#ihk_standpunkte:
Nr. 7167918
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IHK Hannover

#ihk_standpunkte: „Nachhaltigkeitsberichterstattung"

Darum geht es:

Globale Erwärmung, Rohstoffknappheit, soziale Missstände wie auch geopolitische Krisen sind nur einige der Faktoren, die eine Transformation zu einer nachhaltigen Wirtschaft erfordern. Hinter dieses Ziel, die Lebens- und Wirtschaftsgrundlagen mittel- und langfristig zu erhalten, hat sich die Wirtschaft gestellt. Andererseits müssen auch die Unternehmen in dieser Transformation lebens- und wettbewerbsfähig bleiben.
Das ist unverzichtbar.
Für die Transformation in Richtung Nachhaltigkeit hat die Europäische Union mit ihrer Nachhaltigkeitsgesetzgebung einen Rahmen gesetzt. Zunächst 2019 bezeichnet als European Green Deal, ist er inzwischen nach einigen Veränderungen als Clean Industrial Deal bekannt. Individuelles Wirtschaften soll nachhaltig werden, um ein gesamtgesellschaftliches Optimum zu erreichen.

Negative Umweltauswirkungen, soziale Benachteiligung und fehlende oder unzureichende Führungsmechanismen werden mit einem sehr komplexen Regelwerk angesprochen, dessen einzelne, aufeinander abgestimmte, Regulierungen über den EU-Raum hinaus
wirken und nahezu alle Unternehmen wenigstens mittelbar betreffen. Nachhaltiges Wirtschaften soll mit den Regulierungen transparent, vergleichbar und marktrelevant gemacht werden. Dazu müssen Unternehmen das eigene Handeln erfassen, um den bestehenden Anforderungen zu genügen.
Inhalte und Pflichten, wie auch die Rechtsetzungsprozesse an sich, sind dabei häufig nicht harmonisiert, für juristische Laien kaum rechtssicher anwendbar und äußerst komplex. Durch Prozess, Struktur und Inhalt der Gesetzgebung können Fehlanreize entstehen.
Immerhin sollte mit Aufschüben des Anwendungsbeginns („Stop-the-Clock-Regelungen“) Unternehmen die Anwendbarkeit der Regulierungen erleichtert werden.
Es wurde bereits mit verschiedenen Überarbeitungen (Omnibus-Verfahren) gegengesteuert. Bei nahezu gleicher Wirksamkeit für Umwelt und Gesellschaft wurde dabei Komplexität abgebaut und der Kreis betroffener Unternehmen verkleinert. Leider wurden beispielsweise miteinander verbundene Regulierungen nicht gleichmäßig angesprochen, sodass weiterer Harmonisierungsbedarf entstand.
Dieser Standpunkt behandelt Struktur und Anwendung der EU-Regulierung, hauptsächlich der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Er blendet dabei Auswirkungen auf die europäische wie auch internationale Wettbewerbsfähigkeit nicht aus; eine tiefer-
gehende Behandlung wird hier aber nicht vorgenommen.

Handlungsfelder aus Sicht der IHK Hannover:

1. Europäische Rechtssetzung verbessern
2. Echte Nachhaltigkeit statt Bürokratie
3. Verhältnismäßigkeit wahren und Datensparsamkeit beachten
4. Harmonisierung der Regulation
5. Mittelstand stärken statt überfordern

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Dr.Mirko-Daniel Hoppe
Stellv. Hauptgeschäftsführer