Wirtschaft formuliert Erwartungen an die neue Landkreisführung Spree-Neiße
Am 8. März 2026 findet die Landratswahl in Spree-Neiße statt, zu der die Kandidaten Martin Heusler (CDU), Heiko Jahn (SPD), Christine Beyer (AfD) und Robert Hanschke (DIE PARTEI) antreten.
André Fritsche, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Cottbus ruft zur Wahl auf: „Eine starke Verwaltungsspitze stellt die Weichen für wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen und eine zukunftsorientierte Entwicklung im Landkreis. Bürger und Unternehmer sollten ihr Wahlrecht unbedingt nutzen und am Sonntag zur Wahl gehen!“
Daniela Kerzel, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Cottbus/Spree-Neiße und Geschäftsführerin der CMT Cottbus Congress, Messe & Touristik GmbH, macht deutlich, dass die Wahl von großer Bedeutung für die regionale Wirtschaft ist und formuliert Erwartungen: „Der Landkreis Spree Neiße steht vor tiefgreifenden strukturellen Veränderungen, die nur mit einer klaren strategischen Ausrichtung erfolgreich gestaltet werden können. Im Mittelpunkt steht dabei der Anspruch, die Region dauerhaft zu stärken, Zukunftschancen zu sichern und den wirtschaftlichen Wandel aktiv zu gestalten. Dafür braucht es entschlossene Schritte der neuen Landkreisführung in mehreren zentralen Handlungsfeldern.“
1. Nachhaltige Nachwuchsgewinnung und starke berufliche Bildung
Um junge Menschen für die Region zu begeistern und langfristig zu binden, braucht es klare Entwicklungsperspektiven: moderne Ausbildungsangebote, duale Studiengänge, Weiterbildungsoptionen und zukunftsorientierte Arbeitsplätze. Der Ausbau moderner Ausbildungskapazitäten, die enge Verzahnung von Schule, Wirtschaft und Berufspraxis sowie attraktive Rahmenbedingungen für Auszubildende sind entscheidend, um den Nachwuchs für regionale Unternehmen zu qualifizieren. Gleichzeitig muss der Landkreis als lebenswerter Raum mit guter Infrastruktur und vielfältigen Zukunftschancen wahrgenommen werden.
2. Stärkung der regionalen Wirtschaft
Eine starke regionale Wirtschaft ist das Herzstück eines stabilen und attraktiven Landkreises. Dazu gehören faire Wettbewerbsbedingungen, schnelle Genehmigungsverfahren, verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen und eine aktive Unterstützung bestehender Unternehmen ebenso wie die Förderung von Innovationen und Neugründungen. Der Landkreis Spree‑Neiße setzt hierfür bereits gezielt Maßnahmen um, etwa durch die Unterstützung innovativer Unternehmensprojekte im Rahmen des Programms „Unternehmen Revier“, durch den Ausbau des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandortes gemeinsam mit der BTU Cottbus‑Senftenberg sowie durch strukturprägende Projekte im Rahmen des Lausitzer Strukturwandels, etwa im Gesundheits- und Technologiebereich. Diese Aktivitäten zeigen, dass der Landkreis die wirtschaftliche Transformation aktiv vorantreibt und konkrete Mehrwerte für Unternehmen schafft.
3. Regionale Auftragsvergaben
Die Vergabe öffentlicher Aufträge an Unternehmen aus der Region sorgt für Wertschöpfung vor Ort, stärkt und erhöht die wirtschaftliche Stabilität. Durch transparente, rechtssichere und mittelstandsfreundliche Vergabeverfahren können Kommunen gezielt Impulse in der regionalen Wirtschaft setzen und Expertise vor Ort nutzen.
4. Verwaltung mit Netzwerkcharakter
Eine moderne Verwaltung muss stärker als vernetzter Partner agieren – offen, kooperativ und lösungsorientiert. Statt isolierter Zuständigkeiten braucht es eine Verwaltung, die aktiv den Austausch mit Wirtschaft, Bildung, Zivilgesellschaft und Politik sucht und gemeinsame Lösungen vorantreibt. Ein solcher Netzwerkansatz fördert Transparenz, Vertrauen und Effizienz.
5. Digital und serviceorientiert
Digitale Verwaltungsprozesse sind kein Zukunftsprojekt mehr, sondern eine zentrale Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit und Bürgerfreundlichkeit. Ein digitaler, barrierefreier und serviceorientierter Zugang zu Verwaltungsleistungen erhöht die Effizienz, entlastet Unternehmen wie Bürger und beschleunigt Entscheidungsprozesse. Gleichzeitig entstehen neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit und Beteiligung. Die Umsetzung der Digitalisierungsstrategie sollte zügig, verbindlich und transparent vorangetrieben werden – mit klaren Meilensteinen, leistungsfähigen digitalen Angeboten und verlässlichen Ansprechpartnern für Unternehmen.
Video-Talk bei etwaiger Stichwahl
Sollte es zu einer Stichwahl kommen (Termin ist für den 22. März 2026 festgesetzt), werden die Wirtschaftskammern im Vorfeld einen tiefergehenden Video-Talk zu den wirtschaftspolitischen Positionen der Kandidaten aufzeichnen und auf ihrem YouTube-Kanal ausstrahlen. Die Bereitschaft haben die Kandidaten bereits bekundet.