IHK Darmstadt
Lagebericht zum Jahresabschluss zum 31.12.2025
A. Geschäfts- und Rahmenbedingungen
I. Organisation und Aufgaben
Gemäß § 1 Abs. 1 IHKG hat die IHK Darmstadt Rhein Main Neckar (IHK Darmstadt) die Auf-gabe, das Gesamtinteresse der ihr zugehörigen Gewerbetreibenden wahrzunehmen, für die Förderung der gewerblichen Wirtschaft zu wirken und dabei die wirtschaftlichen Interessen einzelner Gewerbezweige oder Betriebe abwägend und ausgleichend zu berücksichtigen. Die IHK Darmstadt ist damit die Organisation der südhessischen Unternehmen.
Dem Gesetzgeber ist es an einer Institution der Wirtschaft gelegen, die deren Bedürfnissen Rechnung trägt und dabei unabhängig vom Einfluss oder speziellen Interessen einzelner Wirtschaftszweige, Branchen oder Unternehmen ist. Eine IHK muss demnach das Interesse aller ihr zugehörigen Unternehmen im Blick behalten und vor diesem Hintergrund die Wirt-schaft ihrer Region insgesamt fördern. Dort, wo wirtschaftliche Tätigkeit im Interesse der All-gemeinheit staatlich geregelt werden muss, kann die IHK als eigene Einrichtung der Wirt-schaft Aufgaben übernehmen und so den staatlichen Einfluss auf Unternehmen möglichst geringhalten
Dem Gesetzgeber ist es an einer Institution der Wirtschaft gelegen, die deren Bedürfnissen Rechnung trägt und dabei unabhängig vom Einfluss oder speziellen Interessen einzelner Wirtschaftszweige, Branchen oder Unternehmen ist. Eine IHK muss demnach das Interesse aller ihr zugehörigen Unternehmen im Blick behalten und vor diesem Hintergrund die Wirt-schaft ihrer Region insgesamt fördern. Dort, wo wirtschaftliche Tätigkeit im Interesse der All-gemeinheit staatlich geregelt werden muss, kann die IHK als eigene Einrichtung der Wirt-schaft Aufgaben übernehmen und so den staatlichen Einfluss auf Unternehmen möglichst geringhalten
Was heißt das für die IHK Darmstadt?
Die IHK Darmstadt fördert den Wirtschaftsstandort Südhessen und setzt sich für gute Bedingungen für die südhessischen Unternehmen ein. Die Interessen der südhessischen Wirtschaft vertritt sie mit breitgefächertem Sachverstand und ist in allen Wirtschaftsfragen kompetenter Gesprächspartner für Staat, Kommunen und Verwaltung sowie andere Interessengruppen. Sie äußert sich zu Gesetzes- oder Verwaltungsvorhaben, die die Wirtschaft berühren, ist Gutachterin oder Beraterin in Fachausschüssen oder Partnerin bei vielen unterschiedlichen Initiativen in der Region. Dort, wo staatliche Regelung unvermeidbar ist, übernimmt sie hoheitliche Aufgaben, gestaltet diese unbürokratisch und erfüllt sie effizient. Die südhessischen Unternehmen unterstützt sie mit einer Fülle an Dienstleistungen. Die IHK Darmstadt erhält trotz der gesetzlichen Regelung ihrer Aufgaben und Struktur grundsätzlich keine staatlichen Zuschüsse, sondern finanziert sich aus Beiträgen und Gebühren, über die die südhessischen Unternehmerinnen und Unternehmer in der Vollversammlung entscheiden, sowie durch Entgelte für einige Service- und Dienstleistungen. Auf diese Weise bleibt die IHK Darmstadt als freie Organisation der südhessischen Unternehmerinnen und Unternehmer auch finanziell unabhängig von staatlicher Einflussnahme oder dem Wohlwollen einzelner finanzstarker Unternehmen und deren spezifischer Interessen
II. Wirtschaftsentwicklung in Südhessen 2025
Nach zwei Jahren Rezession sendete das Wirtschaftswachstum in Deutschland im 4. Quartal 2025 ein Lebenszeichen. Am Ende lag das reale Bruttoinlandsprodukt 2025 gerade mal 0,2 Prozent höher als im Vorjahr. Der tiefgreifende ökonomische und technologische Strukturwandel schreitet unvermindert fort und im internationalen Geschäft herrscht Gegenwind.
Von diesen schwierigen Bedingungen konnte sich die südhessische Konjunktur nicht abkoppeln. Abermals zeigte sich in den Wirtschaftsbereichen des Kammerbezirks eine gespaltene Entwicklung. Im Dienstleistungssektor und im Handel gab es neben Licht viel Schatten, während das produzierende Gewerbe deutliche Einbußen verzeichnete. Vor allem die auslandsaktive Industrie litt unter dem verschlechterten transatlantischen Verhältnis. Die Zollpolitik der USA sowie die Unsicherheit über künftige Rahmenbedingungen machten unternehmerische Planung schwer. Vom angekündigten Herbst der Reformen zeigten sich die Unternehmen enttäuscht. Auch den Beschäftigungshöchststand aus 2024 hat Südhessen im Verlauf des Jahres deutlich hinter sich gelassen.
