Aus- und Weiterbildung

Verfahrenstechnologe/-in Metall

Gemäß der Ausbildungsordnung kann der Ausbildungsbetrieb für die praktische Abschlussprüfung Teil 2 aus zwei Prüfungsvarianten wählen. Die Entscheidung welche Variante gewählt wird, trifft der Ausbildungsbetrieb. Die Auswahl wird zusammen mit der Prüfungsanmeldung der SIHK mitgeteilt.
Kriterium Betrieblicher Auftrag Arbeitsaufgabe
Aufgabe/Thema wird vom Ausbildungsbetrieb festgelegt wird vom Ausbildungsbetrieb in Absprache mit dem Prüfungsausschuss festgelegt
Vorbereitung Antragstellung mit Genehmigung durch Prüfungsausschuss Gespräch mit dem Prüfungsausschuss
Durchführung
im Ausbildungsbetrieb
Durchführung wird mit praxisbezogenen Unterlagen dokumentiert.
ohne Anwesenheit des Prüfungsausschusses
im Ausbildungsbetrieb
Durchführung wird mit praxisbezogenen Unterlagen dokumentiert.
mit anwesendem Prüfungsausschuss
Bewertet wird nur das Fachgespräch
  • Durführung
  • begleitendes Fachgespräch
  • Prüfungsstück
Dauer
10 Stunden, zuzüglich
30 Minuten Fachgespräch
4 Stunden, inklusive
30 Minuten situatives Fachgespräch

Prüfungsvariante: Betrieblicher Auftrag

Der betriebliche Auftrag muss vor der Durchführung vom zuständigen Prüfungsausschuss genehmigt werden. Das Antragsverfahren läuft online. Die SIHK nutzt hierfür DiPa (Digitaler Projektantrag). DiPa ist Teil des Azubi-Infocenters. Sofern der Ausbildungsbetrieb die Variante betrieblicher Auftrag gewählt hat, können Auszubildende im Bereich “Weiterführende Links” die Schaltfläche “Digitaler Projektantrag” sehen.
Dem Antrag ist als Anlage eine Entscheidungshilfe beizufügen. Die Vorlagen hierfür sind in der folgenden Berufsliste verlinkt.
Nach der Genehmigung kann der betriebliche Auftrag durchgeführt werden. Bei der Durchführung werden betriebsübliche Dokumente gesammelt und in einer Dokumentation zusammengefasst.

Kriterien für einen genehmigungsfähigen Antrag

  • Einhaltung der berufsspezifischen Inhalte (siehe weiter unten)
  • Prüfungsteilnehmende benötigen “facharbeitertypische” Entscheidungsspielräume
  • Es muss sich um ein reales Projekt handeln
  • Es muss sich um einen vollständigen Handlungszyklus handeln
    (Information, Planung, Durchführung, Kontrolle)
  • Die Anforderungen müssen so komplex sein, dass die fehlerfreie Abwicklung der Arbeitsabläufe und die Erstellung mängelfreier Produkte bzw. Dienstleistungen keine Selbstverständlichkeit ist.

Was gehört in den Antrag?

Das Thema muss so gewählt werden, dass folgende Inhalte abgeprüft werden können:
  1. Art und Umfang von Produktionsaufträgen für die Herstellung von Halbzeugen abstimmen
  2. Informationen für das Herstellen von Produkten beschaffen, auswerten und nutzen sowie sicherheitsrelevante Vorgaben beachten
  3. Auftragsabwicklungen unter Berücksichtigung wirtschaftlicher und ökologischer Gesichtspunkte planen und mit vor- und nachgelagerten Bereichen abstimmen sowie Planungsunterlagen erstellen
  4. Produkte unter Berücksichtigung von Arbeitssicherheit und Umweltschutz herstellen und Terminvorgaben einhalten
  5. betriebliche Qualitätssicherungssysteme anwenden und Ursachen von Qualitätsmängeln systematisch suchen, beseitigen und dokumentieren
  6. die Einsatzfähigkeit von Prüfmitteln feststellen, Prüfpläne und betriebliche Prüfvorschriften anwenden sowie Prüfergebnisse bewerten und dokumentieren
  7. Arbeitsabläufe und Prozessdaten erläutern sowie Produkte an den nachgelagerten Prozessschritt übergeben
  8. Instandhaltungserfordernisse feststellen und notwendige Maßnahmen einleiten.

Ablauf Antragstellung

Ungefähr eine Woche nach dem Anmeldeschluss können Prüfungsteilnehmende über das Azubi-Infocenter auf das Tool “DiPa” (Digitaler Projektantrag) zugreifen. Sobald die Antragstellung möglich ist erscheint hierzu im Bereich “Weiterführende Links” die Schaltfläche “Digitaler Projektantrag”. Nach der ersten Anmeldung müssen die Kontaktdaten des/der Teilnehmenden und des/der Projektbetreuenden eingegeben werden.
Der Antrag wird abschnittsweise in die hierfür vorgesehenen Felder eingetragen.
Die ausgefüllte Entscheidungshilfe wird als Anlage in DiPa hochgeladen.

Was passiert bei einer Ablehnung?

Bei einer Ablehnung erhalten Teilnehmende eine Erläuterung der Gründe die zur Ablehnung geführt haben.
Der Antrag kann insgesamt drei Mal eingereicht werden – Es sind also zwei Nachbesserungen möglich.
Wird ein Projektantrag zum zweiten Mal abgelehnt, so ist ein neues Thema zu wählen.

Vorgaben zur Dokumentation

Umfang

Die Dokumentation wird als PDF-Datei(en) hochgeladen. Der maximale Umfang beträgt 30 Seiten. Der eigentliche Dokumentationsteil darf maximal 10 Seiten umfassen, der Anhang maximal 20 Seiten.

Deckblatt

Das Deckblatt muss folgende Informationen enthalten:
  • Prüfungsteilnehmer/-in
    Name, Vorname
    Telefonnummer
    E-Mail-Adresse
  • Projektbetreuer/-in
    Name, Vorname
    Telefonnummer
    E-Mail-Adresse
  • Ausbildungsbetrieb
    Name
    Anschrift
  • Beruf
  • Prüfungstermin (z.B. Winter 2025)

Format

Dokumentationen sollen gut lesbar und klar strukturiert sein. Empfehlungen zur Formatierung:
  • DIN A4
  • Arial, 12 Pt.
  • einfacher Zeilenabstand
  • schwarz/weiß optimiert

Grobtermine Antragstellung und Upload Dokumentation

Sommerprüfung Winterprüfung
Freischaltung DiPa ca. 7. Februar ca. 7. September
1. Abgabe Antrag 28. Februar 30. September
Bekanntgabe Genehmigung ca. 15. März ca. 15. Oktober
noch nicht genehmigte Themen:
2. + 3. Durchgang
je eine Woche Zeit für Abgabe Teilnehmende
gefolgt von je einer Woche für Prüfungsausschuss
Upload Dokumentation 15. Mai 15. Dezember

Prüfungsvariante: Arbeitsaufgabe

Beim der Arbeitsaufgabe handelt es sich um die “klassische” praktische Prüfung. Das Ausbildungsunternehmen bereitet, anhand der mit dem Prüfungsausschuss abgestimmten Aufgabe, die Prüfung vor:
  • Werkzeuge und Materialien zusammenstellen
  • ggf. Werkstücke vorbereiten
Anschließend wird im Ausbildungsbetrieb – unter Anwesenheit des Prüfungsausschusses – die eigentliche Prüfung durchgeführt und dabei ein begleitendes Fachgespräch geführt.
07.09.2026