Länderschwerpunkt Mongolei
Zahlen und Fakten
| Fläche | 1.564.116 km² |
| Hauptstadt | Ulaanbaatar |
| Korrespondenzsprachen | Mongolisch |
| Bevölkerung | 3,4 Mio (Tendenz: zunehmend) |
| Religion | Lamaistischer Buddhismus, Islam (Kasachen), geringe Anzahl Christen |
| Währung | 1 Euro = 4183 MNT (Mongolische Tugrik, Kurs: Juli 2026) |
| Mitgliedschaft in internationalen Organisationen | ADG, G-77, IBRD, IDA, IFAD, IFC, IMF, ITUC, MIGA, UN, UNCTAD, WTO, Abkommen über die wirtschaftliche und handelspolitische Zusammenarbeit der EG und der Mongolei (01.03.1993), Abkommen der EG und Mongolei über den Handel mit Textilwaren (01.10.1995) |
| Pro-Kopf-Einkommen | 7.201 US$ (2025) |
| Hauptbranchen (Bestand; Anteil in %) |
2024:
Bergbau 40,9; Handel/Gaststätten 11,9; Land-, Forst-, Fischwirtschaft 11,3; Transport/Logistik/Kommunikation 8,4; Bau 3,4; Sonstige 24,2
|
| Staatsoberhaupt | Uchnaagiin Chürelsüch, Staatspräsident, Amtsantritt 10. Juni 2021, Mongolische Volkspartei (MVP) |
| Premierminister | Njam-Osoryn Utschral, Premierminister Amtsantritt 31. März 2026, Mongolische Volkspartei (MVP) |
| Staats-/ Regierungsform |
Republik, parlamentarische Demokratie mit rechtsstaatlicher Verfassung |
| Nationalfeiertag | 11. Juli "Nadaam" (mongol. Festspiele) |
Stand: Juli 2026
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
Mongolei: SWOT Analyse
Ulan Bator/Almaty (GTAI) -
Die Mongolei ist mit knapp 1,6 Millionen Quadratkilometern etwa viereinhalbmal so groß wie Deutschland. Mit Russland und China gibt es nur zwei Nachbarn. Das Land hat keine direkte Verbindung zum offenen Meer. Gleichzeitig zählt es zu den am dünnsten besiedelten Staaten weltweit.
Wirtschaftlich ist die Mongolei vor allem aufgrund ihres Rohstoffreichtums interessant. Die Nachbarländer China und Russland sind die Haupthandelspartner.
Aktuell steht eine wirtschaftliche Diversifizierung auf der Agenda. Dazu zählt vor allem der Ausbau des verarbeitenden Gewerbes, mit dem Ziel die in Bergbau und Landwirtschaft gewonnenen Rohstoffe verstärkt in Eigenregie zu veredeln.
Wirtschaftsausblick
Ulan Bator (GTAI, 2026)
Ungeachtet politischer Spannungen expandiert die mongolische Wirtschaft. Die nachlassende Nachfrage nach Kohle aus China gilt als Risiko, künftig setzt das Land stärker auf Kupfer.
Die Kohleexporte nach China brachen 2025 wertmäßig um ein Drittel ein. Dennoch wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Mongolei 2025 real um vorläufig 6,8 Prozent, so das mongolische Statistikbüro. Den deutlichen Zuwachs ermöglichten vor allem die gestiegenen Ausfuhren von Gold und vor allem von Kupfer. Das Buntmetall legte beim Anteil an den Gesamtexporten laut Statistikbüro 2025 auf rund 37 Prozent zu und zog gleich mit Kohle.
Weitere Wachstumstreiber waren die Viehwirtschaft, das Baugewerbe und das verarbeitende Industrie. Die Economist Intelligence Unit (EIU) und die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) rechnen für 2026 und 2027 mit anhaltendem Wachstum von über 5 Prozent, vor allem aufgrund der guten Aussichten für Kupfer. Damit bleibt die Mongolei jedoch stark abhängig von volatilen Rohstoffpreisen und der Konjunktur in China.
