Ausbildungsumfrage 2026: Jeder vierte Ausbildungsplatz bleibt unbesetzt
149 Ausbildungsbetriebe aus dem SIHK-Bezirk haben sich an der bundesweiten DIHK-Ausbildungsumfrage beteiligt. Die Ergebnisse zeigen: Unternehmen möchten weiterhin ausbilden, stoßen jedoch zunehmend auf Schwierigkeiten bei der Gewinnung geeigneter Auszubildender.
Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick
- 149 befragte Ausbildungsbetriebe
- Jeder 4. Ausbildungsplatz blieb unbesetzt
- 74 Prozent der unbesetzten Stellen scheiterten an fehlenden oder geeigneten Bewerbungen
- 95 Prozent sehen Defizite bei den Ausbildungsstartkompetenzen
- 38 Prozent planen künftig weniger Ausbildungsplätze
- 55 Prozent nutzen KI bereits oder messen ihr eine mittlere bis hohe Bedeutung bei
1. Ausbildungsmarkt
Jeder zweite Betrieb konnte alle Ausbildungsplätze besetzen.
Zwar konnten wieder mehr Unternehmen alle Ausbildungsplätze besetzen als im Vorjahr. Dennoch bleibt die Gewinnung geeigneter Bewerberinnen und Bewerber die größte Herausforderung.
Mehr als jeder vierte Ausbildungsplatz blieb unbesetzt.
2. Warum bleiben Ausbildungsplätze unbesetzt?
Nicht der Bewerbermangel ist das Hauptproblem – sondern die fehlende Passung.
3. Ausbildungsengagement der Unternehmen
Knapp jedes zweite Unternehmen hält sein Ausbildungsangebot stabil. Gleichzeitig plant mehr als jedes dritte Unternehmen eine Reduzierung der Ausbildungsplätze.
4. Ausbildungsstartkompetenzen
95 Prozent der Betriebe sehen Defizite bei den Ausbildungsvoraussetzungen.
Unternehmen berichten insbesondere von Defiziten bei den schulischen Basiskompetenzen sowie bei überfachlichen Fähigkeiten wie Resilienz, Sozialverhalten und Verlässlichkeit.
5. Unternehmen geben Jugendlichen eine Chance
Viele Unternehmen investieren zusätzlich in Förderung und Integration.
Mehr als ein Drittel der Unternehmen gibt leistungsschwächeren Jugendlichen grundsätzlich eine Chance und unterstützt sie mit zusätzlichen Förderangeboten.
6. Künstliche Intelligenz in der Ausbildung
KI ist für viele Betriebe relevant, aber noch kein dominierendes Ausbildungsthema.
KI etabliert sich schrittweise in der Ausbildung. Der Schwerpunkt liegt derzeit auf Lern- und Unterstützungsprozessen.
Handlungsbedarf aus Sicht der SIHK
Die Ausbildungsumfrage macht deutlich: Um den Fachkräftenachwuchs langfristig zu sichern, besteht aus Sicht der SIHK insbesondere in folgenden Bereichen Handlungsbedarf:
- Investitionsoffensive für moderne Berufskollegs starten
- Ausbildungsstartkompetenzen stärken und an Future Skills orientieren
- KI-Kompetenzen systematisch in Schulen und Unterricht verankern
- Praxisnahe und ergebnisoffene Berufsorientierung ausbauen
- Übergänge von der Schule in den Beruf individuell begleiten
- Internationale Fachkräftegewinnung durch Bürokratieabbau erleichtern
Thomas Haensel, Geschäftsbereichsleiter „Menschen bilden“ bei der SIHK, betont: „Die Unternehmen wollen ausbilden. Häufig fehlen jedoch Bewerberinnen und Bewerber mit den notwendigen schulischen Grundlagen und den erforderlichen sozialen Kompetenzen. Deshalb müssen wir den Übergang von der Schule in den Beruf weiter verbessern und die berufliche Bildung stärken."
An der Umfrage haben sich vom 11. bis 29. Mai 2026 149 Betriebe aus dem SIHK-Bezirk beteiligt.
29.07.2026