Tägliche, wöchentliche und monatliche Frequenzen
Wann sind die Innenstädte besonders stark besucht – und welche gemeinsamen Muster lassen sich über die fünf Städte hinweg erkennen? Die folgende Analyse betrachtet die Passantenfrequenzen im Tages-, Wochen- und Jahresverlauf und zeigt dabei sowohl Gemeinsamkeiten als auch charakteristische Unterschiede zwischen den Standorten.
Frequenz im Tagesverlauf: Parallelen zeichnen sich ab
Die Analyse der durchschnittlichen stündlichen Frequenzen im Tagesverlauf zeigt sehr deutlich ein gemeinsames Muster: In allen Städten bleiben die Frequenzen nachts und in den frühen Morgenstunden niedrig, steigen ab etwa 7 Uhr stark an und erreichen zwischen 11 und 17 Uhr ihre höchsten Werte. Danach fallen sie ab dem frühen Abend wieder spürbar ab, was auf eine ausgeprägte Tagesnutzung der Innenstädte, zum Beispiel für Einkaufen, Erledigungen und Gastronomie hindeutet.
Aurich, Emden, Leer und Norden erreichen ihre Spitzen etwa zur Mittagszeit beziehungsweise am frühen Nachmittag. Papenburg hingegen erreicht seinen Peak erst zwischen 15 und 17 Uhr. Das kann darauf hindeuten, dass die Stadt stärker durch Arbeitswege, Sightseeing und kombinierte Alltagsnutzung geprägt ist als durch intensive Innenstadtfrequenz im engeren Sinne.
Frequenz im Wochenverlauf: Samstage besonders beliebt
Die Analyse der durchschnittlichen täglichen Frequenzen im Wochenverlauf zeigt ebenfalls ein klares Muster: Unter der Woche liegen die Frequenzen in den meisten Städten relativ stabil um den Durchschnittswert von 100 Prozent, am Samstag steigen sie überall auf rund 120 bis 130 Prozent an, und am Sonntag brechen sie in Aurich, Norden und insbesondere Emden deutlich ein, in Emden sogar auf nur 33 Prozent der durchschnittlichen Tagesfrequenz. Das spricht dafür, dass die Innenstädte vor allem werktags und am Samstag als Einkaufs- und Aufenthaltsorte genutzt werden, während der Sonntag in drei der fünf Städte wenig Innenstadtfrequenz erzeugt.
Die hohen Sonntagswerte in Leer und Papenburg deuten dagegen nicht auf klassische Einzelhandelsattraktivität, sondern eher auf Freizeit- und Tourismusnutzung hin. In Leer prägen die historische Altstadt, der Hafenbereich und das maritime Stadtbild mit Cafés, Gastronomie und hoher Aufenthaltsqualität die Innenstadt und machen sie zu einem beliebten Ziel für Spaziergänge und Sightseeing. Papenburg weist mit seinem weit verzweigten Kanalsystem und originalgetreuen Nachbauten historischer Holzschiffe ebenfalls eine hohe Aufenthalts-, Tourismus- und Erlebnisqualität auch am Sonntag auf.
Frequenz im Monatsverlauf: Saisonales Muster erkennbar
Die Analyse der durchschnittlichen täglichen Frequenzen im Monatsverlauf zeigt in den meisten Städten ein klares saisonales Muster. Von Januar bis März liegen die Frequenzen deutlich unter dem Durchschnittswert. Mit Beginn der Osterferien steigen sie zwischen April und Juni auf etwa den Referenzwert von 100 Prozent an. In den Sommerferien, insbesondere im August, erreichen Aurich, Leer, Norden und Papenburg mit rund 140 bis 150 Prozent ihre höchsten Werte. Nach einem Rückgang im Herbst auf etwa den Durchschnittswert von 100 Prozent in Aurich, Emden, Norden und Papenburg wird in der Weihnachts- und Adventszeit in Aurich, Leer und Papenburg erneut ein durch Weihnachtsmärkte getriebener Anstieg auf 130 bis 150 Prozent verzeichnet.
Die Ferienzeiträume in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen fallen zeitlich mit den in den Daten erkennbaren Frequenzspitzen zusammen. Diese Übereinstimmung dürfte jedoch nicht ausschließlich auf Übernachtungsgäste in den Städten selbst zurückzuführen sein, sondern auch durch zusätzliche Besucherströme von Tagesgästen aus den Küstenorten und der näheren Umgebung bedingt sein. Zudem fallen in diese Zeit häufig besonders viele Veranstaltungen, Märkte und verkaufsoffene Sonntage. Dadurch ist neben touristischen Effekten auch mit einer stärkeren Nutzung der Innenstädte durch die lokale Bevölkerung sowie durch Bewohner des Umlands zu rechnen. Die erhöhte Besucherfrequenz lässt sich daher wahrscheinlich nicht auf einen einzelnen Faktor zurückführen, sondern ergibt sich aus einem multifaktoriellen Zusammenspiel von Ferienzeiten, Tourismus, Veranstaltungsangeboten und lokaler Freizeitnutzung.
Einige Städte zeigen im saisonalen Verlauf besondere Muster. Emden weist ein sehr flaches Profil ohne ausgeprägte Saisonalität auf; der beste Monat liegt nur bei rund 110 Prozent, der schwächste bei etwa 80 Prozent. Dies spricht eher dafür, dass der Zählerstandort weniger touristisch geprägt ist und die Frequenzen vor allem durch das alltägliche Geschehen der Einheimischen bestimmt werden. Leer verzeichnete im Oktober sehr hohe Frequenzen, der Monat rangiert auf dem dritten Platz; dies lässt sich weitgehend durch den Gallimarkt vom 8. bis 12. Oktober 2025 mit über 500.000 Besuchern erklären. Der geringe Anstieg im Dezember in Norden dürfte dagegen darauf zurückzuführen sein, dass die Zählstelle aufgrund ihrer Lage die Frequenzen des Weihnachtsmarkts nicht erfassen kann.
Ferienzeiten:
- Osterferien:
- Niedersachsen: 7. bis 19. April
- Nordrhein-Westfalen: 14. bis 26. April
- Sommerferien:
- Niedersachsen 3. Juli. bis 13. August
- Nordrhein-Westfalen: 14. Juli. bis 26. August
- Herbstferien:
- Niedersachsen: 13. bis 25.Oktober
- Nordrhein-Westfalen: 13. bis 25.Oktober