Aktueller IHK-Konjunkturbericht für das 3. Quartal 2026
Spürbarer Aufwärtstrend im dritten Quartal.
Trotz bestehender Unsicherheitsfaktoren hat sich das konjunkturelle Stimmungsbild der Unternehmen in der Region Heilbronn-Franken im 3. Quartal 2026 spürbar verbessert. Die Lageurteile liegen auf einem Niveau, das zuletzt vor drei Jahren überschritten wurde. Auch die Geschäftserwartungen haben sich aufgehellt. Die regionale Wirtschaft setzt ihren Erholungskurs fort. Allerdings ist der Aufschwung teuer erkauft. Er beruht vor allem auf steigenden Exporten in den EU-Binnenmarkt sowie auf schuldenfinanzierten Staatsausgaben aus dem Sondervermögen und den Verteidigungsinvestitionen. Das sind die zentralen Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Heilbronn-Franken, an der sich 322 Betriebe aller Branchen und Größenklassen mit insgesamt rund 81.000 Beschäftigten aus dem gesamten IHK-Bezirk beteiligt haben.
Die Linien geben jeweils den Saldo der Prozentanteile positiver und negativer Urteile der Unternehmen aller Branchen zur aktuellen Geschäftslage sowie zur erwarteten Geschäftslage an.
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In der Industrie sind die Lageeinschätzungen auf den höchsten Stand seit Sommer 2023 gestiegen. Die Unternehmen rechnen weiterhin mit einer günstigen Exportentwicklung. Bei den Investitionsplanungen im Inland halten sie sich jedoch wieder spürbar zurück. Auch im Dienstleistungssektor hat sich die Lage verbessert. Dagegen hat sich das Stimmungsbild in Teilen der binnenwirtschaftlichen Branchen wie im Baugewerbe im positiven Bereich bei fehlenden Aufträgen verschlechtert. Auch der Einzelhandel leidet weiter unter einer starken Kaufzurückhaltung der Kunden.
Stimmungsbild spürbar verbessert
29 Prozent (Vorquartal 27 Prozent) der Betriebe insgesamt melden eine gute Geschäftslage, während 17 Prozent (Vorquartal 21 Prozent) mit der wirtschaftlichen Situation unzufrieden sind. Der Saldo der Lageurteile liegt damit auf einem Niveau, das zuletzt vor drei Jahren überschritten wurde. Gleichzeitig befindet sich der Wert mit 11 Prozentpunkten jedoch deutlich unter seinem langjährigen Durchschnitt von 22 Prozentpunkten. Auch die Geschäftserwartungen haben sich weiter aufgehellt. 23 Prozent (Vorquartal 18 Prozent) der Unternehmen erwarten eine bessere zukünftige Entwicklung, während wie im Vorquartal 21 Prozent von einer Verschlechterung ausgehen.
Hohe Standortkosten und schwache Inlandsnachfrage bleiben Wachstumsbremsen
Die größten Sorgen bereiten den Unternehmen aktuell die hohen Energiepreise (55 Prozent, zuvor 48 Prozent), die Arbeitskosten (52 Prozent, zuvor 55 Prozent) sowie die Inlandsnachfrage (52 Prozent, zuvor 59 Prozent). Für 43 Prozent (zuvor 51 Prozent) sind die geopolitischen Spannungen, für 41 Prozent (zuvor 39 Prozent) die Rohstoffpreise und für 37 Prozent (zuvor 34 Prozent) die Wirtschaftspolitik zentrale Herausforderungen. Der Fachkräftemangel hat leicht auf 37 Prozent zugenommen (zuvor 34 Prozent).
Wenig Änderungen am Arbeitsmarkt
Am Arbeitsmarkt gibt es wenig Änderungen. Die Beschäftigungserwartungen der Betriebe haben sich im negativen Bereich per saldo erneut leicht verbessert. 13 Prozent (Vorquartal 14 Prozent) wollen neue Mitarbeiter einstellen, 23 Prozent (Vorquartal 26 Prozent) sehen einen Stellenabbau vor.
Private Investitionen und Inlandsnachfrage stocken - entschlossener Reformkurs notwendig
Die regionale Wirtschaft setzt damit ihren Erholungskurs fort. Die Unternehmen haben offenbar den jüngsten massiven Anstieg der Energiepreise abgeschüttelt. Sie sind widerstandsfähiger als gedacht. Allerdings ist dieser Aufschwung teuer erkauft. Er beruht vor allem auf steigenden Exporten in den EU-Binnenmarkt sowie auf schuldenfinanzierten Staatsausgaben aus dem Sondervermögen und den Verteidigungsinvestitionen. Der eigentliche Motor stockt, die privaten Investitionen und die inländische Nachfrage kommen nicht in Schwung. Was Unternehmen jetzt brauchen, ist ein entschlossener Reformkurs. Kosten senken, Bürokratie abbauen, Verfahren beschleunigen, Infrastruktur modernisieren. In allen Feldern muss die Bundesregierung drei Gänge hochschalten.