Aktuell sind wieder massenhaft Phishing-Mails im Umlauf, die vorgeblich im Namen der Industrie- und Handelskammer (IHK) oder des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) versendet werden. Mehr dazu hier.
Nr. 6179534
Konjunkturumfrage Südbrandenburg
IHK-Konjunkturumfrage Südbrandenburg
Regelmäßig werden Betriebe aus den Branchen Industrie, Bau, Handel und Dienstleistungen zu ihrer Geschäftslage und ihren Erwartungen befragt. Wir geben einen Überblick zu den Ergebnissen im Frühsommer 2026.
Erwartungen so schlecht wie seit Krisenbeginn 2022
Die Lage der Unternehmen in Südbrandenburg hat sich weiter verschlechtert, so die aktuelle Konjunkturanalyse der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus. Anlässlich positiver Nachrichten zu TOP-Rankings unserer Region in Sachen Wirtschaftsdynamik wirkt das konträr. Einerseits Aufbruchstimmung durch den Strukturwandel, andererseits krisengerüttelte Unternehmen, denen die Wirtschaftslage und schwierigen Rahmenbedingungen immer mehr an die Substanz gehen, besonders den kleinen und mittleren Unternehmen.
„Mutige Reformen, die schnell spürbare Entlastungen bringen, sind seit Monaten das Gebot der Stunde – lassen aber viel zu lange auf sich warten. Das Wichtigste für alle Unternehmen sind Verlässlichkeit und Planbarkeit. Es geht um Arbeitsplätze, Investitionen und die wirtschaftliche Zukunft des Wirtschaftsstandortes Deutschland“, sagt André Fritsche, Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus.
Der Geschäftslage-Saldo ist im Vergleich zum Frühsommer 2025 drastisch von 23 auf nur noch 4 Prozentpunkte gefallen. „Branchenübergreifend ist die Stimmung schlecht“, sagt André Fritsche. Hohe Energie- und Rohstoffpreise, steigende Arbeitskosten, schwache Nachfrage und Kaufzurückhaltung belasten die Geschäftsentwicklung zunehmend – in vielen Betrieben führt dies inzwischen zu spürbarem Stillstand.
Geschäftserwartungen
Pessimistischer Blick in die Zukunft
Die Aussichten haben sich durch anhaltende innen- und außenpolitische Unsicherheiten weiter eingetrübt. Der Erwartungssaldo ist von -24 auf -30 Prozentpunkte gesunken und liegt damit auf dem Niveau zu Beginn des Ukraine-Krieges im Jahr 2022. 40 Prozent der befragten Unternehmen rechnen mit einer weiteren Verschlechterung ihrer Geschäftslage, lediglich 10 Prozent erwarten eine Verbesserung. Die Hälfte geht von einer unveränderten Entwicklung aus.
Investitionsbremse und wachsende Finanzprobleme
Die schwierigen Rahmenbedingungen schlagen sich deutlich im Investitionsverhalten der Unternehmen nieder: Mehr als die Hälfte plant, Investitionen zurückzustellen oder vollständig auszusetzen. Die Industrie zeigt sich hingegen noch robust: 65 Prozent der Betriebe planen gleichbleibende oder steigende Investitionen, rund jedes zweite Unternehmen investiert in den Ausbau von Kapazitäten. Im Handel hingegen planen 69 Prozent keinerlei Investitionen.
Gleichzeitig spitzt sich die Finanzlage zu: 57 Prozent der Betriebe bewerten ihre wirtschaftliche Situation inzwischen als problematisch. Rund ein Drittel meldet sinkendes Eigenkapital, knapp ein Viertel berichtet von wachsenden Liquiditätsengpässen.
Am Arbeitsmarkt zeigt sich die Beschäftigung noch stabil, branchenübergreifend nimmt die Einstellungsbereitschaft ab. Mit 24 Prozent planen inzwischen mehr Unternehmen Stellen abzubauen als neue zu schaffen (13 Prozent). Damit zeichnet sich eine Trendwende ab.
Das Risikoradar führen die Energie- und Rohstoffpreise (74 %) wieder an, gefolgt von den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (64 %), Arbeitskosten (60 %), Inlandsabsatz (49 %), Fachkräftemangel (42 %), Finanzierung (17 %), Auslandsabsatz (10 %) und Auswirkungen des Klimawandels (5 %).