2026
Ausbildungsstart 2026/27 im Nordschwarzwald: mehr Ausbildungsverträge – keine Entwarnung am Ausbildungsmarkt
Zum Start des Ausbildungsjahres 2026/27 zeigt sich der Ausbildungsmarkt im Nordschwarzwald insgesamt stabil. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge liegt leicht über dem Vorjahresniveau. Gleichzeitig bleibt die Besetzung offener Ausbildungsstellen für viele Unternehmen eine große Herausforderung. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nordschwarzwald bewertet die Entwicklung daher als insgesamt stabil, sieht bei der Fachkräftesicherung jedoch weiterhin großen Handlungsbedarf.
- Nordschwarzwald trotzt dem landesweiten Abwärtstrend
- Technische Berufe besonders von Fachkräftemangel betroffen
- Freie Ausbildungsplätze bieten weiterhin Einstiegschancen
- Mit Berufsorientierung Jugendliche für Ausbildung begeistern – Ausbildungsbotschafter geben Einblicke aus erster Hand
- Seminare und Workshops erleichtern den Ausbildungsstart
- Die Unternehmen im Nordschwarzwald sind und bleiben engagiert in der Ausbildung.
Nordschwarzwald trotzt dem landesweiten Abwärtstrend
Günter Brecht (links) Leiter Ausbildung der IHK und Tanja Traub (rechts), Hauptgeschäftsführerin der IHK Nordschwarzwald, informieren über die Entwicklung des Ausbildungsmarkts zum Start des Ausbildungsjahres 2026/27.
Zum Start des Ausbildungsjahres 2026/27 wurden im Nordschwarzwald 1.648 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen (Stand: 31.08.2026). Das entspricht einem Plus von 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Während landesweit ein Rückgang von 9 Prozent zu verzeichnen ist, behauptet sich der Nordschwarzwald damit vergleichsweise stabil. Erfreulich ist der Zuwachs im kaufmännischen Bereich von 3,7 Prozent. Im gewerblich-technischen Bereich gingen die Vertragszahlen dagegen um 3,7 Prozent zurück. Trotz der insgesamt stabilen Entwicklung bleiben noch Ausbildungsplätze unbesetzt. Besonders betroffen sind technisch-gewerbliche Berufe.
Technische Berufe besonders von Fachkräftemangel betroffen
„Die Unternehmen im Nordschwarzwald halten auch in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten an der Ausbildung fest. Das leichte Plus bei den Neuverträgen ist deshalb ein wichtiges Signal. Gleichzeitig dürfen wir diese Entwicklung nicht überbewerten: Viele Betriebe suchen weiterhin dringend Nachwuchskräfte, insbesondere im technisch-gewerblichen Bereich. Die Fachkräftesicherung bleibt eine der zentralen Herausforderungen für unseren Wirtschaftsstandort“, betont Tanja Traub, Hauptgeschäftsführerin der IHK Nordschwarzwald.
Freie Ausbildungsplätze bieten weiterhin Einstiegschancen
Die IHK Nordschwarzwald unterstützt aktiv bei der Vermittlung von offenen Ausbildungsplätzen. „Auch nach dem offiziellen Ausbildungsstart bestehen noch viele Einstiegsmöglichkeiten. Zahlreiche Unternehmen haben weiterhin freie Ausbildungsplätze. Deshalb appellieren wir an Jugendliche und Eltern, die Chancen einer dualen Ausbildung zu nutzen. Ein Einstieg ist in vielen Berufen auch jetzt noch möglich“, so Traub.
Mit Berufsorientierung Jugendliche für Ausbildung begeistern – Ausbildungsbotschafter geben Einblicke aus erster Hand
Um Jugendliche für die duale Ausbildung zu gewinnen und den Übergang von der Schule in den Beruf zu erleichtern, setzt die IHK Nordschwarzwald gemeinsam mit Unternehmen, Schulen und Eltern auf eine Vielzahl von Maßnahmen. So waren im vergangenen Schuljahr rund 120 Ausbildungsbotschafter:innen in über 161 Einsätzen aktiv und gaben mehr als 3.112 Schüler:innen einen authentischen Einblick in ihren Ausbildungsalltag und trugen zur Berufsorientierung bei.
Die direkte Begegnung bleibt ein Schlüssel zum Erfolg: Auf regionalen Ausbildungsmessen wie der TopJob Nagold, der TopJob Freudenstadt, der Beruf aktuell Pforzheim oder der Ausbildungsbörse Mühlacker kommen Schüler:innen, Eltern und Betriebe direkt ins Gespräch. Mit ergänzenden Angeboten wie der IHK-Lehrstellenbörse, der Eltern-Hotline zur Berufswahl und der Broschüre „Sprungbrett – Karriere mit Lehre“ unterstützt die IHK Jugendliche und Familien aktiv bei der Berufswahl.
Seminare und Workshops erleichtern den Ausbildungsstart
Die Akademie für Ausbildung bietet mit praxisnahen Seminaren – von Prüfungsvorbereitung bis hin zu Azubi-Train-Workshops – gezielte Unterstützung für den erfolgreichen Start in die Ausbildung.
Zur Sicherung der Ausbildungsqualität setzt die IHK Nordschwarzwald zudem auf bewährte Initiativen: Mit dem Gütesiegel „1A Ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb“ zeichnet sie besonders engagierte Betriebe aus, während das „BoriS-Berufswahl-SIEGEL“ Schulen mit vorbildlicher Berufsorientierung würdigt. Gemeinsam mit dem Berufsbildungsausschuss, der sich zusammensetzt aus Arbeitnehmer-, Arbeitgebervertretern und Berufsschulen, arbeitet die IHK Nordschwarzwald kontinuierlich an der Verbesserung der beruflichen Ausbildung. Auch Bildungspartnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen schaffen direkte Brücken in den Arbeitsmarkt.
Günter Brecht, Leiter Ausbildung der IHK Nordschwarzwald, ergänzt: „Die diesjährigen Zahlen zeigen, wie wichtig eine frühzeitige Berufsorientierung und die enge Begleitung von Betrieben und Jugendlichen bleiben. Unsere Ausbildungsberaterinnen und Ausbildungsberater stehen täglich im engen Austausch mit Unternehmen, Auszubildenden und Ausbildungsinteressierten. Gemeinsam mit Ausbildungsmessen, den Ausbildungsbotschaftern und unserer Nachvermittlungsarbeit tragen wir dazu bei, junge Menschen und Unternehmen erfolgreich zusammenzubringen.“
Die Unternehmen im Nordschwarzwald sind und bleiben engagiert in der Ausbildung.
„Die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen ist ungebrochen. Damit Betriebe auch künftig in die Fachkräfte von morgen investieren können, braucht es verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen. Weniger Bürokratie, wettbewerbsfähige Energiekosten und eine spürbare Entlastung der Unternehmen würden dabei helfen, Ausbildung und Fachkräftesicherung nachhaltig zu stärken“, so Traub abschließend.