18. August 2026

Sachverständige: Der Weg zur öffentlichen Bestellung

Wer als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger tätig werden möchte, bringt in der Regel eines bereits mit: fundiertes Fachwissen.
Doch für die öffentliche Bestellung braucht es mehr. Entscheidend sind auch Kenntnisse über die Voraussetzungen, den Ablauf des Antragsverfahrens und die Perspektiven, die mit dieser besonderen Tätigkeit verbunden sind. Um den Weg zur öffentlichen Bestellung aufzuzeigen, laden die Industrie- und Handelskammern (IHKn) Kassel-­Marburg, Gießen-
Friedberg, Lahn-Dill und Limburg für Donnerstag, 3. September, ab 14 Uhr zum Bewerbertag im Sachverständigenwesen ein. Er findet statt in der IHK in Dillenburg, Am Nebelsberg 1. Die Teilnahme ist kostenfrei.
In kompakter Form erhalten unter anderem Interessierte aus Nordhessen und der Region Marburg Informationen rund um das Antragsverfahren. Sie erfahren, welche Anforderungen mit der öffentlichen Bestellung verbunden sind. Fachleute aus Justiz, Sachverständigenwesen, Praxis und Beratung geben in einer Podiumsdiskussion Einblicke in ihre Erfahrungen und beantworten Fragen. An der Diskussionsrunde beteiligen sich Johannes Landau (stellvertretender Amtsgerichtsdirektor in Dillenburg), Gregor Srock (Richter beim Amtsgericht Wetzlar), Dr. Christian Auer (öffentlich bestellt und vereidigt für Verletzungsmechanik und Straßenverkehrsunfälle) und Dr. Natalia Klein (AQ Coaching), die sich zum Themenfeld Stressbewältigung vor Gerichtsverfahren äußert.
Wie wichtig Sachverständige für Gerichtsverfahren, Rechtsfindung und Vertrauen in Entscheidungen sind, betont Dr. Christian Auer. „Der Bürger kommt häufig durch einen Unfall mit dem Staat beziehungsweise dem Gericht in sehr intensiven Kontakt“, so der Sachverständige. „Deshalb ist es wichtig, dass kompetente Sachverständige zur Beurteilung herangezogen werden, um Vertrauen in den Staat zu vermitteln.“
Die psychologische Beraterin und Coachin Dr. Natalia Klein betont: „Sachverständige sind ein entscheidendes Bindeglied zwischen Fachwissen und Rechtsprechung – ohne ihre Fähigkeit, komplexe Inhalte klar und belastbar einzuordnen, wären viele gerichtliche Entscheidungen nicht tragfähig.“ Der stellvertretende Amtsgerichtsdirektor in Dillenburg Johannes Landau ergänzt, dass das Sachverständigenwesen dabei helfe, die Grundlage für eine gerechte Entscheidung zu bilden.
Nach der Podiumsdiskussion folgt ein Speed-Dating. In kurzen Einzelgesprächen können Teilnehmende sich mit Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bestellungsgebieten austauschen. Zum Abschluss laden die IHKn bei Snacks und Getränken zum weiteren Networking ein.
Bis Freitag, 21. August, auf der Veranstaltungsseite anmelden.