IHK: Transporte hören nicht an der Grenze auf

Niedrigwasser: Länder müssen bei Lkw-Regeln nachziehen

Heute treffen sich die Verkehrsminister der Länder. Die Niederrheinische IHK fordert, das Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen in weiteren Bundesländern aufzuheben:
„Nordrhein-Westfalen hat das Sonn- und Feiertagsfahrverbot aufgehoben. Das ist die richtige Entscheidung. Jetzt sollten die anderen Bundesländer nachziehen. Transporte verlaufen über Landesgrenzen hinweg. Ein Flickenteppich entlang des Rheins hilft niemandem“, sagt Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK.
Die Folgen des Niedrigwassers sind längst in den Betrieben angekommen. Eine gemeinsame Umfrage der IHKs entlang des Rheins zeigt: 72 Prozent der Unternehmen sind vom Niedrigwasser betroffen. 78 Prozent kämpfen mit höheren Logistikkosten, 72 Prozent stellen ihre Lieferketten um. Am Niederrhein fällt die Belastung noch stärker aus. Hier berichten 82 Prozent der Unternehmen von Auswirkungen des Niedrigwassers. Vier von fünf Betrieben müssen bereits ihre Logistik anpassen. „Hier entsteht nun ein Engpass, der die Unternehmen vehement trifft und mittelbar auch den Verbraucher. Wir befürchten einen wirtschaftlichen Dämpfer, Versorgungsengpässe und Inflation“, betont Dietzfelbinger.
Die Wirtschaft an Rhein und Ruhr ist besonders betroffen vom Niedrigwasser. Hier besteht eine hohe Industriedichte. Insbesondere Stahl- und Chemieindustrie sind auf die Wasserstraße angewiesen. Deswegen braucht gerade die Rhein-Wirtschaft ein abgestimmtes Vorgehen. Die Verkehrsministerkonferenz kann ein wichtiges Signal setzen. „Wenn Schiffe weniger laden können, springen Lkw und Bahn ein. Das kann fürs Erste Abhilfe schaffen. Die Fahrrinnen-Optimierung muss unverzüglich umgesetzt werden. Das Thema ist Politik und Verwaltung seit Langem bekannt. Insgesamt muss das System Binnenschifffahrt deutlich gestärkt werden“, so Dietzfelbinger.