Für 2026 bestehen nennenswerte Risiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Der anhaltende Ukrainekrieg, die neuesten Angriffe in den Golfstaaten, zunehmender Protektionismus auf internationalen Märkten und ungelöste Fragen einer alternden Gesellschaft sind Unwägbarkeiten, die die Entwicklung Südhessens beeinträchtigen könnten. Mitentscheidend wird sein, dass ein möglichst großer Teil des Sondervermögens bestimmungsgemäß für Infrastruktur ausgegeben wird, auch und gerade in Südhessen
III. Schwerpunkte der IHK-Arbeit
Regionalpolitisch dominierte die Sperrung der Zeller Brücke an der B45 bei Bad König die Arbeit, kappte sie doch die die lebenswichtige Verkehrsader durch den Odenwald. Die gute Nachricht ist, dass alle relevanten Akteure an einer Problemlösung gearbeitet haben. Vier Monate nach Sperrung wurde die Brücke gesprengt, vor Weihnachten 2025 war der Auftrag für den Ersatzneubau erteilt und die Hoffnung ist, dass der Verkehr ab 2027 wieder reibungsfrei fließt. Das sogenannte „Odenwaldtempo“ kann die Blaupause für Infrastruktursanierung in Hessen und Deutschland sein.
Bürokratieabbau war 2025 in aller Munde. Der nüchterne Befund: Es sind meist nicht die Gesetze, die problematisch sind. Es ist das Verwaltungshandeln, das lähmt, zum Beispiel weil Fristen schnelle Lösungen für Unternehmen ausbremsen.
Beim Fokusthema Kreislaufwirtschaft und Rohstoffe haben wir 2025 IHK-übergreifend die Roadshow Regionale Rohstoffversorgung in der Metropolregion Rhein-Neckar bei der Reederei Krieger in Neckarsteinach gestartet. Ziel ist es zu zeigen, wie wichtig regionale Rohstoffe in und für unsere Wirtschaftsregion sind und welche Optionen das Recycling von Material und Flächen bietet. Weitere Termine folgen 2026. Durch die Schirmherrschaft des Hessischen Wirtschaftsministers Kaweh Mansoori bekamen die „Circularity Scouts“ hessenweite Beachtung: Auszubildende aus verschiedenen Betrieben hatten hier die Möglichkeit, Beispiele für Nachhaltigkeit und Recycling im Betrieb zu erfahren.
Wirtschaft und Gesamtverteidigung war 2025 ein neues Thema. Hier gilt es, die sicherheitspolitische Lage zu monitoren und flexibel auf Anforderungen der Streitkräfte reagieren zu können. Dies stärkt auch die Resilienz der Wirtschaftsregion, weil alle Maßnahmen auch den Katastrophenschutz in Südhessen stärken.
Die Aktion „Heimat shoppen“ ging auch 2025 in die Verlängerung. An der Aktion nahmen von Anfang September bis Ende Oktober rund 700 Einzelhändler*innen und Gastronom*innen aus 26 Kommunen allein im IHK-Bezirk Darmstadt teil. Die Kampagne, die sich direkt an Verbraucher*innen richtet, erreichte über ein starkes Social-Media-Engagement rund 34.000 Menschen. Ferner unterstützte die IHK Darmstadt die Gewerbevereine und ihre Mitglieder mit Werbemitteln (Papiertüten, Bierdeckel, Plakate, Aufkleber). Erstmals tourte zudem ein auffällig gestalteter ID.Buzz – ein Elektro-Van – im „heimat shoppen”-Look durch Hessen, um die Bürgerinnen und Bürger für den stationären Handel zu begeistern. Presserundgänge sorgten für eine breite Berichterstattung in der Tagespresse. „heimat shoppen“ ist eine kammerübergreifende Aktion, an der sich Industrie- und Handelskammern aus ganz Deutschland beteiligen.
Der Außenhandel in Südhessen tritt auch 2025 auf der Stelle. Die Nachfrage auf dem Weltmarkt ist insgesamt schwach und die Unsicherheiten wegen der aktuellen geopolitischen Lage groß. Insbesondere die US-Zollpolitik wirkt sich negativ auf die wirtschaftlichen Beziehungen zu den USA aus, unserem wichtigsten Handelspartner. Hinzu kommt, dass durch die überbordende Bürokratie für das eigentliche Geschäft zu wenig Zeit bleibt. Diese Entwicklungen spiegeln sich auch in den Zahlen der durch die IHK Darmstadt ausgestellten Exportdokumente wider.
Die IHK Darmstadt stellte im Jahr 2025 exakt 26.933 Außenhandelsdokumente aus und damit etwas weniger als im Vorjahr (2024: 28.248; minus 4,66 Prozent). Die Auswirkungen der Krisen lassen sich auch an den Carnet A.T.A. ablesen, mit denen Waren ohne größere Zollformalitäten zeitweilig ausgeführt werden können. Dieses Dokument benötigen Unternehmen, wenn sie ihre Waren auf Messen ausstellen oder Servicetechniker ihre Ausrüstungen ins Ausland mitnehmen wollen. 2025 wurden 352 Carnet ausgestellt und damit zwölf weniger als im Vorjahr (2024: 364 Carnet; minus 3,3 Prozent).
Zum 31.12.2025 waren 2.557 Ausbildungsverträge für das Ausbildungsjahr 2025 eingegangen. Dies entspricht einem Rückgang von 49 Verträgen (-1,9 %) zum Vorjahr. Damit liegt die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge nur knapp über dem Ergebnis von 2021 (2.547). Es ist derzeit nicht absehbar, dass die Zahl der jährlich geschlossenen Ausbildungsverträge wieder auf den Stand in den Jahren vor der Coronapandemie zurückfindet.
Mit 1.035 Betriebsbesuchen (+13 %) und zahlreichen Fortbildungsangeboten für das betriebliche Ausbildungspersonal leistet die IHK Darmstadt einen Beitrag dazu, dass Betriebe und Ausbildungsinteressierte zusammenfinden. Auch die bundesweite Azubi-Kampagne #könnenlernen wurde im Jahr 2025 weiter umgesetzt, um Aufmerksamkeit für die duale Ausbildung zu schaffen.
