Neues aus der Welt
Was Europa entscheidet und die Weltwirtschaft bewegt – Was Erbsenprotein mit Europas China-Strategie zu tun hat, warum Online-Pakete aus Drittstaaten künftig teurer werden und weshalb Metallschrott plötzlich als strategischer Rohstoff gilt.
Erbsenprotein und E-Autos: Was Europas China-Kurs für Lieferketten bedeutet
Ausgerechnet Erbsenprotein zeigt, wohin sich die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Europa und China entwickeln: Ende September führte die EU endgültige Antidumpingzölle auf Erbsenprotein aus China ein. Weitere Handelskonflikte um E-Autos, Seltene Erden und Marktzugänge laufen parallel.
Für Unternehmen lässt sich die aktuelle China-Debatte auf eine einfache Formel herunterbrechen: nicht "weg von China", sondern "weniger abhängig von China". Die EU will Geschäftsbeziehungen mit China nicht abbauen, wohl aber die Risiken verringern. Deshalb stehen derzeit Themen wie alternative Bezugsquellen für kritische Rohstoffe, ein besserer Zugang europäischer Unternehmen zum chinesischen Markt und der Umgang mit staatlich geförderter Konkurrenz aus China ganz oben auf der Agenda.
Für viele Betriebe bedeutet das vor allem eines: Neben bewährten Geschäftsbeziehungen rücken zusätzliche Beschaffungs- und Absatzmöglichkeiten stärker in den Fokus. Eine breitere Aufstellung kann dabei helfen, Lieferausfälle oder politische Unsicherheiten besser abzufedern. Voraussetzung dafür sind jedoch auch regulatorische Rahmenbedingungen, die den Zugang zu alternativen Märkten erleichtern und neue Handelshemmnisse vermeiden.
Praxistipp: Prüfen Sie bei Ihren wichtigsten Vorprodukten oder Komponenten, ob es alternative Bezugsquelle außerhalb Chinas gibt. Viele Unternehmen verfolgen inzwischen einen „China-plus-X“-Ansatz: Sie halten an bewährten Geschäftsbeziehungen in China fest, bauen aber parallel weitere Lieferantenbeziehungen auf. So lassen sich Lieferketten robuster aufstellen, ohne auf die Chancen des chinesischen Marktes zu verzichten.
Sie möchten eine Diversifizierungsstrategie für Ihr China-Geschäft entwickeln? Wir unterstützen Sie gerne bei den nächsten Schritten und vermitteln Ihnen passende Ansprechpersonen im IHK-AHK-Netzwerk. Melden Sie sich gerne bei unserem IHK-Team International.
Wussten Sie schon?
💡 Lesen lohnt sich in Singapur sogar finanziell: Gemeinsam mit dem National Library Board belohnt die Regierung tägliche Lesezeiten über eine App mit virtuellen Coins. Für 15 Minuten Lesen pro Tag gibt es 20 Coins, 1.000 Coins benötigt man, um einem Singapur-Dollar zu erhalten.
Übrigens: Die EU hat mit Singapur seit 7 Jahren ein Freihandelsabkommen. Ein aktueller Bericht der EU zur Nutzung der Abkommen zeigt, dass über die Hälfte des EU-Handels sich im Rahmen von Präferenzabkommen bewegt. Wir helfen Ihnen gern, diese Vorteile für sich zu nutzen.
Brüssel-Ticker
Abfertigungsgebühr für Kleinsendungen
Die EU wappnet sich weiter gegen die Flut von Importen im Online-Handel: Nach dem Pauschalzoll für Sendungen, die im Fernverkauf in die EU eingeführt werden, wird ab November zusätzlich eine Abfertigungsgebühr von 2 EUR fällig ("Union Handling Fee"). Außerdem ist die sog. Produktkennung in der Zollanmeldung anzugeben. Der Zoll informiert, was zu tun ist.
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Schrott oder wertvoller Rohstoff?
Die EU muss die Rohstoffversorgung sichern, aber sind Exportbeschränkungen der richtige Weg? Die Kommission schlägt vor, Exportzölle auf Schrott zu erheben - zunächst auf Kupfer und Aluminium, weitere Produkte sollen folgen. Viele Länder gehen diesen Weg bereits im Wettlauf um die kritischen Rohstoffe, aber es gibt andere Wege die Kreislaufwirtschaft und den Standort Europa zu sichern.
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Ihre Stimme zur Exportkontrolle
Die aktualisierte Dual-Use-Liste soll im November in Kraft treten, im Rahmen der Compliance sollten Unternehmen ihre Betroffenheit prüfen. In diesem Zusammenhang bitten wir um Ihre Mithilfe. Haben Sie Erfahrung mit der Beantragung von Ausfuhranträgen oder Nullbescheiden? Dann teilen Sie uns diese bis 13. November mit, damit wir uns für Ihre Interessen einsetzen können.
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Neues aus Frankreich
Neue Geschäftschancen im französischen Energiemarkt nutzen: Die AHK Frankreich organisiert vom 1. bis 4. Februar 2027 im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) eine Energie-Geschäftsreise nach Paris zum Thema hybride Eigenverbrauchsmodelle. Unternehmen aus den Bereichen Photovoltaik, Batteriespeicherung und Energiemanagement erhalten die Möglichkeit, den Markt kennenzulernen und in individuell organisierten B2B-Gesprächen potenzielle Geschäftspartner zu treffen. Bis zum 23. November können Sie sich auf der Webseite des BMWE anmelden.
Maschinenbau BW-Pavillon in Lyon: Die "Global Industrie" zählt zu den wichtigsten Industriemessen Frankreichs. Baden-Württemberg International organisiert vom 2. bis 5. März 2027 einen Gemeinschaftsstand für Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau. Interessierte Betriebe können sich noch bis zum 31. Oktober 2026 für den BW-Pavillon anmelden.
Und sonst in der Welt?
Informationen zum Außenhandel aus erster Hand: Wir laden Sie zum “Internationalen Beratungstag” 2026 am 17. November in Stuttgart ein. Buchen Sie Ihr persönliches Gespräch mit den Länderexpert:innen der deutschen Auslandshandelskammern. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Webseite.
Sie zahlen zu viel Zoll? Schon einmal über mögliche Zollaussetzungen nachgedacht? Halbjährlich verhandeln die Mitgliedsstaaten und die EU -Kommission über mögliche autonome Zollaussetzungen für bestimmte Produkte. Vorschläge, Neuanträge oder Änderungsanträge können von Unternehmen eingereicht werden. Informationen zum Verfahren finden sich beim Wirtschaftsministerium. Aktuell geht es noch bis Anfang Dezember um Maßnahmen ab 1. Juli 2027.
Unsere nächsten Veranstaltungen
| Datum | Thema | Format | Kosten |
|---|---|---|---|
| 02.11.2026 | Online-Sprechstunde “Lieferantenerklärung” | online | kostenfrei |
| 27.10.2026 | Grundlage der Exportkontrolle | online | 140 € |
| 03.11.2026 | Zoll kompakt - Grundlagen für den internationalen Handel | in Präsenz | 140 € |
| 04.11.2026 | Arbeitskreis USA: DSGVO trifft USA - Datenschutz zwischen zwei Rechtswelten | in Präsenz | kostenfrei |
| 10.11.2026 | Kanada Calling: Märkte, Chancen und EU-Freihandelsabkommen in der Praxis | online | kostenfrei |
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