Frauen-Business-Tag 2026

Starke Frauen! Machen und vorankommen

Volles Haus, geballte Energie und ein klares Signal für gelebtes Female Empowerment: Zum 14. Frauen-Business-Tag der IHK Köln kamen knapp 1.000 Frauen und einige Männer in der festlichen Kölner Flora zusammen, um sich zu vernetzen, auszutauschen und gegenseitig zu stärken.

Der Frauen-Business-Tag 2026 in Bildern

Das Motto des Abends war "Starke Frauen!" – und die gab es nicht nur auf der Bühne. "Der Frauen-Business-Tag ist nur deshalb so besonders, weil ihr diesen Tag zu etwas Besonderem macht", sagte IHK-Präsidentin Dr. Nicole Grünewald zur Begrüßung. In den 1950er-Jahren sei es noch normal gewesen, von Frauen als dem schwachen Geschlecht zu sprechen. Aber auch heute erlebe sie noch zu oft, dass nicht nur Männer, sondern – noch schlimmer – Frauen andere Frauen klein machen. "Ich zitiere dann immer gerne Madeleine Albright":
Madeleine Albright hat gesagt:
"Es gibt einen speziellen Platz in der Hölle für Frauen, die anderen Frauen nicht helfen."
IHK-Präsidentin Dr. Nicole Grünewald
Gerade für Frauen sei es wichtig, sich gegenseitig zu unterstützen und zu vernetzen, auch dafür sei der Frauen-Business-Tag da.
Die Schauspielerin und Komödiantin Annette Frier begeisterte in ihrer Keynote-Story und im anschließenden Interview das Publikum mit einer perfekten Mischung aus Humor und Tiefsinn.
Sie erzählte von ihren eigenen Erfahrungen und ermutigte die Frauen, sich neue, herausfordernde Aufgaben bewusst zuzutrauen – auch dann, wenn man glaubt, noch nicht perfekt zu sein. Der Schlüssel zum Erfolg liege darin, dieses bremsende Gefühl gar nicht erst an sich heranzulassen. Friers mitreißendes Credo: Nicht zögern, sondern einfach machen – mutig und auf die eigene Stärke vertrauend.
Genau in diesem Perfektionswahn sieht die Schauspielerin jedoch eine Falle: Vor allem Mütter neigen nach ihrer Beobachtung dazu, nach außen hin die perfekte Fassade zu wahren und so zu tun, als ließen sich Karriere und Familie mühelos vereinbaren. Diese inszenierte Perfektion setze andere Frauen, die mit der Doppelbelastung kämpfen, massiv unter Druck. Als Mutter von mittlerweile 18-jährigen Zwillingen kennt Annette Frier diesen Spagat nur zu gut.

Keine Angst vor Verantwortung und Macht haben

Anschließend ging es mit vier weiteren starken Frauen auf der Bühne weiter. Moderatorin Claudia Schall, die ehemalige Chefredakteurin von Radio Köln, sprach zuerst mit Susanne Fabry, Vorständin der RheinEnergie AG, über Frauen in Chefetagen. Nach Ausbildung und Jurastudium hat Fabry sich in der männerdominierten Energiebranche bis ganz nach oben hochgearbeitet. "Ich bin häufiger mit der gläsernen Decke in Berührung gekommen und hätte mir auch mal Rückenwind gewünscht. Es kostet Kraft in einer Branche, in der man so viele Männer um sich hat", sagt sie rückblickend. Mehrmals sei sie bei Bewerbungen kurz vor dem Ziel nicht zum Zuge gekommen, "weil man lieber den sicheren Mann genommen hat." Ihr Tipp für Frauen: "Nur, wenn Du fachlich gut bist, wirst Du ernst genommen. Immer up to date bleiben und immer aktiv nach Chancen gucken und sich bewerben." Außerdem dürfe man keine Angst vor Verantwortung und Macht haben.
"Viele Frauen schrecken vor Macht zurück. Warum? Macht kommt von machen. Für mich bedeutet das, wenn ich Macht habe, kann ich gestalten. Das war mein Antrieb."
Susanne Fabry

Auf eigene Stärke vertrauen

Die nächste Gesprächspartnerin Nicole Hörnemann hat ebenfalls einen beeindruckenden Weg hinter sich. Vor 23 Jahren startete sie als eine der ersten Frauen als Soldatin bei der Bundeswehr und ist mittlerweile Oberstleutnant – alleinerziehend mit zwei Kindern. Sie sagt: "Ich bin weitergekommen als viele andere. Am meisten hat mich gestärkt, dass man mir ganz oft gesagt hat, dass ich es als Frau nicht schaffen könne." Gerade am Anfang sei man den wenigen Frauen in der Armee gegenüber besonders kritisch gewesen. "Jeden Tag musste ich mir anhören: Warum tust Du Dir das an, Mädchen?" Vorbilder oder ein Netzwerk habe es nicht gegeben. "Als Frau durftest du nie sagen, dass es zu kalt oder hart war. Die Männer durften das eher, aber als Frau wäre man schwach gewesen. Wenn überhaupt haben wir uns hinter verschlossenen Türen ausgeheult. Aber dann durchgezogen", erzählt sie. Diese Durchsetzungsfähigkeit und Stärke ist heute ihr größter Erfolg:
"Ich weiß sehr genau, was ich kann und wer ich bin, und lass mir die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Ich weiß, dass ich viel geschafft habe und dass es geht."
Nicole Hörnemann

Klare Forderungen stellen

Auch Nina Henschel, Vorständin der Zurich Gruppe Deutschland, musste sich durchbeißen und Job und Kinder unter einen Hut bringen. Allen Müttern im Job rät sie: "Es ist wichtig, dass Job und Kinder zu vereinbaren sind. Sagt klar, was die Bedingungen sind, wenn man kleine Kinder hat. Dass alle wissen, dass Ihr wirklich um 15 Uhr gehen müsst – und auch zuhause sein könnt, wenn ein Kind mal krank ist." Außerdem müsse man ganz klar formulieren, was und wohin man will.
"Es fällt einem auf die Füße, wenn man keine klaren Forderungen stellt. Formuliert es, seid authentisch. Nehmt jedes Netzwerk und jede Bühne mit, zeigt euch und seid sichtbar!"
Nina Henschel

Den eigenen Weg gehen

Last, but not least kam Nina Remagen, Geschäftsführende Gesellschafterin der Hardy Remagen GmbH und Co. KG, die gemeinsam mit ihrer Schwester Nane als erste Frauen das über 300 Jahre alte Traditionsunternehmen in neunter Generation führt. Sie sagt: "Der Respekt war natürlich da und ist auch heute immer noch groß. Aber bei mir gehörte schon immer ein starker Wille dazu, ich wollte schon mit 12 ins Familienunternehmen und habe angefangen, in der Produktion mitzuarbeiten. So habe ich langsam Vertrauen und Verantwortung aufgebaut, die Menschen kennen und das Unternehmen lieben gelernt." Das Unternehmen übernommen haben die Schwestern vor fünf Jahren. Dass "die Mädels" jetzt seine Firma führen, sei dem Vater zunächst nicht leicht gefallen, aber er
habe gelernt, loszulassen.
"Und wir haben gelernt, unser eigenes Ding zu machen!"
Nina Remagen