Weniger Azubis bei sich gleichzeitig ankündigendem Fachkräftemangel – diese Situation führt dazu, dass wir uns auch in der beruflichen Orientierung besonders engagieren. In 87 Schuleinsätzen (+7,4 %) haben wir für die duale Ausbildung geworben. In vier Azubi-Speeddatings haben wir 110 Ausbildungsunternehmen und 355 Ausbildungsinteressierte zusammengebracht, um Ausbildungsverträge anzubahnen. Weiterhin hat der Bereich 491 (+29,2 %) Lehrkräfte geschult. Mit Online-Berufsorientierungsformaten konnten 825 Schüler und 141 Eltern erreicht werden. Ferner haben wir durch unsere Expertise Anteil daran, dass im Kammerbezirk inzwischen sieben Mint-Zentren existieren und zwei neue Mint-Zentren geplant sind. Und schließlich haben wir Betriebe dabei unterstützt, ausländische Fachkräfte für Ausbildung und Arbeit zu gewinnen. Maßnahmen, die wir dafür umgesetzt haben, waren neben individueller Beratung verschiedene Veranstaltungsformate und Veröffentlichungen.
Seit 2025 haben die IHKs mit der “Validierung beruflicher Kompetenzen” eine neue hoheitliche Aufgabe. Diese haben wir schnell umgesetzt und als erste IHK in Hessen vier Validierungsverfahren erfolgreich abgeschlossen.
Außerdem haben wir in 2025 eine öffentlich geförderte Stelle eingerichtet, die Betriebe gezielt bei Fragen rund um die Beschäftigung von behinderten Menschen unterstützt. Die Finanzierung ist zunächst bis Ende 2026 gesichert - mit der Möglichkeit auf Verlängerung.
Wie im Jahr zuvor wurden vom Team Prüfungen über 2.100 Weiterbildungsprüfungen abgenommen. Darunter waren knapp 600 Teilnehmer, die eine Ausbildereignungsprüfung abgelegt haben. Die Zahl der Ausbildungsprüfungen war mit rund 5.563 im Vergleich zum Vorjahr etwas höher, was auf die stärkeren Ausbildungsjahrgänge nach der Coronapandemie zurückzuführen ist.
Die Digitalisierung im Prüfungswesen haben wir im Jahr 2025 weiter vorangetrieben. Die schriftliche Ausbildereignungsprüfung wird seit einem Jahr ausschließlich digital durchgeführt. Zu Weiterbildungsprüfungen melden sich die Teilnehmenden seit dem letzten Jahr zudem online an. In der Ausbildung hat sich die digitale Zwischenprüfung etabliert: Aktuell werden in 13 Ausbildungsberufen digitale Zwischenprüfungen angeboten.
Der Anteil der digitalen Prüfungsanmeldungen zur Sommerprüfung 2026 liegt bei 71,56 Prozent. Das heißt, 1.160 von 1.621 Auszubildenden und deren Ausbildungsbetriebe nutzen unsere digitalen Services. Seit 2025 können Ausbildungsverträge digital erstellt, unterschrieben und eingetragen werden. Ein Ausdruck des Vertrages ist nicht mehr erforderlich. Die meisten Betriebe und Auszubildenden nutzen mittlerweile die Möglichkeit, Ausbildungsverträge online einzureichen. Mehr als die Hälfte (53 % =1.649 Verträge) aller Verträge wurden im letzten Jahr bereits online eingereicht.
Weiterentwicklung des Weiterbildungsbereichs
Weniger ausgebildete Fachkräfte bedeuten auch weniger potenzielle Weiterbildungsteilnehmende. Weil die Region auf qualifizierte Fach- und Führungskräfte angewiesen ist, müssen wir die Sichtbarkeit der Weiterbildungsangebote und -chancen erhöhen. Daher hat die IHK Darmstadt ihren Weiterbildungsbereich im Jahr 2025 strategisch neu ausgerichtet und tritt künftig unter der Bezeichnung „IHK Akademie für Weiterbildung Darmstadt“ auf. Mit diesem Schritt wurde die Außenkommunikation umfassend angepasst, um die Positionierung des berufsbegleitenden Weiterbildungsangebots weiter zu schärfen und dessen Bedeutung innerhalb des Gesamtportfolios der IHK stärker sichtbar zu machen.
Der neue Markenauftritt – unterstützt durch ein modernisiertes Design – unterstreicht den Anspruch, Weiterbildung praxisnah, hochwertig und zukunftsorientiert zu gestalten. Der ebenfalls eingeführte Claim „Karriere. Weitergedacht“ bringt den Leitgedanken zum Ausdruck, individuelle berufliche Entwicklungswege zu fördern und Unternehmen wie Beschäftigte gleichermaßen zu begleiten.
Digitalisierung
2025 haben wir unsere Digitalisierungsstrategie aktualisiert, um künftige Projekte noch systematischer an den Bedarfen unserer Mitgliedsunternehmen und unserer Mitarbeitenden auszurichten. Die Strategie definiert ein klares Zielbild, benennt Handlungsfelder und gibt einen Entscheidungsrahmen, um unsere Ressourcen effizient einzusetzen.
Ein Schwerpunkt lag 2025 erneut auf der Digitalisierung interner Abläufe. Dabei stand insbesondere die Automatisierung von Massenprozessen im Fokus, um Bearbeitungszeiten zu verkürzen, Fehlerquellen zu reduzieren und Kapazitäten für komplexere Aufgaben zu schaffen.
Für unsere Mitgliedsunternehmen haben wir den Bereich Aus- und Weiterbildung als zentrales Digitalisierungsfeld definiert. Unser Ziel ist es, Unternehmen und Auszubildenden zukünftig eine vollständig digitale Abwicklung aller relevanten Prozesse zu ermöglichen.
