Halal und Koscher
Webinar: Halal und Koscher für Gastro und Lebensmittelbranche
Welche Anforderungen Unternehmen erfüllen müssen, um halal- oder koscherkonform zu arbeiten, darüber informiert ein Webinar am 3. November um 10 Uhr. Es gibt via MS Teams einen praxisnahen Überblick über die wichtigsten Grundlagen, Zertifizierungsprozesse und betrieblichen Anforderungen. Die Teilnehmenden erfahren, wie Gastronomie- und Lebensmittelbetriebe religiöse Standards normgerecht umsetzen, typische Fallstricke vermeiden und neue Marktpotenziale erschließen können.
Die Referenten:
Polina Petrova ist Expertin bei der Givaudan Deutschland GmbH, einem weltweit führenden Unternehmen für Geschmacks-, Aroma- und Ingredients-Lösungen in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Sie bringt umfassende Praxiserfahrung zu internationalen Marktanforderungen sowie zur Umsetzung von Halal- und Koscher-Standards mit.
Helge Bruhn ist Koscher- und Halal-Beauftragter der Uelzena Gruppe, einem führenden deutschen Hersteller von Milchprodukten. In seiner Funktion begleitet er die praktische Umsetzung der Anforderungen im Unternehmensalltag und gibt Einblicke in Zertifizierungsprozesse sowie bewährte Vorgehensweisen aus der Praxis.
Zur Anmeldung bei der Niederrheinischen IHK:
Arbeitsgruppe Halal und Koscher der IHK Hannover bundesweit aktiv
Seit über 16 Jahren gibt es die bundesweite Arbeitsgruppe Halal und Koscher unter dem Dach der IHK Hannover. Entstanden nach einer internationalen Fachveranstaltung für die Exportwirtschaft im Agrar- und Ernährungsbereich, während der ein Blick auf den internationalen Markt für Halal- und Koscher-Produkte gelegt wurde. Zu den Teilnehmenden dieser Veranstaltung, die im Anschluss zu den Gründern der Arbeitsgruppe zählten, gehörten die Uelzena eG, Symrise AG, VOGELEY GmbH, Bahlsen GmbH & Co. KG, Martin Braun Backmittel und Essenzen KG, Dr. August Oetker Nahrungsmittel KG und die MOLDA AG.
Einmalig in Deutschland, verfügt die AG Halal und Koscher heute über rund 400 Mitglieder bundesweit. In den letzten Jahren hat sich zudem eine Internationale Gruppe mit rd. 50 Mitgliedern daraus aufgebaut, in der deutsche und internationale global agierende Konzerne aktiv sind.
Zum Beginn der Aktivitäten ging es um Transparenz bei der Halal-Zertifizierung in Deutschland und den Anrainern beim Vertrieb von Produkten auf internationale Märkte – ein klassisches Nischenthema - Information und Wissen über Akteure, Strukturen, Vorgaben und Kosten, um Produkte für den Weltmarkt fit zu machen. Große internationale Zertifizierungsorganisationen und nationale Halal-Behörden haben sich gegenseitig anerkannt und so den internationalen Vertrieb stimuliert.
Heute haben Koscher und insbesondere Halal die Nische verlassen. Beide Siegel, für die Konsumenten ein Zeichen des Vertrauens, sind aus dem internationalen Geschäft zum Beispiel mit Lebensmitteln, chemischen und pharmazeutischen Produkten, Kosmetika und einigem mehr nicht mehr wegzudenken. Je breiter der Vertrieb der Produkte weltweit, desto breiter muss auch deren Akzeptanz gesichert sein, um Konsumenten in jeder Region der Welt zufriedenzustellen.
Und so haben sich auch die Fragestellungen, Herausforderungen und Hürden in diesem Geschäft verändert – insbesondere mit Blick auf Halal. Die Herausforderungen liegen heute vorrangig im Ausland: Nationale Zertifizierungsbehörden und von Regierungen berufene Exklusivzertifizierer für ganze Ländermärkte stellen für die Einfuhr und den Vertrieb ganz individuelle Vorgaben und Regularien auf, die Halal-Produkte zu erfüllen haben. Und diese Entwicklung macht Schule: Immer mehr Länder implementieren eigene Anforderungen bei Einfuhr und Vertrieb von Halal-Produkten: wer diese nicht erfüllt, erhält keinen Marktzugang. Anstatt den Markt weiter zu öffnen, um Konsumenten eine breitere Auswahl an Halal-Produkten zu bieten, werden in immer mehr Zielmärkten die Türen für das Halal-Geschäft geschlossen, es sei denn, man verfügt über den einen passenden Schlüssel. Dies stellt Halal-Lieferanten weltweit vor große Herausforderungen.
Früher gab es 2 – 3 große Zertifizierungsorganisationen, sie waren international so gut wie überall akzeptiert und mit deren Siegel konnte man die Märkte weltweit erreichen. Heute müssen international agierende Unternehmen den immer seltener möglichen Spagat hinbekommen - nämlich so viele Länder wie möglich mit einem Halal-Zertifikat zu erreichen. Dies bedeutet in der Konsequenz: Länder, die eine Zusammenarbeit nach ihren eigenen nationalen Halal-Regularien und Siegeln erwarten, sind entweder strategisch von so großer Relevanz für Halal-Lieferanten, dass zusätzliche Vorgaben und Siegel und somit Kosten in Kauf genommen werden oder der Markt wird aufgegeben. Dies ist gleichermaßen für den Handel und jeden einzelnen Konsumenten in diesen Märkten bitter, die zukünftig auf eine breite Vielfalt an Produkten verzichten müssen.
Die Arbeitsgruppe Halal und Koscher steht mit Information, Rat und Unterstützung zu internationalen Halal- und Koscher-Themen interessierten Unternehmen zur Verfügung. AG-Sitzungen finden über das Jahr verteilt – virtuell und in Präsenz - statt, so auch Seminare zu „Halal und Koscher im Produktionsprozess“. Um alle Mitglieder bundesweit „abzuholen“ tagt die AG auch immer wieder unter dem Dach von Partner-IHKn bundesweit. Termine finden sich auf der Webseite der Arbeitsgruppe.
Stand: 28.10.2026
