Wirtschaftsspiegel
Nr. 7210664
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Standort & Politik

WLE rückt näher

Für die Reaktivierung der Bahnstrecke der Westfälischen Landes-Eisenbahn (WLE) zwischen Münster und Sendenhorst wurden wichtige juristische und finanzielle Hindernisse genommen.
Der Bund stellt rund 161 Millionen Euro und das Land NRW 9 Millionen Euro für das Projekt bereit. IHK-Verkehrsexperte Daniel Janning begrüßt die nun vorliegende Förderzusage des Bundes: „Für Münster und das südöstliche Umland ist die Förderzusage eine sehr gute Nachricht und ein wichtiger Meilenstein für die Reaktivierung“. Die Gesamtkosten von 187 Millionen Euro werden somit zu 90 Prozent über Fördermittel abgedeckt werden.
Auch juristisch geht es voran. Bereits Ende Januar hatte die Bezirksregierung Münster einen Planfeststellungsbeschluss erlassen und der WLE damit formal das Baurecht erteilt. Der Beschluss wurde beklagt. Zwei Eilanträge wurden vom Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster am 21. Oktober abgelehnt, weitere Klagen sind noch anhängig. Die im Planfeststellungsbeschluss vorgesehenen Bauarbeiten dürfen jedoch vorläufig durchgeführt werden.

Nachhaltige Mobilität in der Stadtregion Münster gestärkt

Die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen, Gewerbestandorten sowie Forschungs- und Bildungseinrichtungen werde sich durch einen starken Schienenpersonennahverkehr (SPNV) im Korridor von Münster bis Sendenhorst verbessern, urteilt Janning. „Die WLE wird einen wertvollen Beitrag zur Bewältigung des Pendleraufkommens sowie zur Entlastung der Straßeninfrastruktur leisten. Sie wird die nachhaltige Mobilität in der Stadtregion Münster stärken“, bekräftigte er.
Eine Karte mit dem Streckenverlauf der WLE

Sechs Halte zwischen Münster und Sendenhorst

Für die Wiederaufnahme des Personenverkehrs muss die Strecke umfassend modernisiert werden. Im Zuge der Modernisierung werden Gleise erneuert, Bahnübergänge sicherer gestaltet und neue barrierefreie Haltepunkte geschaffen. Die Reaktivierung der rund 21 Kilometer langen Strecke mit sechs Zwischenhalten gehört zu den ersten großen Projekten im Zuge der geplanten S-Bahn Münsterland.
Als Linie S 8 wird sie künftig Sendenhorst und Albersloh im Kreis Warendorf sowie die Münsteraner Stadtteile Wolbeck, Angelmodde, Gremmendorf, Loddenheide und die Halle Münsterland mit dem Stadtzentrum verbinden. Die Fahrzeit zwischen Sendenhorst und Münster Hauptbahnhof wird künftig rund 30 Minuten betragen. Die nicht elektrifizierte Strecke wird nach der Reaktivierung mit batterie-elektrischen Fahrzeugen bedient. Der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) als zuständiger Aufgabenträger erwartet mehr als 10.000 Ein- und Aussteiger pro Werktag.