Wir konnten 2025 wichtige Schritte auf dem Weg zu einem vollständig digitalen Leistungsportfolio vollziehen
Standort der IHK Darmstadt
Im ersten Halbjahr 2025 wurde ein Ideenwettbewerb zur Weiterentwicklung der IHK-Immobilie am Standort Rheinstraße 89 in Darmstadt ausgeschrieben. Geplant ist der Teilabriss eines Gebäudeteils mit Neubau und die Komplettsanierung eines weiteren Gebäudeteils aus den 1990er-Jahren. Aus dem Wettbewerb, an dem acht Architekturbüros teilgenommen haben, gingen drei Siegerentwürfe hervor. Die Ergebnisse wurden der Vollversammlung vorgestellt. In der Vollversammlung im Dezember 2025 erging ein einstimmiger Beschluss über die Investition von brutto 60 Mio. EUR zum Abbruch des 1960er und 1970er Jahre Gebäudes, zum Neubau eines Seminar- und Veranstaltungsgebäudes auf Basis der Wettbewerbsergebnisse und zur Kernsanierung und Ertüchtigung des 1994er Gebäudeteils mit Komplettnutzung als Bürogebäude. Die Vollversammlung beauftragte das Hauptamt mit der Durchführung, die bis 2030 abgeschlossen sein soll.
Vollversammlung wählt neuen Präsidenten
Am 17. Juni 2025 wählte die Vollversammlung Christian Jöst einstimmig zum neuen Präsidenten der IHK Darmstadt Rhein Main Neckar. Der Geschäftsführer der Jöst Abrasives GmbH aus Wald-Michelbach ist bereits seit 2019 Mitglied des Präsidiums und folgt auf Matthias Martiné, der sein Amt plangemäß beendete.
B. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
I. Ertragslage
Die Ertragslage ist erheblich durch die Beiträge geprägt. Sie tragen mit knapp über 64 Prozent zu den Betriebserträgen bei. Bei dem Beitragsaufkommen in Höhe von 14,9 Mio. EUR entfallen 9,9 Mio. EUR (66 Prozent) auf Umlagen rund 5,0 Mio. EUR (34 Prozent) auf Grundbeiträge. Gegenüber dem Vorjahr haben sich die Beiträge um rund 2,2 Mio. EUR reduziert (minus 13 Prozent). Die Beiträge lagen im IST rund 1,2 Mio. EUR über Plan. Die Mehreinnahmen beruhen überwiegend auf Nachzahlungen aus den Vorjahren (842 TEUR) und zu einem kleineren Teil aus höheren Beitragserträgen aus dem laufenden Jahr (393 TEUR). Sie setzen sich aus vielen kleinen Beträgen zusammen und sind nicht auf einzelne höhere Abrechnungen zurückzuführen.
Die Gebühren, die die IHK Darmstadt für hoheitliche Tätigkeiten erhebt, tragen mit 4,16 Mio. EUR zu den Erträgen bei. Allein rund 70 Prozent (rund 2,9 Mio. €) entfallen auf die Betreuungs- und Prüfungsgebühren der Berufsausbildung.
Die sonstigen Gebühren setzen sich aus den Prüfungs- und Unterrichtungsgebühren der Sach- und Fachkunde, den Beglaubigungen von Außenhandelsdokumenten sowie Mahngebühren zusammen.
Entgelte und sonstige betriebliche Erträge machen mit rund 3,96 Mio. EUR rund 17 Prozent des Gesamtaufkommens der IHK Darmstadt aus. Die Erträge aus Entgelten - überwiegend aus Lehrgängen, Seminaren und Veranstaltungen - haben daran einen Anteil von 2,89 Mio. EUR.
Beim Betriebsaufwand bilden der Personalaufwand (11,95 Mio. EUR) und die sonstigen betrieblichen Aufwendungen (8,08 Mio. EUR) die größten Posten. Von dem Personalaufwand entfallen auf Gehälter (einschl. Aushilfen, Altersteilzeit, Veränderung der Personalrückstellungen) rund 9,09 Mio. EUR. Diese sind gegenüber dem Vorjahr um 702 TEUR gestiegen. Die Veränderung für Pensionsrückstellungen auf Basis des Prognosegutachtens fällt deutlich höher aus als ursprünglich geplant. Das liegt unter anderem einen an der Bestandsentwicklung sowie der deterministischen und pessimistischen Bestandsfortschreibung im Sinne des Vorsichtsprinzips des HGB in Verbindung mit den angenommenen Sterbewahrscheinlichkeiten. Der Dienstleister für die Berechnung der versicherungsmathematischen Gutachten geht von einer Amortisierung des Effektes im Jahr 2026 aus.
Beim Materialaufwand von 2,64 Mio. EUR entfielen 414 TEUR auf Materialeinsatz und rund 2,23 Mio. EUR auf sogenannte bezogene Leistungen (vor allem Dozentenhonorare und Prüferentschädigungen). Unter Materialaufwand sind alle nach außen gerichteten betrieblichen Leistungen und Produkte zu verstehen, unabhängig davon, ob eine Gebühr oder ein Entgelt erhoben wird.
Das Finanzergebnis schließt im Geschäftsjahr 2025 mit einem Plus von 636 TEUR ab und resultiert im Wesentlichen aus Erträgen aus den Wertpapieren (321 TEUR) und Zinsen (443 TEUR) abzüglich Aufwendungen aus den Wertpapieren (116 TEUR).
Das Jahresergebnis von plus 868 TEUR führt zu einer Zunahme des Sonstigen Eigenkapitals (plus 300 TEUR) und damit, zusammen mit dem Ergebnisvortrag aus dem Vorjahr (4.462 TEUR), einem Ergebnis von 5 Mio. EUR.
