Kontrolle über Daten und Technologien sichern

Unternehmen nutzen täglich digitale Technologien, Cloud-Dienste, Softwarelösungen und zunehmend auch Anwendungen auf Basis künstlicher Intelligenz (KI). Gleichzeitig entstehen neue Abhängigkeiten von einzelnen Technologieanbietern, Plattformen und Infrastrukturen, die häufig außerhalb Europas betrieben werden. Damit gewinnen Fragen nach Kontrolle, Datennutzung, Sicherheit und rechtlichen Rahmenbedingungen an Bedeutung. Digitale Souveränität beschreibt die Fähigkeit von Unternehmen, digitale Technologien selbstbestimmt, sicher und strategisch einzusetzen.

Was ist digitale Souveränität?

Digitale Souveränität bezeichnet die Fähigkeit von Unternehmen, digitale Technologien eigenständig und informiert zu nutzen. Entscheidend ist die Wahlfreiheit bei Hardware, Software, Cloud-Diensten und IT-Dienstleistern. Unternehmen sollten digitale Abhängigkeiten erkennen, bewerten und bei Bedarf Alternativen nutzen können.
Sie ist eine wichtige Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit, Innovationskraft und Resilienz.Dabei geht es nicht um Abschottung oder den Verzicht auf internationale Technologien. Ziel ist vielmehr, die Kontrolle über zentrale digitale Prozesse zu behalten und strategische Entscheidungen selbst treffen zu können.

Was ist Datensouveränität und wie hängt sie damit zusammen?

Datensouveränität ist ein wesentlicher Bestandteil digitaler Souveränität. Sie beschreibt die Kontrolle über Unternehmens- und personenbezogene Daten, insbesondere hinsichtlich Speicherung, Zugriff und Nutzung.
Bei Cloud-Anwendungen stellt sich beispielsweise die Frage:
  • Wo werden Daten gespeichert?
  • Wer kann auf die Daten zugreifen?
  • Welches Recht gilt für die Datenverarbeitung?
  • Können Daten bei Bedarf zu einem anderen Anbieter übertragen werden?
Ohne ausreichende Kontrolle über Daten ist digitale Souveränität nur eingeschränkt möglich.

Wie können Unternehmen ihre Daten absichern?

Ein wichtiger erster Schritt ist Transparenz. Unternehmen sollten wissen:
  • Welche Daten sie verarbeiten
  • Wo diese gespeichert werden
  • Welche Dienstleister eingebunden sind
  • Welche Zugriffsrechte bestehen
  • Wie Daten geschützt werden.
Wichtige Maßnahmen sind:
  • Klare vertragliche Regelungen mit Dienstleistern
  • Technische Zugriffsbeschränkungen
  • Verschlüsselung sensibler Daten
  • Backup- und Notfallkonzepte
  • Systeme mit Datenportabilität
  • Offene Schnittstellen
Zunehmend an Bedeutung gewinnen zudem Datenräume. Diese ermöglichen den sicheren Datenaustausch zwischen Unternehmen nach gemeinsamen Standards, während die Datenhoheit beim jeweiligen Unternehmen verbleibt.

Welche konkreten Risiken entstehen bei fehlender digitaler Souveränität?

Mangelnde digitale Souveränität kann sich direkt auf den Geschäftsbetrieb auswirken.
Zu den wichtigsten Risiken zählen:
  • Mögliche Zugriffe auf Unternehmensdaten durch Drittstaaten
  • Ausfälle oder der Rückzug eines Cloud-Anbieters
  • Hohe Wechselkosten durch proprietäre Datenformate oder Schnittstellen
  • Eingeschränkte Handlungsfähigkeit bei Preisänderungen von Anbietern
  • Compliance-Risiken bei internationalen Datentransfers
  • Verlust von Know-how durch fehlende interne Digitalkompetenzen
Zunehmend relevant wird auch die Abhängigkeit von KI-Modellen und KI-Plattformen. Änderungen bei Preisen, Funktionen oder Nutzungsbedingungen können direkte Auswirkungen auf Geschäftsprozesse haben.

Warum ist das Thema gerade jetzt relevant?

Neue regulatorische Vorgaben, die wachsende Nutzung von Cloud und KI Anwendungen sowie geopolitische Entwicklungen erhöhen den Handlungsdruck. Unternehmen, die Risiken konkret benennen und ihre digitalen Abhängigkeiten aktiv steuern, erhöhen ihre Resilienz, erfüllen rechtliche Anforderungen verlässlich und stärken ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Veranstaltungen zum Thema

Digitale Souveränität im Mittelstand: Wie Unternehmen ihre digitale Handlungsfähigkeit sichern
DO 17.09.2026, 13:00-15:00 Uhr, online

Referent: Maximilian Heinrich, Mitbegründer & CEO, Esono AG

Digitale Souveränität bedeutet, auch mit externer Software, Cloud-Diensten und IT-Partnern handlungsfähig zu bleiben. In dieser Veranstaltung wird beleuchtet, wie digitale Abhängigkeiten entstehen, wann sie kritisch werden und welche Folgen sie für Betrieb, Kosten, Sicherheit und Flexibilität haben können. Praxisbeispiele zeigen, wie Daten, Systeme, Zugänge, Verträge und Wissen besser abgesichert werden. Ein kompakter Selbstcheck hilft, die eigene Situation einzuschätzen und konkrete Maßnahmen abzuleiten.

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Make or Buy? Digitale Souveränität zwischen Eigenentwicklung, SaaS und KI
DO 08.10.2026, 14:00-15:30 Uhr, online

Referent: John Caffier, Software Developer & Managing Director, jocapps GmbH

Die Entscheidung zwischen Eigenentwicklung und Fremdbezug von Software wird durch SaaS-Lösungen und KI-Tools zunehmend komplexer, auch wenn die Implementierungen schneller und einfacher scheinen. In diesem Vortrag beleuchten wir, welche Abhängigkeiten entstehen – von Vendor Lock-in über Datensouveränität bis hin zu KI-gestützten Systemen, deren Verhalten schwer zu kontrollieren ist. Mit Praxisbeispielen zeigen wir, worauf Entscheider achten sollten, um digitale Unabhängigkeit zu bewahren und bewusste Make-or-Buy-Entscheidungen zu treffen.

Kostenfreie Anmeldung hier!
Mensch oder System? Über die Rückeroberung unternehmerischer Entscheidungshoheit — und die Kunst, Herr der Lage zu bleiben
MO 30.11.2026, 15:00-16:00 Uhr, online

Referent: Fabian Delugas, Transformationsbegleiter, IHR-Institut für Human Resources

Digitale Souveränität ist keine (reine) IT-Frage. Dieser Vortrag gibt Ihnen praktische Ideen, ohne technisches Wirrwarr. Er gibt Ihnen einen klaren Handlungsrahmen: Was digitale Souveränität konkret bedeutet, wo KMU heute angreifbar sind, was NIS2 und DSGVO von Ihnen verlangen — und wie Transformation wirklich hält. Am Beispiel des DRK zeigen wir, wie auch komplexe Organisationen Souveränität praktisch umsetzen.

Kostenfreie Anmeldung hier!
Die Online-Impulse werden mit einer browserbasierten und DSGVO-konformen Software ausgerichtet.
Alle Teilnehmenden können sich per Mikrofon und Videoübertragung hinzuschalten. Sie benötigen für die Online-Veranstaltung keine eigene Software, lediglich einen aktuellen Browser und einen Internetzugang. Die Zugangsdaten werden mit der Anmeldebestätigung zur Verfügung gestellt.