TECHNISCHE WEITERBILDUNG
Elektrofachkraft werden: Welche Weiterbildung passt zu dir?
Elektrofachkraft, festgelegte Tätigkeiten oder Hochvolt – welcher Kurs passt zu dir?
Du übernimmst elektrotechnische Aufgaben oder arbeitest mit Hochvolt-Systemen? Dann brauchst du – abhängig von Tätigkeit und Vorbildung – die passende Qualifikation. Unsere IHK-Weiterbildungen bereiten dich auf klar abgegrenzte Tätigkeiten, umfassende elektrotechnische Verantwortung oder Arbeiten an Hochvolt-Systemen vor. Vergleiche Voraussetzungen, Berechtigungen, Dauer und Kursformate und finde den Weiterbildungsweg, der zu deinem Arbeitsalltag passt.
Warum ist die Qualifikation zur Elektrofachkraft wichtig?
Der Hintergrund: Wer elektrotechnische Arbeiten ausführt, ohne dafür als Elektrofachkraft anerkannt zu sein, trägt ein erhebliches Haftungsrisiko, im Schadensfall für sich selbst und für den Arbeitgeber. Die DGUV Vorschrift 3 und die einschlägigen VDE-Normen (u. a. DIN VDE 0100-600, 0105-100, 0113-1) legen fest, wer welche elektrotechnischen Tätigkeiten eigenverantwortlich übernehmen darf. Eine formale Qualifikation ist deshalb nicht nur ein Karriereschritt, sondern in vielen Betrieben Voraussetzung dafür, bestimmte Aufgaben überhaupt übernehmen zu dürfen.
Nicht jede Fachkraft braucht dieselbe Qualifikationstiefe. Je nachdem, was du konkret machst und welche Vorkenntnisse du mitbringst, ist einer von drei Wegen der richtige für dich.
Auf einen Blick: Welcher Kurs ist deiner?
Geprüfte Elektrofachkraft (IHK) - für dich, wenn du eine technische Ausbildung hast und künftig eigenverantwortlich und umfassend elektrotechnische Arbeiten übernehmen willst: Planung, Installation, Prüfung, Instandhaltung. Du erwirbst vertiefte Kenntnisse in Sicherheitstechnik und Schutzmaßnahmen, lernst Schaltungsanalyse und Steuerungstechnik (u. a. SPS, Beleuchtungs- und Maschinensteuerungen) und übst systematische Fehlersuche sowie normgerechte Dokumentation. Der Abschluss ist einer vollständigen Elektro-Berufsausbildung gleichwertig und öffnet dir die meisten Türen – in Industrie, Handwerk und Netzbetrieb, ohne Beschränkung auf festgelegte Tätigkeiten.
Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (DGUV Vorschrift 3) - für dich, wenn du ohne Elektroausbildung regelmäßig bestimmte, klar abgegrenzte elektrotechnische Arbeiten erledigst, etwa den Austausch von Motoren, Pumpen oder Heizungen. Der Kurs vermittelt Grundlagen der Elektrotechnik, Arbeitssicherheit und Schutzmaßnahmen sowie Steuerungstechnik – mit praktischen Übungen direkt an den Betriebsmitteln, mit denen du später arbeitest. Am Ende steht ein Abschlusstest inklusive praktischer Abnahme im Betrieb.
Hochvolt-Schulung - für dich, wenn du mit Hochvolt-Systemen arbeitest, etwa in der Fahrzeugtechnik, Werkstatt, im Service oder Rettungsdienst. Du lernst Grundlagen der Hochvolttechnik und alternativer Antriebe, Explosionsschutz sowie Arbeits- und Gesundheitsschutz, ergänzt durch praktische Arbeiten direkt an HV-Fahrzeugen. Je nach Vorkenntnissen startest du bei Einstieg A oder Einstieg B. Abschluss: IHK-Zertifikat inklusive IHK-Badge.
Vergleich im Überblick
| Kurs | Zielgruppe | Ziel | Einsatzgebiet | Dauer |
|---|---|---|---|---|
| Geprüfte Elektrofachkraft (IHK) | Gewerblich-technische Mitarbeiter mit abgeschlossener Ausbildung | Umfassend und eigenverantwortlich elektrotechnisch arbeiten | Industrie, Handwerk, Netzbetrieb | 355 UE |
| Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten | Technische Fachkräfte ohne Elektroausbildung | Wiederkehrende, definierte Arbeiten sicher durchführen | Instandhaltung, Montage, Gebäudetechnik | 80 UE |
| Hochvolt-Schulung | Technisches Personal mit/ohne Elektrokenntnisse | An Fahrzeugen oder Hochvolt-Systemen arbeiten | Fahrzeugtechnik, Werkstätten, Service | je nach Einstiegsniveau |
Häufige Fragen
Was ist eine Elektrofachkraft?
