Ergebnisse Azubi-Umfrage 2026
Gute Übernahmechancen und Praxisbezug überzeugen
Die Auswertung der diesjährigen Befragung von 5314 Auszubildenden im 1. Ausbildungsjahr (2025/2026) der Industrie- und Handelskammern aus Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gibt spannende Einblicke in die Sichtweisen und Lebenswelten junger Menschen in der Ausbildung. Insgesamt 85 Prozent der Auszubildenden in IHK-Berufen würden die Ausbildung in ihrem Unternehmen weiterempfehlen.
Die aktuelle Azubi-Umfrage zeigt, welche Faktoren für Jugendliche bei der Berufswahl und der Entscheidung für einen Ausbildungsbetrieb besonders relevant sind.
Besonders wichtig bleibt für junge Menschen der direkte Bezug zur Praxis: Rund 94 Prozent der Befragten gaben an, dass praktische Tätigkeiten und der unmittelbare Einstieg in den Berufsalltag wichtige Gründe für die Entscheidung für eine Ausbildung sind. „Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass junge Menschen sehr bewusst auf Zukunftsaussichten und Arbeitsbedingungen achten. Unternehmen punkten insbesondere dann, wenn sie gute Entwicklungsmöglichkeiten, ein positives Betriebsklima und praxisnahe Einblicke bieten“, so Stefanie Schulze-Klemmt, Geschäftsführerin Berufsbildung der IHK Magdeburg.
Sowohl bei der Berufsorientierung als auch bei der Berufswahl und der Entscheidung für den Ausbildungsbetrieb gewinnen das persönliche Umfeld sowie praktische Erfahrungen zunehmend an Bedeutung.
Auch beim Bewerbungsprozess zeigt sich weiterhin ein ausbildungsfreundlicher Markt: Rund 33 Prozent der Jugendlichen erhielten bereits mit nur einer Bewerbung eine Zusage für den Ausbildungsplatz. Rund 65 Prozent der Befragten bekamen innerhalb eines Monats eine Rückmeldung der Unternehmen.
Ein besorgniserregender Trend ist die Aufnahme einer ungelernten Beschäftigung vor Ausbildungsbeginn. Die Umfrage liefert erstmals Daten zu Beschäftigungsverhältnissen vor der Ausbildungsaufnahme und zeigt dabei auf, dass der Übergang von Schule in den Beruf von vielen Rahmenbedingungen und Faktoren in der Berufsorientierung abhängig ist. 30 Prozent der Befragten haben vor der Ausbildung ungelernt gearbeitet, von ihnen waren 60 Prozent die Tätigkeit länger als sechs Monate in dieser Tätigkeit.
Die Umfrageergebnisse verdeutlichen außerdem, dass Mobilität und die Erreichbarkeit von der Berufsschule sowie des Ausbildungsbetriebs weiterhin wichtige Themen in der Ausbildung sind. Mehr als ein Viertel der Jugendlichen benötigt zwischen 60 und 120 Minuten für den Weg zur Berufsschule. Gleichzeitig gaben 24 Prozent der Befragten an, bereits ein Ausbildungsangebot aufgrund zu großer Entfernung oder schlechter Verkehrsanbindung abgelehnt zu haben.
Künstliche Intelligenz (KI) ist inzwischen Teil des Ausbildungsalltags, wie die neu aufgenommenen Fragen der Umfrage zeigen. Rund 62 Prozent der Auszubildenden nutzen KI-Anwendungen in ihrer Freizeit, knapp 50 Prozent bereits in der Berufsschule, in der betrieblichen Ausbildung sind es 22 Prozent.
Die Ergebnisse unterstreichen, dass gelingende Ausbildung sowohl attraktive betriebliche Angebote als auch verlässliche Rahmenbedingungen beim Übergang von Schule in Beruf braucht.
Die Ergebnisse der Umfrage finden Sie auf: Ergebnisse Azubiumfrage 2026 (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 941 KB)