Wettbewerbsfähigkeit unter Druck sichern
Oldenburgische Wirtschaft im Spannungsfeld globaler Krisen
Die Konjunktur im Oldenburger Land war 2025 von großer Unsicherheit geprägt. Ursache waren die zahlreichen geopolitischen Krisen und insbesondere die US-Zollpolitik. Zugleich konnte die deutsche Politik Zweifel an ihrer Reformbereitschaft nicht ausräumen. Die Unternehmen fordern dringend Reformen, sehen aber kaum konkrete Umsetzungen. Viele Betriebe nehmen eine sinkende Wettbewerbsfähigkeit wahr.
Der IHK-Konjunkturklimaindex, der die Stimmung der Unternehmen widerspiegelt, lag zu Jahresbeginn bei 94,5 Punkten und zum Jahresende bei 93,5 Punkten. Das Fazit lautet: konjunktureller Stillstand.
Die regionale Industrie verzeichnete ein Umsatzplus von 6,1 Prozent auf 30,1 Milliarden Euro. Der Auslandsumsatz stieg um 6 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro. Die Exportquote lag damit bei 29,4 Prozent.
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Umsatzveränderung
gegenüber 2024
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Stadt Delmenhorst
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+3,5%
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Stadt Oldenburg
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+5,6%
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Stadt Wilhelmshaven
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-7,8%
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Landkreis Ammerland
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+2,5%
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Landkreis Cloppenburg
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+1,6%
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Landkreis Friesland
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+5,7%
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Landkreis Oldenburg
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+7,2%
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Landkreis Vechta
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+4,2%
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Landkreis Wesermarsch
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+30,3%
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Umsatzveränderung
gegenüber 2024
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Ernährungsgewerbe
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+5,1%
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Kfz- und Sonstiger Fahrzeugbau
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+12,0%
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Kunststoffindustrie
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+1,2%
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Maschinenbau
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+4,2%
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Bauindustrie
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+10,7%
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Der Umsatz der Industrieunternehmen im Oldenburger Land ist 2025 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,1 Prozent auf 30,1 Milliarden Euro gestiegen. Der Auslandsumsatz legte um 6 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro zu. Die Exportquote betrug 29,4 Prozent. Niedersachsenweit stiegen die Industrieumsätze um 3,1 Prozent.
Die positive Entwicklung ist im Wesentlichen auf zwei Branchen zurückzuführen: Zum einen auf das Ernährungsgewerbe, dessen Umsatz um 5,1 Prozent auf 14,3 Milliarden Euro zunahm. Damit erwirtschaftet es 47,5 Prozent des gesamten Industrieumsatzes im Oldenburger Land. Zum anderen verzeichnete der sonstige Fahrzeugbau – also insbesondere Flug- und Schiffbau – außerordentlich hohe Auftragseingänge. So weist allein die Wesermarsch, in der diese Branche stark vertreten ist, ein Umsatzplus von über 30 Prozent auf.
Die Beschäftigung in Industrieunternehmen mit mindestens 50 Beschäftigten stieg im Jahresdurchschnitt um 1,2 Prozent auf 80.824 Personen.
Außenwirtschaft zwischen Chancen und Risiken
Die Herausforderungen im US-Geschäft als wichtigstem Absatzmarkt außerhalb der EU standen im Zuge der erneuten Präsidentschaft von Donald Trump im Mittelpunkt der Arbeit im Fachbereich „Geschäfte weltweit“. Insbesondere die erratische Zollpolitik der Trump-Administration stellt unsere Unternehmen weiterhin vor große Herausforderungen. Der Informations- und Austauschbedarf ist hoch. Unabhängig von der Politik in Washington bleiben die USA ein attraktiver und wichtiger Markt für deutsche Unternehmen.
Auch wenn die EU – nicht zuletzt aufgrund des deutlichen Protests der IHK-Organisation im vergangenen Jahr – beim Lieferkettengesetz inzwischen etwas zurückgerudert ist, bleiben die bürokratischen Belastungen etwa durch die Entwaldungsverordnung oder den CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) gerade für kleine und mittlere Unternehmen erheblich. Die Beratung der Betriebe im Bereich EU-Compliance und der Erfahrungsaustausch bleiben daher ein Schwerpunkt unserer Arbeit.
Neue Freihandelsabkommen eröffnen neue Chancen, etwa mit Blick auf Mercosur, Indien und weitere Abkommen, die sich in Vorbereitung befinden.
Handel im Wandel – Innenstädte unter Druck
Kernthemen waren und sind die Stärkung der Innenstädte und Zentren in der Region sowie die Unterstützung des Einzelhandels bei der Anpassung an den anhaltenden Strukturwandel. Im Januar wurden die Ergebnisse der gemeinsam mit der DIHK entstandenen „Deutschlandstudie Innenstadt 2024“ einschließlich einer Sonderauswertung für Niedersachsen und Bremen durch CIMA vorgestellt. