Europäischer Innovationsanzeiger 2026: Deutschland auf Platz 9

Der Europäische Innovationsanzeiger 2026 (European Innovation Scoreboard - EIS) bietet eine vergleichende Analyse der Innovationsleistung der Europäischen Union (EU), der 27 Mitgliedstaaten, der 13 europäischen Nachbarländer und von 11 globalen Wettbewerbern. Die Analyse der Leistung des nationalen Innovationssystems basiert auf 32 Indikatoren, die vier Dimensionen abdecken. Deutschland landet mit seiner Innovationsleistung auf Platz 9 der 27 EU-Staaten. Der Regionale Innovationsanzeiger 2025 führt Ostwestfalen-Lippe als starken Innovator auf Platz 47 der 250 europäischen Regionen. Die Ergebnisse der einzelnen Analysen und die Performance über die vergangenen Jahre sind über den EIS abrufbar.

Innovationsleistung der EU

Die Innovationsleistung der EU ist seit 2025 gestiegen. Nach einem Jahr mit verlangsamtem Wachstum stieg die Innovationsleistung der EU im Zeitraum von 2025 bis 2026 um 1,7 Prozentpunkte. Fünfzehn Mitgliedstaaten konnten ihren Wert im Vergleich zum Vorjahr steigern, wobei elf von ihnen einen stärkeren Zuwachs verzeichneten als die EU insgesamt. Die größten Verbesserungen erzielten Malta (+15,7 Prozentpunkte) und Italien (+5,0 Prozentpunkte). Hingegen sank der Wert bei zwölf Mitgliedstaaten: die deutlichsten Rückgänge wurden in Finnland (-2,7 Prozentpunkte) und Tschechien (-2,5 Prozentpunkte) verzeichnet.
  • Innovationsführer sind Schweden, Dänemark und die Niederlande. Ihre Innovationsleistung, die mit mehr als 125 Prozent deutlich über dem EU-Durchschnitt.
  • Starke Innovatoren sind Finnland, Belgien, Irland, Luxemburg, Österreich, Deutschland, Frankreich, Estland und Malta mit einer Innovationsleistung über dem EU-Durchschnitt.
  • Moderate Innovatoren sind Italien, Spanien, Portugal, Zypern, Slowenien, Litauen, Tschechien, Griechenland und Ungarn mit einer Innovationsleistung unter dem EU-Durchschnitt.
  • Aufstrebende Innovatoren sind Kroatien, Polen, die Slowakei, Lettland, Bulgarien und Rumänien mit einer Innovationsleistung, die mit weniger als 70 Prozent deutlich unter dem EU-Durchschnitt liegt.

Innovationsleistung von Wettbewerbern

Vier EU-Nachbarländer liegen im Jahr 2026 über dem EU-Durchschnitt, nämlich die Schweiz, das Vereinigte Königreich, Norwegen und Island. Die Schweiz belegt in der erweiterten Rangliste den ersten Platz und übertrifft damit im Jahr 2026 alle EU-Mitgliedstaaten; sie erreicht 141,3 Prozent des EU-Durchschnitts des Jahres 2026.
Unter den globalen Wettbewerbern bleib Südkorea führend. Das Land übertrifft den EU-Durchschnitt um 21,9 Prozent. Auch China, Kanada, Australien und die Vereinigten Staaten (die 2026 auf den fünften Platz zurückfallen) schneiden besser ab als die EU. Zwischen 2019 und 2026 konnten alle Wettbewerber ihre Innovationsleistung steigern, wobei China, Südkorea und Australien ihren Vorsprung gegenüber der EU ausbauten. Im vergangenen Jahr hat die EU gegenüber den Vereinigten Staaten und Kanada Boden gutgemacht. Das Wachstum der staatlichen Förderung von FuE in Unternehmen (seit 2019 in China, den USA und Kanada) sowie der FuE-Ausgaben der Unternehmen (in den USA, China, Japan und Südkorea) fiel deutlich stärker ausfiel als in der EU.

Innovationsleistung in Deutschland

Deutschland belegt den neunten Platz unter den EU-Mitgliedstaaten und den 12. Platz im Vergleich der EU mit ihren Nachbarländern.
  • Gemeinsame Publikationen von öffentlichem und privatem Sektor
  • F&E-Ausgaben der Wirtschaft
  • Innovationsausgaben pro Beschäftigtem
  • Direkte und indirekte staatliche Förderung der unternehmerischen F&E
  • Anteil der Bevölkerung am lebenslangen Lernen
  • Personen mit über die Grundkenntnisse hinausgehenden digitalen Kompetenzen
  • Beschäftigung in innovativen Unternehmen
  • Neue Promotionen
  • Innovationsausgaben außerhalb von F&E
  • Anteil der Bevölkerung am lebenslangen Lernen
  • Bevölkerung mit Tertiärabschluss
  • Hochgeschwindigkeits-Internetzugang
  • Hochgeschwindigkeits-Internetzugang
  • Cloud-Computing
  • Ressourcenproduktivität
  • Designanmeldungen
  • KMU, die Produktinnovationen einführen
  • Innovative KMU, die mit anderen kooperieren

Innovationsleistung in den Regionen 2025

Das „Regional Innovation Scoreboard“ bietet eine interaktive, vergleichende Bewertung der Forschungs- und Innovationsleistung von EU-Mitgliedstaaten und anderen europäischen Ländern auf regionaler Ebene für den Zeitraum von 2018 bis 2025. Ziel des Scoreboards ist es, politische Entscheidungsträger dabei zu unterstützen, die relativen Stärken und Schwächen ihrer regionalen oder nationalen Innovationssysteme zu bewerten und Herausforderungen zu identifizieren, die angegangen werden müssen.
Der Regionale Innovationsanzeiger 2025 führt Ostwestfalen-Lippe als starken Innovator auf Platz 47 der 250 europäischen Regionen. Im Vergleich aller europäischen Regionen ist OWL in folgenden Bereichen
relativ stark:
  • Innovationsausgaben außerhalb von Forschung und Entwicklung (Platz 6)
  • Designanmeldungen (Platz 9)
  • Beschäftigung in innovativen Unternehmen (Platz 14)
  • Exporte von Medium und High-Tech-Produkten (Platz 39)
  • Patentanmeldungen (Platz 44)
  • KMUs, die Geschäftsprozessinnovationen einführen (Platz 46)
relativ schwach:
  • Absatz von markt- und unternehmensneuen Innovationen (Platz 174)
  • Bevölkerungsanteil mit Hochschulbildung (Platz 182)
  • Internationale wissenschaftliche Ko-Publikationen (Platz 182)
Das EIS verwendet die aktuellsten Statistiken von Eurostat und anderen international anerkannten Quellen wie der OECD und den Vereinten Nationen. Die Analyse wird vollständig im Einklang mit internationalen Leitlinien und bewährten Verfahren für die Konstruktion von zusammengesetzten Indikatoren durchgeführt.
(Quelle European Innovation Scoreboard)