Konjunkturumfrage Frühjahr 2026

Nächster Dämpfer für die Ostthüringer Wirtschaft

Die Folgen des seit Februar andauernden Iran-Krieges haben der regionalen Konjunktur einen Rückschlag versetzt. Lieferkettenstörungen und erhebliche Preisanstiege bei Energie und anderen Rohstoffen sorgen für eine erneute Stimmungseintrübung bei den Unternehmen. Die Aussicht auf eine konjunkturelle Erholung rückt damit erneut in weite Ferne.
Das zeigt die Konjunkturumfrage der IHK Ostthüringen zu Gera im Frühjahr 2026, an der sich 335 Unternehmen mit insgesamt 13.600 Beschäftigten beteiligt haben.

Die Ergebnisse im Überblick:

Konjunkturklima
Der IHK-Konjunkturklimaindikator, der die Bewertungen der Geschäftslage und die Erwartungen der Unternehmen aggregiert, sinkt auf 84,9 Punkte. Zu Jahresbeginn notierte der Stimmungsindex für die Ostthüringer Wirtschaft noch bei 90,3 Punkten. Der Konjunkturklimaindikator bleibt somit im Frühjahr 2026 deutlich unter der neutralen Marke von 100 Punkten und unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre (103,3 Punkte).
Geschäftslage
Die negativen Auswirkungen des Iran-Krieges sind zunächst noch nicht überall zu spüren. Im Branchendurchschnitt hat sich die Geschäftslage der Unternehmen im Vergleich zur Vorumfrage nur geringfügig verändert. 27 Prozent der Ostthüringer Unternehmen (minus eins) melden eine gute, weitere 45 Prozent (plus vier) eine befriedigende bzw. saisonübliche Lage, während 28 Prozent der Betriebe (minus drei) von schlechten Geschäften berichten.
Erwartungen
Die Erwartungen hingegen gehen deutlich zurück. 40 Prozent der Firmen (plus neun) rechnen mit einer schlechteren Geschäftsentwicklung, nur 13 Prozent der Betriebe (minus eins) machen eine positive Prognose. Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten zeigen sich deutlich in den Geschäftsrisiken der Unternehmen. Die Sorge um die Entwicklung der Energiepreise nimmt deutlich zu – die Preissprünge sind für zwei Drittel der Umfrageteilnehmer ein Risiko (zuvor 45 Prozent). Für erhöhten Kostendruck sorgen auch die steigenden Rohstoffpreise, die für 54 Prozent der Betriebe (plus 14) ein geschäftliches Hemmnis darstellen.
Investitionen
Angesichts der fehlenden Wachstumsperspektive, des hohen Kostendrucks und mangelnder Planbarkeit sind die Investitionspläne vieler Unternehmen restriktiv. Der ohnehin geringe Anteil von Unternehmen mit steigenden oder konstanten Investitionsausgaben geht im Frühjahr erneut zurück (47 Prozent ggü. 50 Prozent in der Vorumfrage), während 53 Prozent der Firmen (plus drei) in den kommenden 12 Monaten weniger oder nicht investieren werden. Das vorrangige Investitionsmotiv ist der Ersatzbedarf. Darüber hinaus stehen Rationalisierungsmaßnahmen und Innovationsvorhaben zur Kostensenkung bzw. Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit im Fokus. Kapazitätserweiterungen planen hingegen unverändert nur 18 Prozent der investierenden Unternehmen.
Beschäftigung
Bei den Beschäftigungsabsichten zeichnet sich ebenfalls keine Trendwende ab. Nur sieben Prozent der Betriebe (plus eins) planen mit zusätzlichem Personal, 74 Prozent der Unternehmen (plus sechs) versuchen, ihre Mitarbeiter zu halten, während 19 Prozent (minus sieben) der Firmen einen Stellenabbau erwägen. Der Saldo der Personalpläne verbessert sich damit zwar gegenüber der Vorumfrage, bleibt aber deutlich im negativen Bereich.
Export
Angesichts geopolitischer Spannungen und der jüngsten Lieferkettenstörungen blicken die Unternehmen mit Skepsis auf das Auslandsgeschäft. Lediglich 14 Prozent der Industriebetriebe (minus zwei) rechnen mit einem steigenden Ausfuhrvolumen, weitere 30 Prozent der Firmen (minus acht) mit stabilen Exporten, während 18 Prozent (plus drei) von einem Rückgang ausgehen und 38 Prozent der befragten Industrieunternehmen (plus sieben) nicht exportieren werden.
Den ausführlichen Konjunkturbericht der IHK Ostthüringen zu Gera finden Sie unter 'Weitere Informationen'.