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Nr. 6959448
Kritik am Regionalplan

„Wachstum gestalten, nicht verhindern”

Ein Kommentar von Dr. Daniel Theobald, Geschäftsbereichsleiter Unternehmen und Standort der IHK Darmstadt, zum Entwurf des Regionalplans:
"Erinnern Sie sich noch an den Zungenbrecher ‘Eyjafjallajökull’? So heißt ein Vulkan in Island, der im April 2010 ausbrach, wochenlang Asche spuckte und den europäischen Flugverkehr lahmlegte. Lange her? Ja. Und genauso lange ist es her, dass der aktuelle Regionalplan für Südhessen in Kraft getreten ist. Darmstadt zählte damals 144.000 Einwohner – heute fast 170.000 – und die Energiewende steckte noch in den Kinderschuhen. Die längst überfällige Neuauflage ist derzeit in Bearbeitung. Das Regierungspräsidium (RP) erstellt hierfür einen Plan, der festlegt, wie Flächen genutzt werden dürfen. Wo ist Platz für Wohnungen, wo können Gewerbegebiete ausgewiesen werden? Aber auch: Wo schieben Regionalversammlung und RP einen Riegel vor?
Beim Blick auf den aktuellen Entwurf sind zwei große Unwuchten zu erkennen. Zum einen sieht er vor, lediglich 5.500 Hektar neu in Anspruch nehmen zu dürfen. Diese starre, politisch motivierte Obergrenze für Südhessen hindert unseren Wirtschaftsstandort, flexibel auf wirtschaftliche Entwicklungen reagieren zu können. Denn ist die Fläche erst einmal ausgeschöpft, können neue Projekte nur durch den Verzicht anderer Kommunen realisiert werden. Ein Unterfangen, das an der Praxis scheitern dürfte. Kurzfristig verfügbare Flächen, damit Unternehmen in Innovation und Fortschritt investieren können, bleiben da auf der Strecke. Dies schwächt die Wettbewerbsfähigkeit der Region und kann Standortentscheidungen negativ beeinflussen.
Kurzfristig verfügbare Flächen, damit Unternehmen in Innovation und Fortschritt investieren können, bleiben auf der Strecke.“
Zweitens werden übermäßig viele Flächen als Klimavorranggebiete ausgewiesen. Unstrittig ist: Klimaschutz verdient ausreichend Beachtung und Umsetzung. Aber in diesem Umfang kommt es faktisch einem Entwicklungsverbot für zahlreiche Kommunen gleich. Nicht nur für Gewerbeflächen, sondern generell. Dies gefährdet Investitionen und schadet der Wirtschaft in Südhessen. Wir fordern, diese Vorranggebiete in Klimavorbehaltsgebiete umzuwidmen. So können Kommunen in Zukunft weiterwachsen und trotzdem dem Klima Rechnung tragen. Mit Gewerbeflächen, deren Gebäude PV-Anlagen auf dem Dach installiert haben und so zur Energiewende beitragen, die über biodiverse Grünflächen verfügen und deren Hallen und Häuser sich so ausrichten, dass Frisch- und Kaltluftschneisen berücksichtigt werden."
Dieser Artikel ist erstmals erschienen im IHK-Magazin “Wirtschaftsdialoge”, Ausgabe 1/2026. Sie möchten das gesamte Heft lesen?
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Matthias Voigt
Bereich: Kommunikation und Marketing
Themen: IHK-Magazin, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit