KI: Fehlvorstellungen halten sich hartnäckig bei Jugendlichen

Eine Studie der Universität Tübingen und des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik zeigt: Viele Jugendliche überschätzen die Fähigkeiten von KI und korrigieren diese Einschätzung häufig nicht von selbst. Ohne gezielte Förderung könnten bestehende Bildungsunterschiede weiter zunehmen.

Weitere Inhalte der Studie
Die Schülerinnen und Schüler heutzutage sind die ersten, die mit Generativer Künstlicher Intelligenz (GenKI) aufwachsen und sie auch selbstverständlich im Alltag nutzen als „KI-Natives“. Es bleiben jedoch oft Fehleinschätzungen über die Fähigkeiten von KI-Modellen bestehen:
  • Zwar hält nur eine kleine Anzahl der Schülerinnen und Schüler KI für allwissend, aber im Jahr 2023 stimmten immerhin rund 13 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass KI alles wisse, 2024 sank der Anteil dann auf rund zehn Prozent.
  • Die Meinung, dass KI keine Fehler mache, vertraten 2023 knapp zehn Prozent und 2024 immer noch rund sechs Prozent.
  • Außerdem waren im Jahr 2023 sogar 39 Prozent der Jugendlichen der Ansicht, dass KI mehr wisse als die eigenen Lehrkräfte, im Folgejahr waren es immer noch 34 Prozent.
Die Auswertung hat außerdem festgestellt, dass einmal entstandene Fehlvorstellungen meist bestehen bleiben. Allerdings korrigierten besonders Schülerinnen und Schüler mit guten Ergebnissen in kognitiven Tests, hoher Offenheit für Neues und Freude an anspruchsvollem Denken fehlerhafte Annahmen häufiger als andere. Die Forschenden sehen darin ein Risiko für wachsende Bildungsungleichheiten. Sie empfehlen deshalb, den kritischen Umgang mit KI gezielt im Unterricht zu fördern und Schülerinnen und Schüler systematisch dabei zu unterstützen, die Möglichkeiten und Grenzen der Technologie realistisch einzuschätzen.
Weitere Informationen zur Studie inklusive einer Grafik sind auf der Website der Eberhard Karls Universität Tübingen zu finden.

Zur Studie:
Für die Studie wurden 870 mathematisch-naturwissenschaftlich talentierte Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen sechs bis acht in den Jahren 2023 und 2024 befragt.
Stand: 17.08.2026