Die Zusammensetzung des Finanz- und Geldvermögens und der dem gegenüberstehenden Vorsorge sind in der Übersicht "Finanz- und Geldvermögen" dargestellt. Durch finanzielle Deckung der Vorsorgebedarfe ist eine solide Finanzlage gegeben, die Handlungsfähigkeit und die sachgerechte Aufgabenerfüllung der IHK Darmstadt sind sichert. Zur Dotierung der Risikovorsorge nutzt die IHK Darmstadt ein bundesweit in der IHK-Organisation abgestimmtes IT-gestütztes Modell auf Basis dessen entsprechende Prognoseberechnungen angestellt werden. Eine solche Risikoprognose hat die Geschäftsführung zuletzt am 4. Dezember 2025 der Vollversammlung vorgelegt.
II. Vermögenslage
Das Bilanzvolumen der IHK Darmstadt hat sich gegenüber dem Vorjahr um 1,11 Mio. EUR erhöht und beträgt damit rund 47,74 Mio. EUR.
Die Entwicklung der Aktivseite im Anlagevermögen war im Wesentlichen geprägt durch die Erhöhung der Sachanlagen um 513 TEUR. Den Abschreibungen auf das Gebäude standen Investitionen in Höhe von 673 TEUR entgegen. Das betraf vor allem die Anschaffung von überwiegend geförderten Maschinen für die Bildungszentren in Erbach und Heppenheim. Auf der Passivseite wurde der Sonderposten für Investitionszuschüsse entsprechend erhöht.
Die Wertpapiere haben sich leicht um 131 TEUR erhöht.
Im Umlaufvermögen erhöhten sich die unfertigen Leistungen aus Ausbildungsgebühren (plus 177 TEUR) sowie die Rechnungsabgrenzungsposten (plus 83 TEUR). Die sonstigen Vermögensgegenstände reduzierten sich auf 269 TEUR. Die Forderungen gegenüber der Hessen Kapital I GmbH aus der Auflösung und Abwicklung des Innovationsfonds wurden überwiegend abgewickelt. Die Forderungen aus Beiträgen, Gebühren, Entgelten und sonstigen Lieferungen und Leistungen erhöhte sich leicht (plus 57 TEUR). Die flüssigen Mittel erhöhten sich um rund 805 TEUR.
Die Passivseite war durch die Erhöhung des sonstigen Eigenkapitals um 300 TEUR, aus dem positivem Jahresergebnis (plus 567 TEUR) sowie der Zunahme des Sonderposten geprägt. Als Sonderposten wurden die Zuschüsse von Bund und Land für die Modernisierung des Maschinenparks in den Bildungszentren Erbach und Heppenheim (plus 587 TEUR, VJ 85 TEUR) passiviert.
Die Rückstellungen reduzierten sich insgesamt um 376 TEUR (minus 488 TEUR Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen gemäß versicherungsmathematischem Gutachten, plus 112 TEUR sonstige Rückstellungen). Die Verbindlichkeiten erhöhten sich leicht um 71 TEUR, der Rechnungsabgrenzungsposten reduzierte sich hingegen um 39 TEUR.
III. Finanzlage
Gemäß § 23 des Finanzstatuts der IHK Darmstadt verfolgt die IHK Darmstadt eine grundsätzlich risikoaverse, konservative Anlagestrategie. Ausreichend Liquidität ist durch Mittel im Umlauf- und Finanzanlagevermögen sichergestellt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr betrug der Cashflow aus der laufenden Tätigkeit 1,14 Mio. EUR, aus der Investitionstätigkeit minus 968 TEUR und aus Finanzierungstätigkeit 629 TEUR.
Der Bestand an flüssigen Mitteln hat sich um 805 T Euro auf 17,074 Mio. Euro erhöht.
IV. Investitionen
Die IHK Darmstadt hat im Geschäftsjahr 2025 insgesamt 801 TEUR in das Sachanlagen investiert. Des Weiteren wurden 158 TEUR für Investitionen in das Finanzanlagevermögen aufgewendet.
C. Personalbericht
Zum Stichtag 31.12.2025 beschäftigte die Industrie- und Handelskammer Darmstadt Rhein Main Neckar (IHK Darmstadt) 143 Mitarbeiter*innen im Kernpersonal. Dies entspricht 125,16 Vollzeitäquivalenten (VZÄ), die sich aufteilen in:
- 1,0 VZÄ Hauptgeschäftsführer (±0)
- 5,0 VZÄ Geschäftsbereichsleiter*innen (±0)
- 119,2 VZÄ Angestellte (+1,8)
Von diesen 143 Beschäftigten arbeiten 48 Mitarbeiter*innen in einem Teilzeitarbeitsverhältnis. Dieser Anteil entspricht einer Quote von 33,6 Prozent und ist damit im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Der Frauenanteil blieb mit einem Rückgang um 0,1 Prozent auf 70,6 Prozent nahezu unverändert.
Wir setzen auf hervorragend qualifizierte und engagierte Mitarbeiter*innen für unsere Tätigkeit als Mittlerin zwischen Staat und Wirtschaft. Deshalb zielt unsere Personalarbeit auch darauf, die Attraktivität der IHK Darmstadt als Arbeitgeberin sowohl intern als auch extern weiterhin kontinuierlich zu verbessern.
Die hohe Attraktivität der IHK Darmstadt als Arbeitgeberin wird insbesondere durch eine sehr niedrige Fluktuationsrate von 0,7 Prozent (-1,3 Prozent) und eine gestiegene durchschnittliche Anzahl der Bewerbungen (+87,4 Prozent) je extern ausgeschriebener Stelle sehr deutlich. Im Jahr 2025 wurden 17 Stellenangebote (+3) veröffentlicht, davon sieben ausschließlich intern und zehn zusätzlich auch extern. Dabei ist die durchschnittliche Anzahl der Bewerbungen pro externer Stellenausschreibung auf 72,7 Bewerbungen je Stellenausschreibung (+33,9) gestiegen und es konnten alle vakanten Stellen besetzt werden.
