Wettbewerbsfähigkeit stärken, Bürokratie abbauen, Landtagswahl sachlich begleiten!
Halle (Saale), 25. März 2026. In ihrer Frühjahrssitzung am 25. März 2026 hat die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK) zentrale wirtschaftspolitische Herausforderungen für Sachsen-Anhalt und Deutschland diskutiert. Im Mittelpunkt standen die anhaltende wirtschaftliche Stagnation, strukturelle Wettbewerbsnachteile des Standorts sowie die Rolle der Wirtschaft im Vorfeld der Landtagswahl 2026.
IHK-Präsident Sascha Gläßer betonte in seinem Bericht, dass sich die Wirtschaft weiterhin in einer hartnäckigen Stagnation befinde.
„Die Ursachen sind strukturell: Energie ist zu teuer, Arbeit wird immer teurer, die Steuerlast bleibt hoch und die Bürokratie bindet weiterhin Kräfte, die unsere Unternehmen an anderer Stelle dringend brauchen“, sagte Gläßer.
Zugleich verwies der IHK-Präsident darauf, dass der Reformbedarf auf Bundesebene zwar inzwischen klar erkannt und auch offen benannt werde, daraus aber noch zu selten wirksame Entlastungen folgten.
„Die richtige Problembeschreibung allein reicht nicht aus. Entscheidend ist, ob daraus auch Reformen entstehen, die in den Unternehmen tatsächlich spürbar ankommen“, so Gläßer weiter.
Ansonsten werde die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft weiter geschwächt.
Mit Blick auf Sachsen-Anhalt hob Gläßer hervor, wie wichtig es sei, die wirtschaftspolitische Debatte vor der Landtagswahl 2026 mit Sachverstand und konkreten Lösungen zu begleiten.
„Wir wollen polemischen und unsachlichen Debatten etwas entgegensetzen – nämlich wirtschaftspolitische Argumente, die wohl durchdacht und durch die Praxis erfahrungsgestützt die Konsequenzen politischer Entscheidungen klar benennen“, sagte der IHK-Präsident.
Die Vollversammlung beschloss in diesem Zusammenhang ein Positionspapier zur Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026 (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 8769 KB).
Darin formuliert die IHK Halle-Dessau ihre wirtschaftspolitischen Erwartungen an die Landespolitik unter anderem in den Bereichen
- Arbeitsmarkt
- Bildung
- Innovation
- Internationalisierung
- Bürokratieabbau
- Energie und
- Infrastruktur
Das Papier soll der IHK in den kommenden Monaten als Grundlage für den Dialog mit Parteien, Kandidaten und Öffentlichkeit dienen.
Darüber hinaus würdigte die Vollversammlung die positiven Rückmeldungen zur laufenden IHK-Standortkampagne Unsere Wirtschaft - stark vor Ort!. Diese solle dazu beitragen, die wirtschaftlichen Stärken Sachsen-Anhalts sichtbarer zu machen und das Vertrauen in den Standort weiter zu stärken.
Einen zusätzlichen Impuls erhielt die Vollversammlung durch einen Gastvortrag von Prof. Dr. Johannes Varwick, Präses des Wissenschaftlichen Forums Internationale Sicherheit sowie Professor für internationale Beziehungen und europäische Politik, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Politikwissenschaft.
In seinem Beitrag zum Umgang mit politischen Rändern ordnete er aktuelle Entwicklungen im Parteiensystem aus politikwissenschaftlicher Perspektive ein.
Die IHK Halle-Dessau ist die gemeinsame Stimme von 52.000 Unternehmen im südlichen Sachsen-Anhalt. Ihre Mitglieder sichern 400.000 Arbeitsplätze und tragen mit jährlich 30 Milliarden Euro maßgeblich zur regionalen Wertschöpfung bei. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts vereint die IHK Gesamtinteressenvertretung, Dienstleistungen und hoheitliche Aufgaben.