Ausbildungsprüfung Hauswirtschafter
Informationen zum betrieblichen Auftrages Hauswirtschafter (VO 2020)
Gemäß Paragraf 13 der Ausbildungsordnung ist im Fach „Hauswirtschaftliche Produkte und Dienstleistungen erstellen und vermarkten“ ein betrieblicher Auftrag durchzuführen und zu dokumentieren. Dieser geht mit 30 Prozent in die Gesamtbewertung der Abschlussprüfung ein.
Auszug aus der Ausbildungsordnung
Der Prüfungsteilnehmer soll nachweisen, dass er in der Lage ist,
- Hauswirtschaftliche Bedarfe personen-, zielgruppen- und situationsorientiert zu ermitteln,
- Hauswirtschaftliche Angebote zu erarbeiten,
- Geplante Maßnahmen abzustimmen,
- Arbeitsprozesse zu strukturieren und Arbeitsmittel auszuwählen,
- Kosten zu ermitteln sowie Produkte und Dienstleistungen zu kalkulieren,
- Produkte herzustellen und Dienstleistungen zu erbringen,
- Kunden und Kundinnen über hauswirtschaftliche Leistungsangebote zu informieren sowie Produkte und Dienstleistungen zu vermarkten,
- Kommunikationsprozesse personen-, zielgruppen- und situationsorientiert zu gestalten,
- Maßnahmen zur Hygiene- und Qualitätssicherung, zur Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit sowie zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit umzusetzen,
- Arbeitsabläufe und Ergebnisse zu bewerten, zu dokumentieren und zu präsentieren
- Die wesentlichen fachlichen Zusammenhänge aufzuzeigen und die Vorgehensweise zu begründen.
Der betriebliche Auftrag muss sich auf den für die Ausbildung gewählten Schwerpunkt beziehen. Es soll ein berufstypischer Auftrag sein, der im realen Auftragsgeschehen vorkommt. Der betriebliche Auftrag kann ein eigenständiger, in sich abgeschlossener Auftrag oder ein Teilauftrag sein.
Die Prüfungszeit für den betrieblichen Auftrag beträgt 24 Stunden. Hier fließt die Planung, die Durchführung, sowie die Dokumentation mit praxisbezogenen Unterlagen und die Vorbereitung für die Präsentation mit ein. Die Präsentation dauert höchstens zehn Minuten. Die Prüfungszeit für das auftragsbezogene Fachgespräch beträgt höchstens 20 Minuten.
Allgemeines zum Ablauf
Vor der Durchführung des betrieblichen Auftrags ist dem Prüfungsausschuss die Aufgabenstellung und ein Zeitplan für die Durchführung zur Genehmigung vorzulegen.
Nach der Genehmigung kann der Prüfungsteilnehmer seinen betrieblichen Auftrag planen. Die Planung, der Verlauf und die Ergebnisse sind mit praxisbezogenen Unterlagen zu dokumentieren. Die genauen formalen Vorgaben finden Sie weiter unten. Bitte unbedingt beachten!
Nach der Durchführung müssen die Ergebnisse präsentiert werden und auf Grundlage dessen wird ein auftragsbezogenes Fachgespräch geführt.
Genehmigungsantrag über das Online-System “Azubi - Infocenter”
- Der Genehmigungsantrag muss bis zum Anmeldeschluss (Sommer 1. Februar/Winter 1. September) über das Azubi-Infocenter eingereicht werden. Die Zugangsdaten für das System erhalten die Prüfungsteilnehmer mit der Aufforderung zur Anmeldung.
- Die Prüfungsteilnehmenden loggen sich im Azubi-Infocenter ein.
- Nach dem Öffnen des Portals erscheint die Kachel „Dokument abgeben“.
- Es müssen alle Felder ausgefüllt sein. Oberhalb befinden sich die Informationen zur Ausbildung. Hier müssen E-Mailadressen des Prüfungsteilnehmenden sowie des Ausbildenden angegeben werden. Unterhalb erfolgt der Upload des Dokuments. Die Uploads müssen PDF-Dokumente sein.
Folgendes ist zu beachten: Einzeldokument max. 18 MB, Datenmenge aller Dokumente maximal 50 MB. - Es muss die Bestätigung der Belehrung erfolgen.
- Zum Schluss wird die Dokumentation eingereicht. Es besteht die Möglichkeit, diesen nach Abgabe innerhalb der Frist nachzubessern. Der letzte Upload wird gewertet.
- Der eingereichte Antrag kann vom Prüfungsausschuss genehmigt, mit Auflagen genehmigt oder abgelehnt werden. Dies erfahren Sie per E-Mail etwa drei bis vier Wochen nach Einreichung des Antrages. Bei Ablehnung muss eine neue Aufgabe eingereicht werden.
- Die allgemeine Checkliste (im Anhang) zeigt beispielhaft, welche Inhalte bei der Genehmigung und der Durchführung des betrieblichen Auftrags Beachtung finden sollten.
- Der Betriebliche Auftrag muss spätestens am ersten Tag der schriftlichen Abschlussprüfung über das Azubi-Infocenter eingereicht werden.