Zudem sind im Jahr 2025 fünf Mitarbeiterinnen (Vorjahr: fünf) nach Beendigung ihrer Elternzeiten zu uns zurückgekehrt. Als familienfreundliche Arbeitgeberin unterstützen wir alle unsere Mitarbeiter*innen dabei, Familie und Beruf in Einklang zu bringen. Zu den unterstützenden Rahmenbedingungen gehören z. B. flexible Arbeitszeiten, unterschiedliche Teilzeitmodelle sowie die Möglichkeit, mobil zu arbeiten.
2025 wurden sechs Mitarbeiter*innen in den Ruhestand verabschiedet. Zum Teil wurden die Stellen nach Umstrukturierung der Stellenprofile intern nachbesetzt, darunter zwei ausgelernte Auszubildende und eine Elternzeitrückkehrerin. Drei Stellen wurden extern ausgeschrieben und nachbesetzt.
Seit 2019 gilt das Modell der Arbeit in Vertrauensarbeitszeit für alle Mitarbeiter*innen der IHK Darmstadt (ausgenommen: Auszubildende, dual Studierende, Werkstudierende und geringfügig Beschäftigte). Im Jahr 2025 sind fünf Mitarbeiterinnen in Mutterschutz mit anschließender Elternzeit gegangen und ein Mitarbeiter hat Elternzeit beantragt.
Im März 2025 wurde die IHK Darmstadt mit dem audit berufundfamilie ausgezeichnet. Damit verbunden ist ein Maßnahmenkatalog mit über 30 Einzelmaßnahmen für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die in den kommenden drei Jahren umgesetzt werden müssen. Eine Maßnahme betrifft z.B. den Erhalt der psychischen Gesundheit und verbessertes Stressmanagement, hier erkennen wir einen zunehmenden Unterstützungsbedarf bei den Mitarbeitenden.
Zur langfristigen Sicherung des Fachkräftebedarfs setzt die IHK Darmstadt auf Aus- und Weiterbildung und bildet im Ausbildungsberuf „Kaufleute für Büromanagement (m/w/d)“ aus. Auch im Jahr 2025 haben drei Auszubildende diese Ausbildung in unserem Hause begonnen, darunter eine Geflüchtete aus der Ukraine.
Ein zentrales Schlüsselelement für einen nachhaltigen Erfolg bildet die Entwicklung der Mitarbeiter*innen, sowohl in den Bereichen der Fach- und Führungskompetenz als auch in persönlichen Kompetenzen. Die Weiterqualifizierung unserer Mitarbeiter*innen sichern wir weitgehend durch die DIHK-Gesellschaft für berufliche Bildung und durch unsere eigene Weiterbildungsabteilung. Für Führungskräfte wurde 2025 eine zweitägige Schulungsmaßnahme zum Thema Change-Management durchgeführt, außerdem wurden themenspezifische, gezielte Coaching-Maßnahmen für einzelne Teams und Mitarbeitende durchgeführt. Digitalisierung unterstützen wir durch die systematische Weiterbildung von Digital Change Manager*innen, die eine Schnittstelle zwischen IT und den einzelnen Teams bilden. Neue Mitarbeitende nehmen an einem seit Herbst 2024 neu organisierten Onboarding-Prozess teil, der 2025 evaluiert wurde
D. Prognosebericht
Wirtschaftsführung
Die Wirtschaftsführung 2026 der IHK Darmstadt steht wie in den Vorjahren unter dem Primat der strengen Haushaltsführung. Dazu gehört insbesondere eine effiziente Personal- und Finanzstrategie, ohne Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit. Der Wirtschaftsplan 2026 trägt deshalb den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit Rechnung.
Der Umlagesatz bei den Beiträgen liegt wie im Vorjahr bei 0,20 Prozent. Der Beitragsrabatt aus 2025 wird, vor allem hinsichtlich des im Dezember beschlossenen Bauvorhabens, in 2026 nicht mehr gewährt.
Im Erfolgsplan 2026 prognostizierte die IHK Darmstadt Erträge aus Beiträgen in Höhe von rund 17,61 Mio. EUR. Eine Prognose, die – vor allem bedingt durch den Beitragsrabatt – deutlich über dem IST-Beitragserträgen aus 2025 liegt (+2,69 Mio. EUR). Nach aktueller Hochrechnung kann diese Prognose erreicht werden. Nachwirkungen aufgrund von Insolvenzen und Zahlungsausfällen, den Entwicklungen des Ukraine-Krieges und der Energiekrise sowie der wirtschaftlichen Entwicklung, die das Ergebnis schmälern, sind noch nicht abzusehen. Zum Zeitpunkt der Planung gab es hierauf keine Hinweise, die eine andere Prognose stützten. Auch bei den weiteren Erträgen erwarten wir relativ konstante Erträge. Im Plan 2026 erwarten wir damit Betriebserträge von rund 25,62 Mio. EUR und damit rund 2,4 Mio. EUR mehr als im IST 2025 (23,22 Mio. EUR).
Der Betriebsaufwand wird im Plan 2026 mit rund 26,73 Mio. EUR prognostiziert. Maßgeblich für den Anstieg gegenüber dem IST 2025 (22,98 Mio. EUR) sind die Aufwendungen für den geplanten Neubau. Im Aufwand sind Plankosten von 2,816 Mio. EUR für 2026 enthalten. Für den Teil des Gebäudes, der abgerissen werden soll, reduziert sich zudem die Nutzungsdauer erheblich. Wir rechnen dadurch mit einer deutlich erhöhten Abschreibung in 2026 (plus 1,26 Mio. EUR). Als Investitionen für das Bauvorhaben sind im Plan 2026 rund 4,4 Mio. EUR vorgesehen.
