Bewerbung schreiben: Der Leitfaden für deine Unterlagen
Du hast einen freien Ausbildungsplatz gefunden, der zu dir passt? Dann wird es Zeit, deine Bewerbung zu schreiben. Sie ist deine Chance, einen starken ersten Eindruck beim Unternehmen zu hinterlassen. Deshalb lohnt es sich, Zeit in deine Bewerbungsunterlagen zu investieren. Wir zeigen dir, wie es geht.
Was gehört in die Bewerbung?
Unternehmen weisen in der Stellenbeschreibung darauf hin, welche Unterlagen für die Bewerbung erforderlich sind. Meistens sind das:
- Anschreiben: Darin erklärst du, was dich ausmacht, warum du dich für die Ausbildung interessierst und warum du dich genau bei diesem Unternehmen bewirbst.
- Lebenslauf: Er gibt einen Überblick über deine schulische Laufbahn, praktische Erfahrungen und Interessen.
- Zeugnisse und Nachweise: Dazu gehören neben dem aktuellen Schulzeugnis zum Beispiel Praktikumsbescheinigungen, Zertifikate von Kursen und Nachweise über ehrenamtliches Engagement. Solltest du mehrere Schulabschlüsse haben, schicke auch diese Zeugnisse mit. Das ist besonders bei Schulwechseln relevant und hilft, Entwicklungen zu zeigen.
Wichtig: Prüfe vor dem Abschicken, ob alle geforderten Unterlagen vollständig sind. Unvollständige Bewerbungen werden oft sofort aussortiert.
Was gehört in ein Anschreiben?
Das Anschreiben ist deine Chance, dich persönlich vorzustellen. Hier zeigst du kurz und deutlich, was dich auszeichnet und warum genau dieser Ausbildungsplatz zu dir passt. Es sollte Lust darauf machen, dich kennenzulernen.
Deine eigenen Kontaktdaten kannst du auch in die Kopfzeile des Dokuments schreiben. So sind sie auf allen Seiten direkt sichtbar und du sparst Platz auf der Seite mit dem Lebenslauf.
Wichtig: Wird in der Stellenanzeige ein konkreter Ansprechpartner oder eine Ansprechpartnerin genannt, schreibe diese Person direkt an. Das ist persönlicher als „Sehr geehrte Damen und Herren“ und zeigt Initiative und Interesse. Wenn kein Name angegeben ist, frag beim Unternehmen nach.
Beantworte im Anschreiben diese vier Fragen:
- Für welche Ausbildung bewirbst du dich?
- Warum interessiert dich dieser Beruf?
- Warum möchtest du die Ausbildung in diesem Unternehmen machen?
- Welche Stärken und Erfahrungen bringst du mit und wie passen sie zur Stelle? Wenn du dir unsicher bist, frag am besten deine Freunde oder Familie was deine Stärken sein könnten. Deren Blick auf dich ist realistischer als Beispiele, die du im Netz findest.
Nenne Beispiele statt Floskeln
Unternehmen lesen häufig Sätze wie: „Ich bin teamfähig und motiviert.“ oder „Ich bin kreativ.“ Das ist sehr abstrakt und sagt wenig über dich aus.
Überzeugender sind konkrete Beispiele:
- „Während meines Praktikums in einer Kfz-Werkstatt habe ich verstanden, wie wichtig Teamarbeit im Arbeitsalltag ist. Besonders gefallen hat mir, gemeinsam Lösungen für technische Probleme zu finden.“
- „Beim letzten Turnier mit meiner Fußballmannschaft habe ich erlebt, wie viel es ausmacht, gemeinsam etwas zu erreichen.“
- „Beim letzten Stück der Theater AG meiner Schule war ich für das Bühnenbild verantwortlich und habe zusammen mit anderen Schülerinnen und Schülern die Szenenbilder entwickelt.“
So werden deine Stärken glaubwürdig und deine Bewerbung aussagekräftig.
Passe für jede Bewerbung dein Anschreiben an
Serienbewerbungen mit dem immer gleichen Anschreiben fallen schnell negativ auf. Es entstehen Fehler bei Firmennamen oder Ansprechpartnern und die Begründung für dein Interesse passt meist nicht mehr. Informiere dich über jedes Unternehmen bei dem du dich bewirbst und passe dein Anschreiben sorgfältig an.
