch Wettbewerbsverzerrungen auf chinesischer Seite und Standortnachteile wie hohe Kosten und überbordende Bürokratie hierzulande.
  • Die Unternehmen reagieren vor allem mit Produktinnovationen: Drei von fünf Betrieben setzen auf neue oder verbesserte Produkte. 50 Prozent wollen ihre Kosten senken, 39 Prozent suchen neue Absatzmärkte und etwa ein Drittel kooperiert mit chinesischen Partnern. Ein Rückzug aus umkämpften Geschäftsfeldern kommt für 88 Prozent nicht infrage.
  • Von der Politik erwarten die Unternehmen insbesondere ein geschlossenes europäisches Vorgehen gegenüber China. 67 Prozent fordern ein geeintes Auftreten der EU, 60 Prozent eine Verringerung strategischer Abhängigkeiten. Zugleich spricht sich ein Teil der Unternehmen weiterhin für den Abbau gegenseitiger Handels- und Investitionshürden sowie für erleichterte Innovationspartnerschaften aus.
  • 55 Prozent würden stärkere handelspolitische Maßnahmen gegenüber China befürworten – auch dann, wenn das eigene Unternehmen von negativen Folgen betroffen sein könnte.
Vorhandene Instrumente konsequenter einsetzen:
Aus DIHK-Sicht sollte Europa deshalb seinen vorhandenen handelspolitischen Instrumentenkasten zielgerichtet nutzen. WTO-konforme Handelsschutz- und Anti-Dumping-Maßnahmen müssen dort, wo Wettbewerbsverzerrungen nachweisbar sind, wirksam und zügig greifen.
Fazit: Trotz wachsendem China-Druck - Rückzug ist für deutsche Unternehmen keine Option
Die vollständigen Ergebnisse finden Sie im Artikel auf der DIHK-Homepage. oder per Download unter diesem Link (Pdf)