- Formale Vorgaben für die Erstellung des Betrieblichen Auftrags
Formale Vorgaben
Äußere Form:
- Papierformat: DIN A4
- prozess- und produktbezogene Unterlagen, die nicht dem vorgeschriebenen Papierformat entsprechen, sind auf DIN-A4 darzustellen oder zu kleben
Formatierung nur für den sogenannten Auftragsbericht:
- Schriftart: Arial, Standard
- Ränder: oben und unten 1,5 cm, rechts und links 2,5 cm
- Schriftgröße: 11 pt
- Zeilenabstand:1,5 Zeilen
- Beschriftung der Fußzeile: Name Prüfungsteilnehmer und Prüflingsnummer und
Seitenzahl
- Anzahl der Seiten: vier bis sechs Seiten (ohne Deckblatt, Literatur -, Quellen – und Abkürzungsverzeichnis)
- einseitig beschrieben
- Formulierung in ganzen Sätzen
Reihenfolge der Unterlagen in der Dokumentationsmappe:
- Deckblatt mit folgenden Angaben
- Bezeichnung/Name des betrieblichen Auftrags
- Nennung des gewählten Schwerpunktes
- Name des Prüfungsteilnehmers beziehungsweise der Prüfungsteilnehmerin
- Name und Adresse der Ausbildungsstätte und des Ausbilders
- Name und Telefonnummer der/des Auftragsverantwortlichen in der Ausbildungsstätte
- Datum der Genehmigung und Daten der Durchführung des betrieblichen Auftrags
- Inhaltsverzeichnis/Gliederung mit Angabe der Seitenzahlen
Gliederungsempfehlung für die Dokumentation
- Aufgabenstellung / Arbeitsauftrag
- Zielsetzung
- Planung
- Durchführung
- Nachbereitung
- Erklärung über die eigenständige Durchführung des betrieblichen Auftrags
Der/Die Ausbilder/in und der/die Prüfungsteilnehmer/in bestätigen mit ihrer Unterschrift, dass der/ die Prüfungsteilnehmer/in den betrieblichen Auftrag selbstständig durchgeführt hat.
- Dokumentation des betrieblichen Auftrags
Die Dokumentation besteht aus einem Auftragsbericht sowie allen prozess- und produktbezogenen Unterlagen, die als Anlagen beizufügen sind. In dem Auftragsbericht sollen die Arbeitsschritte in ihrer zeitlichen Abfolge mit den erzielten Ergebnissen dargestellt werden. Ferner sind in dem Text die Querverweise auf die prozess- und produktbezogenen Unterlagen anzugeben. Abweichungen gegenüber dem vom Prüfungsausschuss genehmigten Antrag sind in der Dokumentation zwingend zu begründen. Der Auftragsbericht soll vier bis sechs Seiten nicht überschreiten.
Die prozess- und produktbezogenen Unterlagen sind auf das Notwendigste zu beschränken, jedoch so zu fertigen, dass die Bearbeitung nachvollzogen werden kann. Sie bestehen unter anderem aus allen benutzten Kalkulations-, Planungs- und Rezeptunterlagen, allen zur Erfüllung des Auftrags zu erstellenden Unterlagen (zum Beispiel Pläne, Anschreiben und Rechnungen) sowie den notwendigen Berechnungsunterlagen.
Das Einreichen der genutzten und auftragsbezogenen Unterlagen ist für die fachliche Beurteilung unerlässlich, die Einhaltung der Vorschriften des Datenschutzes ist von der zuständigen Stelle gewährleistet. Personenbezogene Angaben wie Namen und Anschrift von Kunden können durch geeignete Maßnahmen wie „schwärzen“ unkenntlich gemacht werden.
- Literaturhinweise, Quellenverzeichnis, Abkürzungsverzeichnis
Zitate und die Übernahme von Texten aus anderen Quellen müssen als solche im Text erkennbar sein. Quellen sind in einem Quellenverzeichnis anzugeben. Abkürzungen und/oder betriebsspezifische Bezeichnungen sind in einem Abkürzungsverzeichnis zu erläutern.
Weitere Information
Der Prüfungsteilnehmer soll zeigen, dass er selbstständig
- Planen,
- Durchführen,
- Kontrollieren kann.
Ein betrieblicher Auftrag ist
- ein berufstypischer Auftrag,
- im Betrieb durchzuführen,
- und zu dokumentieren.
Der betriebliche Auftrag soll,
- den für die Ausbildung gewählten Schwerpunkt berücksichtigen,
- über genügend Arbeits- und Problemumfang verfügen,
- organisatorische Freiheitsgrade bieten,
- komplexe Arbeitsabläufe beinhalten,
- unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten zulassen.
Ein Auftragsbezogenes Fachgespräch bezieht sich auf den durchgeführten betrieblichen Auftrag und unterstützt dessen Bewertung. Das Fachgespräch erfolgt in Form einer Erörterung.
Dabei können folgende Punkte Beachtung finden:
- Vorgehensweise
- Probleme
- Lösungen
- Zusammenhängende Sachverhalte
Beispiele für einen betrieblichen Auftrag finden Sie auf der Internetseite des Bundesinstitut für Berufsbildung über die Berufesuche und im Beruf der Hauswirtschafter/in unter der Rubrik “Zusatzmaterialien”.