Das Jahresergebnis wird mit minus 514,5 TEUR erwartet. Der geplante Ergebnisvortrag aus 2025 (3,486 Mio. EUR) dient der Erhöhung des sonstigen Eigenkapitals um 2,971 Mio. EUR sowie dem Ausgleich des negativen Jahresergebnisses.
Russland-Ukraine-Krieg, Krieg im Nahen Osten, Energiekrise, unsichere Lieferketten, Inflation, Rezession und Handelsbeschränkungen: Selten zuvor gab es so viele Risikofaktoren an den Märkten wie in den vergangenen drei Jahren, die wirtschaftliche Prognosen unsicher machen. Hinzu kommt die jüngste massive Eskalation im Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran. Seit Ende Februar 2026 greifen die USA und Israel koordinierte Ziele im Iran an, während Teheran mit Raketenangriffen auf Israel sowie auf US-Militärstützpunkte in mehreren Golfstaaten reagiert. Diese neuen geopolitischen Spannungen könnten – neben den bereits bestehenden Risiken – Lieferketten und Energiepreise längerfristig negativ beeinflussen, und im Wirtschaftsjahr 2026 fortwirken. Die IHK Darmstadt ist dahingehend betroffen, dass die Beitragserträge zurückgehen könnten, ein Anstieg der Forderungsausfälle zu verzeichnen sein könnte und die Gebühren und Entgelte auf Grundlage reduzierter Ausbildungsverhältnisse und abnehmender Nachfrage nach Aus- und Weiterbildungsangebote sinken könnten. Dem würden korrespondierend Rückgänge der Aufwendungen gegenüberstehen. Der Wirtschaftsplan 2026 sieht Betriebserträge in Höhe von 25,62 Mio. Euro und Betriebsaufwendungen in Höhe von 26,73 Mio. Euro vor.
Inhaltlich wird das Geschäftsjahr 2026 durch die geschilderten Risiken geprägt:
- Für 2026 bestehen weiterhin erhebliche Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung. Die geopolitischen Unsicherheiten – darunter der anhaltende Ukrainekrieg sowie ungelöste Konflikte im Nahen Osten und in anderen Weltregionen – beeinträchtigen internationale Lieferketten und Investitionsentscheidungen. Zudem verschärfen zunehmender Protektionismus und handelspolitische Blockbildungen die globalen Rahmenbedingungen.
Die gesamtwirtschaftliche Ausgangslage bleibt trotz einer erwarteten moderaten Erholung herausfordernd. Faktoren wie höhere Zölle, strukturelle Wettbewerbsprobleme, demografische Engpässe und erhöhte Energie- und Bürokratiekosten wirken belastend. - Auch 2026 stehen die Unternehmen unter erheblichem Druck. Hohe Energiepreise, steigende Arbeitskosten, Fachkräftemangel, langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie fortbestehende Lieferkettenrisiken belasten die Betriebe und führen zu fortgesetzter wirtschaftlicher Unsicherheit.
Die neue Bundesregierung nach der Bundestagswahl 2025 hat zwar Reformen angekündigt, jedoch wurden zentrale Vorhaben bislang nur teilweise umgesetzt. Kammern und Verbände kritisieren weiterhin einen mangelnden Reformfortschritt und mahnen tiefgreifende Strukturmaßnahmen an. - Die beschriebenen Unsicherheiten wirken sich auch auf die IHK Darmstadt aus. Neben potenziellen Risiken für die Beitragseinnahmen besteht weiterhin die Gefahr, dass Unternehmen ihr Engagement in der Aus- und Weiterbildung reduzieren. Dies könnte zu rückläufigen Einnahmen im Bereich der beruflichen Bildung führen, während die Aufwendungen aufgrund gesetzlicher Anforderungen, Digitalisierungserfordernisse und notwendiger Qualitätsstandards tendenziell steigen.
E. Chancen und Risikobericht
Die Chancen der IHK sind in dem von der Vollversammlung beschlossenen Programm für die Legislaturperiode 2024 bis 2029 dargestellt. Vertieft werden die Ziele durch jährliche Arbeitsprogramme, die ebenfalls von dem Gremium verabschiedet werden.
Aus diesem strategischen Rahmen ergeben sich insbesondere folgende Chancen für die IHK Darmstadt:
- Stärkung der Rolle als gestaltende Akteurin der regionalen Transformation:
Durch die aktive Mitgestaltung zentraler Zukunftsthemen wie Digitalisierung, Fachkräftesicherung, Nachhaltigkeit und Resilienz kann die IHK ihre Position als zentraler Netzwerkknoten zwischen Wirtschaft, Politik und Wissenschaft weiter ausbauen. - Profilierung als Orientierunggeberin für Unternehmen:
In einem zunehmend komplexen und volatilen Umfeld wächst der Bedarf an Einordnung, Übersetzung und praxisnaher Unterstützung. Hier liegt eine zentrale Chance, die eigene Relevanz gegenüber den Mitgliedsunternehmen weiter zu erhöhen. - Hebung von Effizienz- und Innovationspotenzialen durch Digitalisierung:
Die konsequente Weiterentwicklung digitaler Prozesse und Services eröffnet die Chance, interne Abläufe effizienter zu gestalten und gleichzeitig die Qualität und Reichweite der Angebote zu erhöhen. - Stärkung der Legitimation durch sichtbaren Mehrwert für die regionale Wirtschaft:
Je klarer die IHK als Impulsgeberin und Problemlöserin wahrgenommen wird, desto stärker wird ihre Akzeptanz als Institution wirtschaftlicher Selbstverwaltung.
