Freiburger Gemeinderat beschließt Entschärfung der Verpackungssteuer: IHK begrüßt Kurswechsel

Die IHK Südlicher Oberrhein begrüßt die Entscheidung des Freiburger Gemeinderats, die bestehende Verpackungssteuer durch eine auf Einwegbecher konzentrierte Regelung zu ersetzen. Damit greife eine Mehrheit des Gemeinderats die anhaltende Kritik der betroffenen Betriebe auf und schaffe die Chance auf eine praktikablere Lösung. Die IHK hatte sich wiederholt für eine Überprüfung der Regelung eingesetzt.
„Das ist der richtige Weg. Ich bin froh, dass die Sorgen der betroffenen Betriebe nun von einer Mehrheit des Gemeinderats ernst genommen werden“, sagt Christina Gehri, Fachbereichsleiterin Standort und Branchen der IHK Südlicher Oberrhein. „Die bisherige Verpackungssteuer hat in der Gastronomie erhebliche Belastungen verursacht. Eine verständlichere und im Alltag leichter umsetzbare Regelung ist deshalb ein wichtiges Signal für die Unternehmen.“
Wie groß der Handlungsbedarf ist, zeigt die zweite Befragung der IHK Südlicher Oberrhein gemeinsam mit DEHOGA Freiburg, der Freiburger Bäckerinnung und dem Bundesverband Systemgastronomie. Im Vergleich zur ersten Erhebung im April 2026 berichten die Betriebe von zunehmenden wirtschaftlichen und organisatorischen Belastungen. Im September verzeichneten 79,8 Prozent der befragten Unternehmen sinkende Umsätze bei warmen Speisen zum Mitnehmen. Im April waren es 63,3 Prozent. Zugleich stieg der Anteil der Betriebe, bei denen es täglich oder mehrmals pro Woche zu Konflikten mit Gästen im Zusammenhang mit der Steuer kommt, von 52 auf 69 Prozent.
„Mit dem Kompromiss können wir leben.“
Auch die erhoffte Lenkungswirkung hin zu Mehrweg ist laut Befragung nicht erkennbar. Während im April noch 22,4 Prozent der Betriebe eine deutlich gestiegene und aktive Nachfrage nach Mehrwegverpackungen beobachteten, waren es im September nur noch 11,6 Prozent. Insgesamt bewerteten zuletzt 92,3 Prozent der befragten Betriebe die Verpackungssteuer eher oder sehr negativ.

„Mit dem Kompromiss können wir leben“, sagt Gehri. „Entscheidend ist, dass die neue Regelung für Gastronomiebetriebe und ihre Kundschaft nachvollziehbar ist, den zusätzlichen Aufwand reduziert und Konflikte im Alltag vermeidet. Gleichzeitig sollte die Förderung von Mehrweg dort ansetzen, wo praktikable Lösungen tatsächlich angenommen werden.“

Die IHK sieht in der Entscheidung die Chance, die Diskussion um die Verpackungssteuer zu versachlichen und die Akzeptanz für Maßnahmen zur Abfallvermeidung zu stärken. Maßstab für die weitere Ausgestaltung müsse sein, ob die Regelung in der betrieblichen Praxis funktioniert und die Erfahrungen der Unternehmen berücksichtigt werden.

Die IHK Südlicher Oberrhein: Stark machen für rund 75.000 Mitglieder

Vom Kleinunternehmer bis zum Weltmarktführer – die IHK Südlicher Oberrhein vertritt die Interessen der Wirtschaft gegenüber Politik und Verwaltung. Wir beraten sowohl Startups als auch etablierte Unternehmen, Fachkräfte und solche, die es werden wollen, organisieren Prüfungen und trommeln bei Kommunen und Verwaltungen für optimale Standortbedingungen. Für den Staat übernehmen wir ausgewählte Aufgaben, informieren über neue Zoll-Richtlinien, Wachstumschancen auf ausländischen Märkten oder organisieren zahlreiche Netzwerktreffen und Veranstaltungen.

Über die IHK-Kampagne „Hier geht was!“

Wir geben den erfolgreichen Unternehmen im Rahmen unserer Standortkampagne ein Gesicht: Durch ihre langjährige Erfahrung und Kenntnisse in den verschiedenen Branchen der Region bringen unsere Botschafterinnen und Botschafter jede Menge Expertise mit und können aus erster Hand von den Stärken und Potenzialen des südlichen Oberrheins berichten. Botschafter:innen sind unter anderem Robin Rombach, CEO des Freiburger Start-ups Black Forest Labs, Dr. Dorothea Helmer, Mitgründerin des Freiburger Start-ups Glassomer, oder Europa-Park-Mitgründer Roland Mack. Jeden Monat kommen weitere Standortbotschafter:innen dazu.

Über den IHK-Podcast „Boss Storys“

In unserem neuen Podcast Boss Storys sprechen wir mit Menschen, die die Region aktiv mitgestalten. Unternehmer:innen und Wissenschaftler:istandortkampagnennen, die im Hintergrund agieren, aber auch Menschen aus dem öffentlichen Leben wie Sportler:innen und Kulturschaffende. Sie alle prägen den südlichen Oberrhein auf ganz unterschiedliche Weise. Boss Storys: Erfolgsgeschichten, die Mu