Achte auf fehlerfreie und übersichtliche Unterlagen
Rechtschreib- und Grammatikfehler wirken schnell unprofessionell. Nutze deshalb verschiedene Möglichkeiten, um deine Bewerbung zu prüfen, und hole dir zusätzlich Feedback:
-
Lass Familie, Freunde oder Lehrkräfte gegenlesen.
-
Nutze die Rechtschreibprüfung deines Textprogramms.
-
Verwende KI-Tools zur Unterstützung.
Auch die Gestaltung ist wichtig: Dein Anschreiben sollte gut lesbar sein. Verwende eine Schriftart ohne Verzierungen, wie Arial, Aptos oder Calibri und eine Schriftgröße von mindestens 11. Formuliere klar und präzise, sodass dein Text auf maximal eine DIN-A4-Seite passt.
Wie sieht ein Lebenslauf für eine Ausbildung aus?
Dein Lebenslauf sollte übersichtlich, aktuell und gut lesbar sein. Personalverantwortliche möchten die wichtigsten Informationen schnell erfassen können.
Typischerweise folgt ein Lebenslauf einer festen Struktur:
Persönliche Daten
Dazu gehören:
- Vor- und Nachname
- Anschrift
- Geburtsdatum/-ort
- Telefonnummer
- E-Mail-Adresse
Achte besonders auf eine seriöse E-Mail-Adresse. Gut geeignet ist zum Beispiel: vorname.nachname@email.de. Nicknames oder Fantasienamen wirken unprofessionell.
Wir empfehlen, die persönlichen Daten im Dokument in die Kopfzeile zu schreiben. So hast du deine Anschrift und Kontaktdaten einheitlich auf jeder Seite und sparst Platz im Lebenslauf.
Schulbildung
Führe deine Schulen in umgekehrt chronologischer Reihenfolge auf. Die aktuelle Schule steht also zuerst.
Nenne:
- Schulname
- Zeitraum
- (angestrebter) Schulabschluss
Praktika und Praxiserfahrungen
Auch wenn du noch keine Berufserfahrung hast, kannst du hier vieles angeben, wenn es zur Ausbildung passt:
- Schülerpraktika
- Ferienjobs
- Nebenjobs
- Projektarbeiten in der Schule
Gib bei jedem Punkt den Zeitraum an und nenne deine Tätigkeiten in Stichpunkten. Das können zum Beispiel Kundenkontakt, technische Erfahrungen, Erfahrungen im Verkauf oder im Lager sein. Diese Erfahrungen zeigen, dass du erste Einblicke in die Arbeitswelt gesammelt hast.
Ehrenamtliches Engagement, Hobbys und Interessen
Dieser Bereich macht deine Bewerbung persönlich.
Engagement im Sportverein, bei der Jugendfeuerwehr, im Schulsanitätsdienst oder andere Aktivitäten zeigen Einsatzbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein. Gib auch hier in kurzen Stichpunkten an, was genau du machst.
Interessant sind Hobbys vor allem, wenn sie zu deinen Stärken oder zum Ausbildungsberuf passen. Egal, ob du Sport machst, Computer programmierst, Videos schneidest, deinen Hund trainierst oder etwas ganz anderes: Solange es dich und deine Stärken zeigt, passt es in deine Bewerbung.
Bewerbungsfoto: Ja oder nein?
Ein Bewerbungsfoto ist heute keine Pflicht mehr. Wir empfehlen jedoch ein Foto mitzuschicken, weil es deine Bewerbung aufwertet und einen persönlichen Eindruck vermittelt.
Wenn du ein Foto verwendest:
- Nutze ein aktuelles Porträt mit neutralem Hintergrund.
- Achte auf passende Kleidung und ein gepflegtes Erscheinungsbild.
- Wirke freundlich und authentisch.
- Nutze keine Selfies oder Urlaubsfotos.
- Gehe bestenfalls zu einem Fotografen.
Wie solltest du deine Bewerbung gestalten?
Bei Bewerbungen gilt meistens: Weniger ist mehr. Achte deshalb auf:
- ein übersichtliches Layout und neutrale Schriftart (z.B. Arial, Calibri oder Aptos),
- einheitliche Schriftarten über alle Dokumente hinweg,
- gute Lesbarkeit,
- zur Stelle passender Stil.
