Pressemeldung vom 22. Oktober 2026 (Birkenfeld)
Konjunkturaussichten haben sich auch im Kreis Birkenfeld etwas aufgehellt
Idar-Oberstein, Oktober 2026. Das Konjunkturklima im Landkreis Birkenfeld hat sich im Herbst 2026 gegenüber dem Frühsommer leicht verbessert, bleibt jedoch weiterhin von mehrheitlich negativen Stimmungswerten geprägt. Dies zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz.
Die verbesserte Stimmung zeigt sich sowohl in der Bewertung der aktuellen Geschäftslage als auch in den Erwartungen für die kommenden zwölf Monate. Positive und negative Lagebeurteilungen halten sich nahezu die Waage. Gleichzeitig hat der Pessimismus hinsichtlich der künftigen Geschäftsentwicklung abgenommen. Dennoch rechnen weiterhin mehr Unternehmen mit einer Verschlechterung als mit einer Verbesserung ihrer Geschäftslage.
„Die Unternehmen im Landkreis Birkenfeld senden erste Signale der Stabilisierung. Für eine nachhaltige Trendwende ist es jedoch noch zu früh“, erklärt IHK-Regionalgeschäftsführerin Christina Schwardt.
Bei den Investitionserwartungen setzt sich die Aufhellung hingegen nicht fort. Die Unternehmen im Landkreis Birkenfeld planen weiterhin eher geringere Investitionsausgaben. Auch die Beschäftigungsabsichten bleiben verhalten. Gleichzeitig verschärft sich der Wettbewerb um Fachkräfte.
„Die umfangreichen Investitionen der Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie im benachbarten Saarland können zwar wichtige wirtschaftliche Impulse für die gesamte Region setzen, für den Landkreis Birkenfeld bedeuten sie jedoch zugleich einen deutlich intensiveren Wettbewerb um Fachkräfte. Wenn direkt vor unserer Haustür neue Stellen bei finanzstarken Arbeitgebern entstehen, steigt der Druck auf alle anderen Unternehmen erheblich. Die Folgen sind größere Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen, steigende Personalkosten und somit zusätzliche Wachstumshemmnisse für die Wirtschaft im Landkreis“, erklärt Schwardt.
Vor diesem Hintergrund warnt die IHK mit Blick auf die anstehenden kommunalen Haushaltsberatungen davor, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen durch zusätzliche steuerliche Belastungen weiter zu schwächen. Insbesondere Anhebungen der Gewerbesteuerhebesätze oder differenzierte Grundsteuerhebesätze würden die Attraktivität des Standorts weiter beeinträchtigen.
„Gerade in einer Phase, in der Unternehmen mit hohen Energie- und Arbeitskosten, schwacher Nachfrage und schwierigen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen konfrontiert sind, wären Steuererhöhungen das falsche Signal. Wer mehr Investitionen, mehr Beschäftigung und mehr Wertschöpfung in der Region erreichen will, darf die Unternehmen nicht zusätzlich belasten. Steuererhöhungen lösen keine strukturellen Probleme – sie verschärfen sie häufig sogar. Deshalb müssen sie immer das letzte Mittel sein“, betont Schwardt.
Aus Sicht der IHK sollten stattdessen zunächst vorhandene Effizienzpotenziale konsequent ausgeschöpft werden. Eine stärkere interkommunale Zusammenarbeit, die Digitalisierung von Verwaltungsprozessen sowie die Bündelung kommunaler Aufgaben können dazu beitragen, Haushalte nachhaltig zu entlasten und gleichzeitig die Leistungsfähigkeit der Kommunen zu erhöhen.
Darüber hinaus sieht die IHK große Chancen in einer aktiven und wachstumsorientierten Standortpolitik. Wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen, ausreichend verfügbare Gewerbeflächen, schnellere Genehmigungs- und Planungsverfahren sowie eine gezielte Vermarktung der regionalen Standortvorteile sind entscheidende Voraussetzungen, um neue Investitionen anzuziehen.