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KI erkennt Bedürfnisse von Quallen
Quallen gehören zu den ältesten und sensibelsten Lebewesen der Erde. Ihr Körper besteht zu fast 98 Prozent aus Wasser und bereits kleinste Veränderungen ihrer Umwelt können ihr Wohlbefinden und ihr Wachstum beeinflussen.
Genau hier setzt das gemeinsame Projekt der JellyFish Farm aus Flieden und der Jumo GmbH & Co. KG an, das erstmals in der KI-Erlebniswelt auf dem Hessentag in Fulda präsentiert wurde.
Hochsensibler Prozess
In einem speziell entwickelten Rundstrom-Aquarium werden echte Ohrenquallen (Aurelia aurita) gehalten und gezüchtet. Eine Kamera erfasst kontinuierlich ihr Wachstum, eine Bilderkennungs-KI wertet die Bilder in Echtzeit aus. Parallel messen Jumo-Sensoren zentrale Wasserparameter wie Sauerstoff, Chlorgehalt, Durchfluss und pH-Wert. Auf dem Automatisierungssystem Jumo variTRON 500 touch werden Mess- und Wachstumsdaten zusammengeführt und machen einen hochsensiblen biologischen Prozess sichtbar.
Ziel und Umsetzung
Bisher musste das Wachstum der Tiere mit bloßem Auge kontrolliert werden, was zeitaufwändig und ungenau war. Die von Jumo entwickelte KI erkennt die Quallen mithilfe spezieller Bildmarkierungen (rotated Bounding Boxes) und liefert exakte sowie reproduzierbare Messwerte. Das entlastet Fachkräfte und schafft mehr Raum für Analyse und Tierwohl. Die Künstliche Intelligenz arbeitet dabei vollständig lokal und kommt ohne Cloud-Anbindung aus. In den nächsten Entwicklungsphasen sollen Sensor- und Wachstumsdaten noch stärker miteinander verknüpft werden. Ziel ist ein selbstoptimierendes, weitgehend autonom arbeitendes Aquarium. Das Projekt zeigt exemplarisch: Jumo entwickelt ganzheitliche Lösungen – von der Sensorik über die Automatisierung bis hin zu KI-Anwendungen. Regional verwurzelt und gleichzeitig weltweit relevant.
Jumo-Mitarbeiter Philipp Reinhard stellt Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus und Bernhard Juchheim das Projekt JellyFish Farm vor (v. re.).