Verzichte auf zu viele Farben, Grafiken und Effekte.
Bewerbungen werden in der Regel nicht mehr per Post, sondern per E-Mail verschickt. Um deine Bewerbung an die Email zu hängen machst du aus deinen Dokumenten eine PDF-Datei. Dafür gibt es im Netz viele kostenlose Anleitungen und Tools, wie den PDF24 PDF-Merger.
Wichtig: Das Anschreiben gehört nicht als Text in die E-Mail, sondern als erste Seite in die PDF-Datei. Denke daran der Datei einen aussagekräftigen Namen zu geben, zum Beispiel „Nachname-Name-Bewerbung“.pdf. Die zweite Seite ist der Lebenslauf, danach kommen die Zeugnisse. Scanne deine Dokumente möglichst gerade und in guter Qualität ein. Nutze dafür die Scan-Funktion deiner Smartphone-Kamera oder kostenfreie Apps. Achte bei Zeugnissen darauf, alle Seiten vollständig und gut lesbar einzuscannen. Prüfe anschließend die Dateigröße: Sie sollte möglichst nicht größer als drei Megabyte sein.
Was du bei einer Online-Bewerbung beachten musst
Viele Unternehmen nutzen heute Bewerbungsportale, über die du deine Bewerbung hochlädst.
Oft brauchst du dort kein klassisches Anschreiben mehr. Stattdessen werden kurze Fragen gestellt, zum Beispiel zu deiner Motivation oder deinen Stärken. Bereite dich darauf genauso sorgfältig vor wie auf ein Anschreiben. Auch wenige Zeilen können darüber entscheiden, ob du zum Vorstellungsgespräch eingeladen wirst. Neben deinen Antworten lädst du dort deinen Lebenslauf und deine Zeugnisse als PDF-Dateien hoch.
Bonus: Fasse deine Stärken und deine Motivation in einem kurzen Text (nur zwei oder drei Sätze) zusammen und platziere sie im Lebenslauf direkt unter den persönlichen Daten. So bleibst du auch dann noch präsent, wenn nur der Lebenslauf ausgedruckt vor dem Personalverantwortlichen liegt.
Wie geht es weiter?
Du musst nicht perfekt sein, um einen Ausbildungsplatz zu bekommen.
Wichtig ist, dass deine Bewerbung sorgfältig erstellt ist, zu dir passt und zeigt, warum du den Beruf lernen möchtest. Erstelle deine Unterlagen sorgfältig. So vergrößerst du deine Chance auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.
Wie du das Bewerbungsgespräch vorbereitest und sicher auftrittst erfolgreich meisterst, zeigen dir unsere Tipps fürs Bewerbungsgespräch. Wenn du genau wissen möchtest, welche Fehler du leicht vermeiden kannst, haben wir die Zehn häufigsten Fehler bei Bewerbungen zusammengefasst. Für Unterstützung durch Experten, wende dich an unser . Sie prüfen deine Bewerbungsunterlagen und bringen dich mit einem passenden Betrieb zusammen.
Hilfreiche Links zur Ausbildungsplatzsuche
Ausbildungsplatzbörsen:
- Ausbildungsplätze in IHK-Berufen auf Ausbildung.NRW finden.
- Ausbildungsplätze in Handwerksberufen findest du im Lehrstellen-Radar.
- Auch in der Jobsuche der Arbeitsagentur werden Ausbildungsplätze gelistet.
Infos zu Berufen:
- IHK-Ausbildungsberufe erklären wir in unserer A-Z-Liste.
- Auf den Seiten der Berufsberatung der Arbeitsagentur kannst du dich orientieren.
- Im BERUFENET der Arbeitsagentur findest du Informationen zu Ausbildungsberufen in Deutschland.
Infos rund um Ausbildung:
- Auf unseren Infoseiten zum Thema Ausbildung findest du alle wichtigen Infos.
- Wie wir dich persönlich unterstützen, liest du bei unserem Team des Projekts „Passgenaue Besetzung".
- Schnupper mit unserer Kampagne „Jetzt #koennenlernen" ins Azubi-Leben.