Weitere Informationen zu Investitionen und zur Wirtschaftsentwicklung finden Sie hier.
Wichtige Sektoren im Überblick
Das Rückgrat der Wirtschaft ist der Bergbau. Sein Beitrag zum BIP hat sich zwischen 2000 und 2022 auf rund 25 Prozent mehr als verdoppelt. Der Internationale Währungsfonds schätzt den Wert der in der Mongolei bekannten und vermuteten Rohstoffvorkommen auf bis zu 3 Billionen US-Dollar (US$). Große Teile des Landes sind weiterhin nicht erkundet. Entscheidend für weitere Fortschritte sind die Entwicklung der Rohstoffpreise und Investitionen, vor allem in Großprojekte.
Hauptumsatzträger des Bergbaus sind metallische Erze. Auf sie entfielen 2022 mehr als zwei Drittel des gesamten Ausstoßes im Bergbau, auf Kohle gut ein Fünftel. Aktiv gefördert werden vor allem Kupfer, Eisen, Gold, Silber, Uran, Molybdän, Wolfram und Flussspat. Die Regierung plant, die Wertschöpfung im Land zu erhöhen, etwa durch den Bau einer eigenen Kupferschmelze.
Die aktuell knapp 2.600 erteilten Genehmigungen zu Abbau und Erkundung betreffen knapp 4 Prozent der Fläche der Mongolei. Die Lizenzen liegen etwa zu 80 Prozent bei mongolischen Akteuren. Bei den an Ausländer vergebenen Genehmigungen halten chinesische Unternehmen die meisten Lizenzen.
Die Landwirtschaft ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor und der größte Arbeitgeber. Der Schwerpunkt liegt auf der Viehwirtschaft, die über 80 Prozent der landwirtschaftlichen Gesamtproduktion ausmacht. Die Mongolei hält mehr als 70 Millionen Tiere, deren Produkte (Fleisch, Wolle, Tierhäute) für die Lebensmittel- und Textilindustrie sowie den Export genutzt werden. Der Staat fördert zudem den Gemüseanbau und die Optimierung der Tierproduktion, etwa durch den Import von Hochleistungsrindern.
Die Lebensmittelbranche dominiert das verarbeitende Gewerbe. Rund 2.000 Produzenten von Nahrungsmitteln und Getränken stehen für etwa 60 Prozent der Produktionsleistung des verarbeitenden Gewerbes. Besonders die Fleischverarbeitung wird ausgebaut, um sowohl den lokalen Markt besser zu versorgen als auch den Export, insbesondere von tiefgekühltem Rindfleisch, zu steigern
Im verarbeitenden Sektor folgen der Bedeutung nach die Sparten Textilien/Bekleidungsartikel sowie Baumaterialien. Die Textil- und insbesondere die Kaschmirindustrie haben für die Mongolei eine wachsende wirtschaftliche Bedeutung. Die Mongolei ist weltweit für ihre hochwertigen tierischen Rohstoffe bekannt, insbesondere für Kaschmirwolle, die als „weißes Gold“ bezeichnet wird. Das Land steht für etwa 40 Prozent der weltweiten Kaschmirproduktion. Dennoch wird ein Großteil der Kaschmirwolle bislang unverarbeitet exportiert, vor allem nach China und Italien.
Um die Wertschöpfung im Land zu erhöhen und die vom Bergbau dominierte Wirtschaft zu diversifizieren, hat die mongolische Regierung das Programm „Weißes Gold“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, die lokale Verarbeitung von Kaschmir, Schafwolle sowie Häuten und Fellen bis 2028 deutlich zu steigern. Beispielsweise soll der Anteil der im Land verarbeiteten Kaschmirwolle von derzeit 20 Prozent auf 40 Prozent steigen. Ähnliche Steigerungen sind für Schafwolle und Lederprodukte geplant.
Zur Umsetzung dieser Ziele wurden Investitionskredite in Höhe von rund 220 Millionen US-Dollar bereitgestellt, um die Textil- und Lederindustrie mit moderner Technik auszustatten. Die Mongolei ist dabei auf den Import von Maschinen, insbesondere aus China, Japan, Italien und Deutschland, angewiesen. Moderne, energieeffiziente Anlagen sollen die Produktivität steigern und die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen.