Risiken, die nicht bereits durch den Wirtschaftsplan oder Versicherungen abgedeckt sind, werden auf der Grundlage des von der IHK-Organisation entwickelten Konzeptes unter Anwendung des bereitstehenden Risiko-Tools ermittelt. Es handelt sich vor allem um Risiken aus der wirtschaftlichen Entwicklung, Klumpenrisiken und IT‑Risiken. Die Risikoprognose wird der Vollversammlung jährlich vorgelegt. In der im Jahresabschluss enthaltenen Übersicht Finanz‑ und Geldvermögen sind die Risikovorsorge sowie die weiteren Vorsorgen für Bau und Pensionsverpflichtungen dotiert. Durch finanzielle Deckung der Vorsorgebedarfe ist eine solide Finanzlage gegeben, die Handlungsfähigkeit und die sachgerechte Aufgabenerfüllung der IHK Darmstadt sind gesichert.
Ergänzend sind wesentliche nichtfinanzielle Risiken zu berücksichtigen:
- Fachkräfte- und Personalrisiken:
Der zunehmende Fachkräftemangel erschwert die Gewinnung und Bindung qualifizierter Mitarbeitender. Dies kann zu Kapazitätsengpässen führen und die Umsetzung strategischer Vorhaben sowie die Qualität der Leistungserbringung beeinträchtigen. - Reputationsrisiken:
Als öffentlich-rechtliche Institution ist die IHK in besonderem Maße auf Vertrauen angewiesen. Fehlwahrnehmungen, Kommunikationsdefizite oder externe Kritik können die Akzeptanz bei Mitgliedsunternehmen und in der Öffentlichkeit beeinträchtigen. - Abhängigkeit von ehrenamtlichem Engagement:
Die Qualität der Interessenvertretung hängt wesentlich von der aktiven Mitwirkung der ehrenamtlich engagierten Unternehmerinnen und Unternehmer ab. Ein Rückgang dieses Engagements kann die fachliche Tiefe und Legitimation der Positionen schwächen.
Auf Gefährdungen, die die täglichen Geschäftsabwicklungen beeinträchtigen könnten, reagiert die IHK Darmstadt mit internen Kontrollmechanismen. Bereits im Jahr 2010 wurde das interne Kontrollsystem um eine Innenrevision erweitert. Die im Jahr 2010 erstmalig erfolgte Erhebung und Bewertung der Risiken anhand des DIHK-‑Risikokompasses wurde 2013 in das vorhandene Controlling-Informationssystem CIS (eCo) integriert. Mittels eines Wiedervorlagekonzeptes ist die regelmäßige Überprüfung und Aktualisierung der lokalisierten Risiken gewährleistet. Eine Innenrevision durch externe Dienstleister erfolgt seit 2021.
Als wesentliche finanzielle Einzelrisiken sind die Auswirkungen des anhaltenden Ukrainekrieges, die neuesten Angriffe in den Golfstaaten, schwankende Energiepreise, eine Zunahme an Unternehmensinsolvenzen aufgrund der wirtschaftlichen Lage sowie die unbeständige, in ihre Auswirkungen nicht planbare Zollpolitik der USA auf Beiträge, Entgelte und Gebühren sowie den korrespondierenden Aufwendungen zu nennen. Bei den Beiträgen liegt das Risiko für das Geschäftsjahr 2026 in steigenden Stundungen und Zahlungsausfällen sowie in sinkenden Gewerbesteuervorauszahlungen. Durch die großen Unsicherheiten im Hinblick auf die gesamtwirtschaftliche und weltpolitische Entwicklung könnten Unternehmen Fortbildungen und Ausbildungen zurückfahren. Damit besteht das Risiko, dass entsprechend weniger kostenpflichtige Dienstleistungen nachgefragt werden.
Diese Unsicherheiten wirken sich auch auf die IHK-Darmstadt aus. Es gibt ein Risiko, dass Betriebe ihr Aus- und Weiterbildungsengagement aufgrund der wirtschaftlichen und weltpolitischen Unsicherheiten weiter zurückfahren. Um einen Rückgang der Ausbildungszahlen möglichst gering zu halten, engagieren wir uns im Jahr 2026 weiter stark in der Berufsorientierung und im Matching von Betrieben und potenziellen Auszubildenden. Dabei kombinieren wir allgemeine berufliche Orientierung von Schulabgängern mit speziellen Beratungsangeboten rund um die Themen “Fachkräfteeinwanderung” und “Inklusion”. Rückläufige Ausbildungszahlen können auf der Ertragsseite zudem mit steigenden Einnahmen für Umschulungen, Externenprüfungen und Validierungen teilweise kompensiert werden. Zudem kalkulieren wir die Ausbildungsgebühren ab 2026 jährlich neu, um ein Auseinanderdriften von tatsächlichen und kalkulatorischen Gebühren frühzeitig zu erkennen und diesem bei Bedarf entgegenwirken zu können. In der Weiterbildung steigern wir die vertrieblichen Aktivitäten und damit die Sichtbarkeit der Angebote. Im Jahr 2025 hat dieser Ansatz zu einem leichten Anstieg der Teilnehmerzahlen geführt, trotz schwacher wirtschaftlicher Entwicklung.
Organisatorisch werden wir die Digitalisierung unserer Aus- und Weiterbildungsangebote weiter vorantreiben, damit unsere Kunden ihre Anliegen (wie Vertragseinreichungen und Prüfungsanmeldungen) einfach und effizient umsetzen können. Im Jahr 2026 werden wir uns hierbei insbesondere darauf konzentrieren, für den digitalen Abschluss von Ausbildungsverträgen zu werben. Zudem soll die gesamte Kommunikation rund um die Anmeldung zu Aus- und Weiterbildungsprüfungen ab 2026 digital abgewickelt werden
F. Nachtragsbericht
Über die normale Entwicklung der Geschäftstätigkeit hinaus sind keine Ereignisse nach dem Bilanzstichtag eingetreten, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich beeinflussen.
Darmstadt, 20. Mai 2026
gez.
Christian Jöst
Präsident
Präsident
gez.
Robert Lippmann
Hauptgeschäftsführer
Hauptgeschäftsführer