Aktuelle Handelsthemen
Standortgemeinschaften der Zukunft
Die bundesweite Studie der imakomm Akademie zeigt erstmals ein umfassendes Bild darüber, wie Standort- und Gewerbegemeinschaften heute arbeiten, vor welchen Herausforderungen sie stehen und welche Modelle bereits erfolgreich in die Zukunft führen. Sie bietet Kommunen und Akteuren praxisnahe Orientierung, um lokale Zusammenarbeit gezielt zu stärken und weiterzuentwickeln.
Ausgangssituation
In vielen Städten und Gemeinden arbeiten Kommunen und Gewerbevereinigungen gemeinsam, um den Standort lebendig und attraktiv zu halten. Solche Zusammenschlüsse — oft als Gewerbevereine, Werbegemeinschaften oder City-/Stadtmarketinginitiativen — sind entscheidende Partner lokaler Standort- und Wirtschaftsentwicklung.
Allerdings bestehen strukturelle Schwächen: Bei zahlreichen Standortgemeinschaften ist die Beteiligung rückläufig, Vorstände überlastet, der Nutzen für Mitglieder schwer zu vermitteln. Viele Gemeinschaften leiden unter Überalterung, fehlendem aktiven Engagement und einer insgesamt unausgewogenen Zusammenarbeit.
Bisher fehlten belastbare, deutschlandweite Vergleichs- und Strukturdaten. Es gab kaum verlässliche Zahlen zu Mitgliederzahlen, Budget, Aufgaben, Organisationsform oder branchenübergreifender Zusammensetzung der Standortgemeinschaften. Ebenso fehlte eine systematische Erfassung von erfolgreichen Good-Practice-Beispielen.
Vor diesem Hintergrund hat die imakomm Akademie 2025 mit Unterstützung zahlreicher Industrie- und Handelskammers (IHKs), der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland e.V. (BCSD) und dem Citymanagement-Verband Ost e.V. (CMVO) eine bundesweite Studie initiiert: Der „Kompass Deutschland“ soll erstmals Orientierung zu Strukturen, Herausforderungen und gute Beispiele aus der Praxis bieten.
Ergebnisse und Erkenntnisse
- Breite Beteiligung: Insgesamt 386 Standortgemeinschaften aus allen Bundesländern lieferten Daten, sodass deutschlandweite Vergleiche gezogen werden können.
- Typische Strukturen: Die häufigste Rechtsform ist der eingetragene Verein; viele Gemeinschaften bestehen seit Jahrzehnten.
- Herausforderungen auf einen Blick:
- 53 Prozent gaben an, dass Passivität bzw. mangelnde Mitmachbereitschaft ein Problem sind.
- Weitere zentrale Probleme: Rückgang der Mitgliederzahlen, Überalterung, fehlender Nachwuchs im Vorstand, geringe finanzielle Mittel oder sinkende betriebliche Beteiligung.
- Positiv: Es existieren viele Good-Practice-Beispiele
- Trotz der Schwierigkeiten zeigen zahlreiche Gemeinschaften, dass Wandel möglich ist: Durch kreative und standortbezogene Lösungen gelingt es, Struktur- und Engagementprobleme zu überwinden.
- Die Studie liefert konkrete Ansatzpunkte und Strategien — etwa neue Organisationsformen, Kooperationen mit Kommune, Anpassung der Aufgabenbereiche, stärkere Professionalisierung im Veranstaltungsmanagement oder neue Wege in der Mitglieder- und Öffentlichkeitsarbeit.
- Zentrale Botschaft: Kooperation statt Einzelkämpfermentalität
- Die Studie unterstreicht, dass Stadtmarketing und Standortentwicklung nicht mehr allein Aufgabe von Verwaltung oder Gewerbeverein sein können — sondern nur gemeinsam und mit klaren Strukturen dauerhaft tragfähig sind.
- Nur mit Orientierung, Daten, Erfahrungsaustausch und pragmatischen Lösungen könne der Strukturwandel gemeistert werden.