Die Bedeutung der Branche zeigt sich auch im Export: 2023 beliefen sich die Exporte von Bekleidungsartikeln und Kleidung aus Strick- oder Häkelware auf 43,1 Millionen US-Dollar. Wichtige Abnehmerländer sind Südkorea, Frankreich, Deutschland, Russland und die USA. Bis 2027 profitieren mongolische Wollerzeugnisse von zollfreien Exporten in die EU, was die Wettbewerbsfähigkeit auf dem europäischen Markt stärkt.
Informations- und Handelsförderungszentrum (IHZ), Berlin
Das Informations- und Handelsförderungszentrum ist eine Anlaufstelle für Kunden des Einzel- und Großhandels und vertreibt hochwertige Produkte aus Kaschmir, Yakwolle und Leder. Die Informationsstelle dient dazu die breite Öffentlichkeit über die Mongolei zu informieren und vor allem die Geschäftskunden und Kooperationspartner über die Wertschöpfungskette und besondere Merkmale der mongolischen Produkte aufzuklären.
Entstanden ist diese Initiative aus dem von der Europäischen Union finanzierten Projekt „Handelsförderung für die Mongolei” (TRAM) in Zusammenarbeit mit dem Mongolischen Außenministerium (MFA) und der Mongolischen Nationalen Industrie- und Handelskammer (MNCCI). Ziel ist die Förderung von Produkten außerhalb des dominierenden Bergbaus, der Aufbau einheimischer Wertschöpfung und der erleichterte Zugang zum EU-Markt. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.
Unterstützung und Ansprechpartner vor Ort
Eschborn (giz) - Der Markteintritt in Entwicklungs- und Schwellenländern wie der Mongolei bietet Chancen, ist aber auch mit Unsicherheiten und Risiken verbunden. Wie gestalten sich die rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen vor Ort? Wie erhält man Zugang zu lokalen Netzwerken? Wie können finanzielle Risiken abgesichert werden? Hier leistet unter anderem die Bundesregierung und insbesondere das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) wertvolle Unterstützung.
Die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ist seit 1991 in der Mongolei vertreten, seit 1998 mit einem Büro in Ulan Bator. Die GIZ engagiert sich in der Mongolei in verschiedenen Schwerpunkten, momentan vor allem in der beruflichen Bildung und in der Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden. Weitere Informationen zur Arbeit der GIZ sowie zu den dortigen Projekten finden Sie hier.
Die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ist seit 1991 in der Mongolei vertreten, seit 1998 mit einem Büro in Ulan Bator. Die GIZ engagiert sich in der Mongolei in verschiedenen Schwerpunkten, momentan vor allem in der beruflichen Bildung und in der Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden. Weitere Informationen zur Arbeit der GIZ sowie zu den dortigen Projekten finden Sie hier.
Des Weiteren steht Ihnen vor Ort der Deutsch-Mongolische Unternehmensverband (DMUV) als Ansprechpartner zur Verfügung. Dieser ist ein 1995 in Ulaanbaatar, Mongolei, gegründeter Unternehmenszusammenschluss von deutschen Unternehmen und mongolischen Firmen mit Deutschlandbezug. Im DMUV sind derzeit ca. 90 Mitgliedsunternehmen aus Deutschland und der Mongolei organisiert.
Die Aktivitäten des Verbandes unterteilen sich in die drei Bereiche Networking & Informationsvermittlung, Interessensvertretung und Dienstleistungen.
Für seine Mitglieder veranstaltet der Verband eine Vielzahl von Netzwerkveranstaltungen und ermöglicht den Zugang zu Regierungsstellen und Wirtschaft beider Länder. Mit seinem attraktiven Informationsangebot vermittelt der DMUV einen Eindruck über das Marktgeschehen in der Mongolei. Interessierten Unternehmen bietet der Verband ein vielfältiges und bedarfsorientiertes Dienstleistungsangebot rund um das Wirtschaften in der Mongolei und Deutschland an.