Als Elektrofachkraft gilt, wer aufgrund fachlicher Ausbildung, Kenntnisse und Erfahrungen sowie Kenntnis der einschlägigen Bestimmungen die übertragenen Arbeiten beurteilen und mögliche Gefahren erkennen kann. Welche Weiterbildung geeignet ist, hängt deshalb von deiner Vorbildung, dem konkreten Tätigkeitsbereich und der betrieblichen Verantwortung ab. Bei wiederkehrenden, klar definierten Arbeiten kann eine Qualifikation zur Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten passend sein; für umfassendere Aufgaben ist eine weitergehende Qualifikation erforderlich.
Reicht die Schulung für festgelegte Tätigkeiten für meinen Job, oder brauche ich die vollständige Qualifikation?
Kommt darauf an, ob du dieselben, klar definierten Arbeiten wiederholst oder eigenverantwortlich unterschiedliche Aufgaben übernehmen sollst.
Ich habe keine Elektroausbildung – kann ich trotzdem teilnehmen?
Ja, die Schulung für festgelegte Tätigkeiten und die Hochvolt-Schulung (Einstieg A) richten sich explizit an Fachkräfte ohne Vorkenntnisse.
Ist der Abschluss als Geprüfte Elektrofachkraft (IHK) einer Ausbildung gleichwertig?
Ja.
Kann ich mehrere Bereiche kombinieren?
Ja, ein individueller Zertifikatslehrgang ist möglich.
Was ist der Unterschied zwischen den Einstiegsniveaus der Hochvolt-Schulung?
Einstieg A ohne, Einstieg B mit elektrotechnischen Vorkenntnissen.
Muss ich bei der Geprüften Elektrofachkraft (IHK) einen Sehtest machen?
Ja, u. a. auf Rot-Grün-Schwäche.
Was passiert am Ende der Schulung für festgelegte Tätigkeiten?
Abschlusstest plus praktische Abnahme im Betrieb.
Was ist der Unterschied zwischen einer Geprüften Elektrofachkraft (IHK) und einer Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten?
Eine Geprüfte Elektrofachkraft (IHK) darf elektrotechnische Arbeiten eigenverantwortlich und ohne Einschränkung auf bestimmte Tätigkeiten durchführen, einschließlich Planung, Installation und Prüfung. Eine Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten darf dagegen nur klar definierte, vom Unternehmen festgelegte Arbeiten im spannungsfreien Zustand ausführen.
Welche Elektrofachkraft-Weiterbildung brauche ich für meinen Betrieb?
Entscheidend sind deine vorhandene Ausbildung, deine Berufserfahrung und die Aufgaben, die du künftig übernehmen sollst. Wenn du regelmäßig klar definierte Arbeiten im spannungsfreien Zustand ausführst, kann die Qualifikation für festgelegte Tätigkeiten passen. Für umfassendere, eigenverantwortliche elektrotechnische Aufgaben ist die Geprüfte Elektrofachkraft (IHK) der passende Weg. Bei Arbeiten an Fahrzeugen oder Batteriesystemen empfiehlt sich eine Hochvolt-Schulung mit dem geeigneten Einstiegsniveau.
Dein nächster Schritt
Hinweis: Für deine technische Weiterbildung besteht die Möglichkeit, sich in jedem Bereich einen individuellen Zertifikatslehrgang zusammenzustellen.
Zum Weiterlesen:
Bleib am Puls der Technik – abonniere jetzt unseren Newsletter!
Erhalte regelmäßig Einladungen zu spannenden Events und entdecke innovative Trends sowie aktuelle Entwicklungen direkt in deinem Postfach. So bist du immer bestens informiert und verpasst kein Highlight mehr!
Erhalte regelmäßig Einladungen zu spannenden Events und entdecke innovative Trends sowie aktuelle Entwicklungen direkt in deinem Postfach. So bist du immer bestens informiert und verpasst kein Highlight mehr!
Kontakt
Philipp Moser
