Presse/Publikation

Konjunkturbericht MEO : „Energie- und Rohstoffpreise als größtes wirtschaftliches Risiko“

Die wirtschaftliche Lage der MEO-Region stabilisiert sich im Herbst 2026 weiter. Der aktuelle Konjunkturklimaindex der Industrie- und Handelskammer für Essen, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen zu Essen (IHK) steigt im Vergleich zum Jahresbeginn um knapp drei Punkte auf 102,8. Eine signifikante Zunahme ist bei den wirtschaftlichen Risiken zu sehen: Hier haben sich Energie- und Rohstoffpreise als negativer Faktor im Laufe des Jahres nahezu verdoppelt. Rund 61 Prozent der befragten Unternehmen nehmen diese als Belastung wahr (Frühjahr 2026: 33 Prozent). An der Umfrage haben sich 160 Unternehmen beteiligt.
Hohe Energiekosten belasten die Unternehmen zunehmend
„Die Entwicklung bei den Energie- und Rohstoffpreisen ist mehr als eindeutig: Hohe Energiekosten bringen viele Unternehmen zunehmend an ihre Belastungsgrenze“, ordnet der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Benedict Kerbstadt ein. Weit mehr als die Hälfte der Befragten sieht hier ein Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens. „Globale Krisen treffen auf weiterhin ungelöste strukturelle Herausforderungen. Das hält die Energiekosten hoch. Umso wichtiger sind verlässliche Rahmenbedingungen, eine Senkung der Stromkosten, begrenzte Netzentgelte sowie ein schnellerer Ausbau der Energieinfrastruktur.“
Ähnlich hoch ist die Unzufriedenheit mit den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. 58 Prozent der Unternehmen sehen hier einen negativen Faktor. Für Benedict Kerbstadt ist ein klarer Zusammenhang zur Bundespolitik erkennbar: „Der im vergangenen Jahr angekündigte Herbst der Reformen ist ausgeblieben. So können unsere Unternehmen kein Vertrauen schöpfen. Sie brauchen sind keine neuen Debatten, sondern Entscheidungen in der Wirtschaftspolitik. Das gelingt nur mit einem entschlossenen Reformkurs: Kosten senken, Bürokratie abbauen, Verfahren beschleunigen, Infrastruktur modernisieren.“

Stimmung im Handel hellt auf
Branchenspezifisch hellt sich vor allem das Konjunkturklima im Handel auf: Der Index steigt um rund zehn Punkte und liegt bei 94,9 Punkten. In der Industrie sind 101,9 Punkte zu verbuchen, was einen minimalen Rückgang im Vergleich zum Frühjahr darstellt (103,2). Am positivsten ist die Stimmung in der Dienstleistung. 105,7 Punkte stellen eine steigende Tendenz dar.
Gemischte Tendenzen beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz
Beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) sieht mehr als ein Drittel der befragten Unternehmen einen steigenden Qualifizierungs- und Weiterbildungsbedarf der Belegschaft. 28 Prozent gehen davon aus, dass sich Tätigkeitsprofile deutlich ändern werden. Ein Viertel kalkuliert aufgrund des Einsatzes von KI mit einem sinkenden Personalbestand. 22 Prozent setzen keine KI ein und planen dies auch vorerst nicht.