Wirtschaftslage Frühjahr 2026

Konjunkturbericht der IHK Köln

Nach einer kurzen Phase der Hoffnung auf Stabilisierung im Frühjahr 2025 hat sich die konjunkturelle Lage im Herbst 2025 und zu Jahresbeginn 2026 wieder verschlechtert. Dieser Trend setzt sich auch für die aktuelle Umfrage (Frühjahr 2026) fort. Der IHK-Konjunkturklimaindikator verharrt in einer seitlich verlaufenden Stagnation und hat sich im Vergleich zur vorherigen Umfrage weiter eingetrübt. Er ist für den Kammerbezirk Köln von 89,3 auf 85,2 Punkte gefallen und liegt weiterhin deutlich unter der neutralen Marke von 100 Punkten.
Die Konjunkturumfrage zum Frühjahr 2026 wurde vom 23.03.2026 bis zum 08.05.2026 bei rund 2.300 Unternehmen aus dem IHK-Bezirk Köln durchgeführt. In die Auswertung sind Antworten von 557 Unternehmen eingeflossen.

L.: Lage; Erw.: Erwartungen; Inv.: Investitionspläne; Exp.: Exportpläne (nur Industrie); Besch.: Beschäftigungspläne

Die Ergebnisse der Konjunkturumfrage zum Frühjahr 2026 im Überblick

Geschäftslage

Die gesamtwirtschaftliche Lage in der Region verharrt zum sechsten Mal in Folge im negativen Bereich. 29 Prozent der Unternehmen geben eine schlechte Lage an, weniger als ein Viertel der Unternehmen eine gute. Fast die Hälfte der befragten Unternehmen tritt weiter auf der Stelle und gibt eine befriedigende Lage an.

Geschäftsaussichten

Die Erwartungen bleiben pessimistisch und verschlechtern sich im Vergleich zur Vorumfrage um mehr als sieben Punkte. Nur 11 Prozent gehen von einer Verbesserung der Situation in den nächsten Monaten aus. 56 Prozent der Unternehmen geben eine unveränderte Lage an. 33 Prozent befürchten eine Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Lage in den nächsten zwölf Monaten (Vorumfrage: 26 Prozent).

Investitionen

Der Indikator zur Investitionsbereitschaft der Unternehmen in der Region bleibt weiterhin zurückhaltend und verschlechtert sich um fast zwei Punkte. Er verbleibt deutlich negativ im Saldo bei -11,5 Punkten (Vorumfrage: -10 Punkte). Mehr als jedes dritte Unternehmen plant mit niedrigeren Investitionen. Weniger als jedes vierte Unternehmen plant Investitionen auszuweiten.

Beschäftigung

Die schwache Konjunktur wirkt sich auch auf den Arbeitsmarkt aus. Der Beschäftigungsindikator verschlechtert sich im Vergleich zur Vorumfrage erneut und liegt im Saldo bei -15,9 Punkten. So plant weiterhin mehr als ein Viertel der Betriebe eine Verringerung des Personalstands. Lediglich 11 Prozent wollen die Beschäftigtenzahl erhöhen. Der Großteil der Unternehmen (62 Prozent) hat nicht vor, den Personalstand zu ändern.

Risiken

Die Sorge um höhere Energiepreise verdrängt die Inlandsnachfrage als Hauptrisiko und macht 61 Prozent der Unternehmen zu schaffen. Die Inlandsnachfrage bleibt mit knapp 60 Prozent dicht dahinter. Auf Platz drei belasten die Arbeitskosten viele Unternehmen (57 Prozent). Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen werden als Risiko wieder häufiger angegeben. Sie werden weiterhin von mehr als der Hälfte der befragten Unternehmen genannt.

Export

Die anhaltenden Zollkonflikte, der Konflikt in der Straße von Hormus und die damit verbundenen Unsicherheiten schränken den freien Welthandel weiterhin ein und belasten die exportorientierte Industrie. Im Ergebnis bleiben die Exporterwartungen schlecht. Aktuell gehen 45 Prozent der Industrieunternehmen von einem Rückgang des Exportgeschäfts in den kommenden zwölf Monaten aus. 47 Prozent erwarten eine gleichbleibende Entwicklung, nur jedes achte Unternehmen einen Anstieg. Insgesamt bleibt der Exportindikator mit -37 Punkten sehr stark im negativen Bereich (Vorumfrage: -28 Punkte).

Konjunkturbericht zum Frühjahr 2026 als Download

Weitere Informationen zur konjunkturellen Entwicklung

Zahlen, Daten und Fakten

Wirtschaftswissenschaftliche Forschungsinstitute:

DIW - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung
Konjunkturprognosen, DIW-Wochenberichte
HWWI - Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut
Konjunkturanalyse, ökonomische Trends bis 2030 sowie Klima, Energie- und Rohstoffmärkte
ifo Institut
monatliches Geschäftsklima, Konjunkturprognosen
IfW Kiel - Institut für Weltwirtschaft
Konjunkturprognosen
Institut der deutschen Wirtschaft
Konjunkturumfrage, Statistiken, Informationen zum Arbeitsmarkt
Institut für Mittelstandsforschung
Konjunkturanalysen
Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle
Konjunkturumfragen in „Wirtschaft im Wandel"
RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung
Konjunkturprognosen
Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung
Jahresbericht (im Internet jeweils ab dem 15. November)
Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW)
Branchenreport Dienstleister, Konjunkturreport