Sachsen-Anhalts Freizeitbranche bleibt trotz Herausforderungen optimistisch
Halle (Saale)/ Magdeburg, 6. August 2026. Die Freizeitunternehmen in Sachsen-Anhalt blicken optimistisch auf das laufende Jahr: Knapp 60 Prozent der befragten Einrichtungen gehen von gleichbleibenden und 31 Prozent von steigenden Besucherzahlen gegenüber dem Vorjahr aus, in dem insgesamt knapp 8,5 Millionen Gästegezählt werden konnten. Zuwächse verzeichnen vor allem Museen und Ausstellungen, Burgen, Schlösser und Sakralbauten. Hohe Besuchszahlen konnten Museen und Ausstellungen mit knapp 1,9 Millionen, touristische Verkehrsträger mit über 1,6 Millionen und Freizeiteinrichtungen mit über eine Million Gästen generieren. Leichte Rückgänge gab es dagegen bei Besucherführungen sowie in Tierparks, Zoos, Theater und Bühnen.
Das sind die wichtigsten Ergebnisse des von der Landesarbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern in Sachsen-Anhalt (LAG) erstellten „IHK-Freizeitbarometers Sachsen-Anhalt 2026“. Die LAG hatte dafür 650 touristische Einrichtungen im Land befragt.
Die höchsten Besucherzuwächse gegenüber dem Vorjahr verzeichnet mit einem Plus von fünf Prozent die Region Magdeburg, Elbe-Börde-Heide, gefolgt von der Altmark mit plus 1,4 Prozent. Die Tourismusregion Harz erreichte in etwa gleichgebliebene Besucherströme. Halle, Saale-Unstrut (minus ein Prozent) und Anhalt-Dessau-Wittenberg (minus drei Prozent) konnten die guten Vorjahresergebnisse nicht halten.
Die höchsten Besucherzuwächse gegenüber dem Vorjahr verzeichnet mit einem Plus von fünf Prozent die Region Magdeburg, Elbe-Börde-Heide, gefolgt von der Altmark mit plus 1,4 Prozent. Die Tourismusregion Harz erreichte in etwa gleichgebliebene Besucherströme. Halle, Saale-Unstrut (minus ein Prozent) und Anhalt-Dessau-Wittenberg (minus drei Prozent) konnten die guten Vorjahresergebnisse nicht halten.
„Die Freizeitbranche in Sachsen-Anhalt ist nach wie vor ein starker Magnet für das touristische Image Sachsen-Anhalts. Aber auch sie steht vor zum Teil erheblichen Herausforderungen: Trotz guter Gästezahlen kämpft ein Fünftel der befragten Einrichtungen mit Liquiditätsengpässen, 17 Prozent mit einem Rückgang der Eigenkapitaldecke und zehn Prozent mit erschwerten Zugängen zu Fremdkapital“, so Antje Bauer, Geschäftsführerin für Starthilfe und Unternehmensförderung der IHK Halle-Dessau.
„Der Spielraum für Investitionen ist daher geringer, so dass knapp ein Viertel der Befragten keine Investitionen im laufenden Jahr umsetzen können“, so Bauer weiter.
„Freizeiteinrichtungen sind wichtige Botschafter Sachsen-Anhalts. Mit ihren attraktiven Angeboten begeistern sie Gäste, schaffen unvergessliche Erlebnisse und leisten einen entscheidenden Beitrag dazu, die Aufenthaltsdauer von Besucherinnen und Besuchern zu verlängern. Besonders hervorzuheben ist die enge Zusammenarbeit mit Touristinformationen, Verbänden und weiteren regionalen Partnern. Diese starke Vernetzung unterstreicht die hohe Professionalität der Akteure und stärkt nachhaltig die Wettbewerbsfähigkeit des Tourismusstandorts Sachsen-Anhalt“, sagt Susanne Eva Dörrwand, Geschäftsführerin Handel, Tourismus, Dienstleistungen und Unternehmensförderung der IHK Magdeburg.
Ergebnisse der LAG-Umfrage im Detail:
Preise
Trotz Preissensibilität der Besucher planen 21 Prozent der Unternehmen Preiserhöhungen für das Jahr 2026, 59 Prozent wollen ihre Preise beibehalten. Spielraum für Senkungen sieht keiner der Befragten. Knapp ein Viertel aller Beschäftigten der Branche arbeiten im Ehrenamt, so dass Freizeitangebote auch kostenfrei angeboten werden können (20 Prozent).
Investitionen
Über ein Viertel der Freizeiteinrichtungen plant 2026 höhere Investitionen. Vor allem Modernisierung, Qualitätsverbesserung (37 Prozent), Ersatzbeschaffungen (27 Prozent), aber auch neue Attraktionen und Erweiterungen (19 Prozent) werden als Hauptmotive benannt. Nach Kategorien betrachtet, investieren hauptsächlich die Zoologischen Gärten (83 Prozent), die touristischen Verkehrsträger (67 Prozent), die Bühnen und Theater (42 Prozent), Landschaftsattraktionen (40 Prozent) sowie Bäder und Thermen (21 Prozent).
Kundenbindung- bzw. Gewinnung
Fast alle Einrichtungen nutzen das Internet als Plattform, 77 Prozent Social-Media-Kanäle und 74 Prozent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Über Mailingaktionen machen 28 Prozent, über Beteiligung an Messen 26 Prozent auf sich aufmerksam: Über die Hälfte der Befragten bietet zusätzlich Aktionstage und Events an, über die Teilnahme an Gästekarten versuchen knapp ein Drittel der Einrichtungen ihre Gäste zu binden.
Organisation/Netzwerke
Die Freizeitbranche ist gut in der Tourismusbranche organisiert. Vor allen zu Touristinformationen (82 Prozent) und Regionalverbänden (56 Prozent) wird ein intensiver Kontakt gepflegt. Darüber hinaus sind die Einrichtungen mit dem Landkreis bzw. der Wirtschaftsförderung (40 Prozent), der Landestourismusorganisation (34 Prozent), dem Landestourismusverband (30 Prozent), den Industrie- und Handelskammern (24 Prozent) bzw. dem DEHOGA Sachsen-Anhalt (14 Prozent) vernetzt. Dass diese Netzwerke sinnvoll sind, zeigt die hohe Zufriedenheit aller Befragten (96 Prozent zufrieden bzw. sehr zufrieden) mit ihren Netzwerkpartnern.
Hintergrund IHK-Freizeitbarometer:
Für das IHK-Freizeitbarometer nimmt die LAG, die die Interessen von insgesamt 100.000 Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft in Sachsen-Anhalt vertritt, seit 2017 einmal jährlich tourismusrelevante Anziehungspunkte Sachsen-Anhalts, deren aktuelle Lage, Erwartungen an das kommende Jahr sowie Aussagen zu ausgewählten aktuellen Branchenthemen in den Blick und bewertet diese zusammenfassend. Das „IHK-Freizeitbarometer Sachsen-Anhalt 2026“ stützt sich auf die Rückmeldungen von 231 Freizeitunternehmen und tourismusrelevanten Einrichtungen – davon 165 Umfrageteilnehmer aus dem IHK-Bezirk Halle-Dessau und 66 aus dem IHK-Bezirk Magdeburg. Es ist im Internet unter www.ihk.mom/halle und www.ihk.mom/magdeburg abrufbar.