Irland übernimmt EU-Ratspräsidentschaft
Vom 1. Juli bis 31. Dezember 2026 übernimmt Irland turnusgemäß den Vorsitz im Rat der Europäischen Union und folgt damit auf Zypern. Gleichzeitig bildet Irland den Beginn einer neuen 18-monatigen Trio-Präsidentschaft gemeinsam mit Litauen und Griechenland, die eine kontinuierliche und abgestimmte EU-Agenda sicherstellen soll. Mit der Ratspräsidentschaft gestaltet Irland aktiv die europäische Politik mit, koordiniert die Gesetzgebungsarbeit und fungiert als neutraler Vermittler zwischen den EU-Mitgliedstaaten.
Prioritäten des irischen Ratsvorsitzes
Die irische Ratspräsidentschaft sieht als zentrale Priorität, den EU-Binnenmarkt gemäß dem Motto „Ein Europa – ein Markt“ stärker zu integrieren und die Wettbewerbsfähigkeit der EU zu stärken. Dafür stellt sie fünf Themen in den Fokus:
- Vereinfachung von Vorschriften: Die Umsetzung der sogenannten Omnibus-Pakete soll vorangebracht, die “Terrible Ten” (die größten Binnenmakt-Hemmnissen) sollen abgebaut und ein kohärenter Rechtsrahmen soll geschaffen werden.
- Stärker integrierter Binnenmarkt: Der europäische Binnenmarkt soll etwa durch die Umsetzung der Binnenmarktstrategie weiter integriert und gestärkt werden. Die Verhandlungen über den „Industrial Accelerator Act“ oder das „28th regime“ (EU inc.) sollen weitergeführt und der digitale Wandel vorangetrieben werden. Auch eine künftige Spar- und Investitionsunion wird ein wichtiges Thema für Irland sein.
- Förderung des Handels: Irland möchte dazu beitragen, die Handelsbeziehungen der EU zu verlässlichen globalen Partnern weiterzuführen und zu intensivieren sowie die Bemühungen der EU zur Stärkung der wirtschaftlichen Widerstandsfähigkeit zu unterstützen.
- Energiewende: Die Beschleunigung der Energiewende sowie die Bezahlbarkeit und Sicherheit der Energieversorgung stehen im Mittelpunkt. Die Abhängigkeit von Importen fossiler Brennstoffe soll schrittweise abgebaut und der Aufbau eines stärker elektrifizierten, widerstandsfähigeren und effizienteren Energiesystems unterstützt werden.
- Digitales und KI: Irland möchte Kompetenzen der EU in den Bereichen Cloud-Computing und künstliche Intelligenz stärken. Auch die Stärkung der Cybersicherheit und der Cyberresilienz soll eine wichtige Rolle spielen.
Ferner betont Irland die Bedeutung von Innovationen im Gesundheitswesen als zentraler Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit und technologischen Führungsrolle Europas. Aus diesem Grund möchte es die Rechtsvorschriften im Bereich Biotechnologie und Medizinprodukte weiterentwickeln, um die Innovation, Widerstandsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit dieses Schlüsselsektors zu fördern.
Zudem stehen die Themen “Werte der EU” sowie “Sicherheit und Verteidigung” ihrer Bürger ganz oben auf der Agenda.
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Wachstumsmarkt Irland
Irland zählt zu den dynamischsten und international vernetzten Volkswirtschaften Europas. Die irische Wirtschaft zeichnet sich durch eine hohe Investitionsbereitschaft, ein überdurchschnittlich starkes Wirtschaftswachstum und globale Technologiekonzerne aus. Für 2026 wird ein Wachstum der modifizierten Binnennachfrage um 2,1 Prozent erwartet. Für deutsche Unternehmen ergeben sich daraus attraktive Marktchancen, insbesondere als High-Tech- und Innovationsstandort, als Gateway zum EU-, UK- und US-Markt sowie als Zielmarkt für Investitionsgüter und Dienstleistungen. Aber auch als Beschaffungsmarkt bleibt Irland attraktiv.
Zu den irischen Schlüsselbranchen zählen Pharma, BioTech und MedTech. Zudem ist Irland Europas führender Standort für globale Tech-Konzerne im Bereich von Informations- und Kommunikationstechnologie mit Schwerpunkt auf KI, Cloud, Software und Halbleiter. Aber auch im Bereich Bau und Infrastruktur, Energie sowie grüne Technologien hat Irland einiges zu bieten. Marktchancen für deutsche Betriebe bestehen auch im Maschinenbau, in der Automatisierungstechnik sowie im Anlagenbau.
Gute Rahmenbedingungen
Irland bietet ein attraktives Investitionsumfeld mit niedrigen Körperschaftssteuern, einem stabilen Arbeitsmarkt und gut ausgebildeten Fachkräften sowie einer starken Forschungslandschaft. Die Inlandsnachfrage ist robust infolge einer steigenden Bevölkerung und Urbanisierung. Der Staatskonsum legt mit einem Realwachstum von 3,5 Prozent 2026 im Vergleich zum Vorjahr zu. Das hohe Preisniveau bietet attraktive Margen für deutsche Exporteure. Durch eine enge wirtschaftliche Verflechtung mit den USA und dem Vereinigten Königreich sowie einer starken Präsenz multinationaler Konzerne und der Einbindung in globale Wertschöpfungsketten ist Irland ideal für deutsche Unternehmen als Exportstandort.
Aktuelle Herausforderungen
Herausforderungen für einen Markteintritt in Irland sind unter anderem Irlands starke Abhängigkeit von multinationalen Konzernen, hohe Kosten im Bereich der Löhne und Immobilien, eine steigende Inflation sowie der Fachkräftemangel in einzelnen Bereichen bzw. Branchen. Auch ist der Binnenmarkt eher klein und befindet sich in dezentraler Insellage. Außenwirtschaftliche Risiken wie z.B. die derzeit labile US-Handelspolitik im Pharmasektor müssen ebenfalls einkalkuliert werden.
Unsere Unterstützungsangebote
Das Enterprise Europe Network der IHK Südlicher Oberrhein unterstützt die Unternehmen bei Ihrem Markteintritt in Irland sowie ihren Irland-Geschäften mit Informationen und wertvollen Kontakten nach Irland. So können wir Ihnen aktiv bei der Suche nach (neuen) Geschäftspartnern in Irland helfen. Wie das geht, erfahren Sie hier: Internationale Geschäftspartnersuche - IHK Südlicher Oberrhein
Nützliche Kontakt- und Informationsstellen
Botschaft von Irland in Berlin: Official international website of Ireland
Irische Konsulate in Deutschland: Vertretungen Irland
Deutsche Botschaft in Dublin: Deutsche Botschaft Dublin
Länderseite des Auswärtigen Amts: Irland: Steckbrief - Auswärtiges Amt
Länderportal der GTAI: Wirtschaft in Irland