23.10.2026

Finanzierung und Förderung von Digitalisierungsvorhaben

Mittelständische Unternehmen finanzieren Digitalisierungsprojekte deutlich häufiger aus eigenen Mitteln und nutzen dafür seltener Bankkredite als bei vergleichbaren Investitionen in Sachanlagen.
Digitalisierungsvorhaben werden zu einem deutlich höheren Anteil aus internen Mitteln und zu einem geringeren Anteil über Bankkredite finanziert als Sachinvestitionen.
Mittelständische Unternehmen finanzieren Digitalisierungsprojekte systematisch anders als Investitionen in Sachanlagen. Selbst bei vergleichbaren Unternehmen und ähnlicher Projektgröße werden Digitalisierungsvorhaben im Durchschnitt zu einem um sieben Prozentpunkte höheren Anteil aus internen Mitteln und zu einem um sieben Prozentpunkte geringeren Anteil über Bankkredite finanziert als Sachinvestitionen.
Die Nutzung von Fördermitteln unterscheidet sich dagegen zwischen Digitalisierungs- und Investitionsvorhaben nur unwesentlich. Diese Untersuchungsergebnisse entsprechen theoretischen Überlegungen, wonach besondere Merkmale von Digitalisierungsprojekten, wie Unsicherheit über den Erfolg, Schwierigkeiten bei der Bewertung dieser Vorhaben und unzureichende Sicherheiten, vor allem einer externen Finanzierung mithilfe von Bankkrediten entgegenstehen.

Digitalisierungsaktivitäten hängen stark von internen Mitteln ab

Die geringere Nutzung externer Quellen bei Digitalisierungsprojekten zeigt sich unabhängig von der Unternehmensgröße, Bonität oder dem Projektumfang. Mit steigender Vorhabensgröße greifen Unternehmen bei Sachinvestitionen deutlich stärker auf externe Finanzierung zurück als bei Digitalisierungsvorhaben.
Besonders große Mittelständler verwenden Bankkredite für Sachinvestitionen wesentlich häufiger als für Digitalisierungsprojekte. Da Größenrisiken über die Bonitätsbewertung bereits berücksichtigt sind, deutet dies auf mangelnde Kreditsicherheiten – insbesondere bei kleineren Unternehmen und bei digitalisierungsbezogenen Vorhaben – als zentrale Ursache hin. Die Digitalisierungsaktivitäten mittelständischer, insbesondere kleiner Unternehmen hängen somit stark von der Verfügbarkeit interner Mittel ab.

Finanzierungsengpässe bremsen die Digitalisierung

Aufgrund begrenzter und häufig schwankender Cashflows reduzieren mittelständische Unternehmen ihre Digitalisierungsanstrengungen. Gleichzeitig verlagert sich der Fokus von langfristigen Digitalisierungsvorhaben auf Projekte, die kurzfristig umgesetzt werden können.
Infolge dieser Finanzierungsengpässe bleibt vorhandenes Digitalisierungspotenzial unausgeschöpft. Aus gesamtwirtschaftlicher Sicht führt dies zu einem zu niedrigen Digitalisierungsniveau. Da für deutliche Produktivitätszuwächse hohe und kontinuierliche Digitalisierungsanstrengungen erforderlich sind, dürfte die Finanzierungsproblematik die gesamtwirtschaftliche Produktivitätsentwicklung merklich dämpfen.

Digitalisierungspotenziale besser nutzen

Die Finanzierung von Digitalisierungsprojekten bleibt für viele mittelständische Unternehmen eine Herausforderung. Besonders kleinere Betriebe stoßen dabei häufig an finanzielle Grenzen. Fehlen ausreichende Eigenmittel oder passende Finanzierungsmöglichkeiten, werden Digitalisierungsmaßnahmen verschoben, verkleinert oder nicht umgesetzt.
Dabei sind kontinuierliche Investitionen in digitale Technologien eine wichtige Voraussetzung, um Prozesse effizienter zu gestalten, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und langfristige Produktivitätsgewinne zu erzielen. Damit bestehende Digitalisierungspotenziale ausgeschöpft werden können, benötigen Unternehmen passende Finanzierungs- und Förderangebote für ihre digitalen Vorhaben.
Die IHK Heilbronn-Franken organisiert regelmäßig Zukunftssprechstunden im IPAI. Das Beratungsangebot richtet sich an Unternehmen und Start-ups mit Digitalisierungs-, KI- und Innovationsvorhaben. Die nächsten Zukunftssprechstunden finden am 10. November 2026 und am 12. Januar 2027 statt.
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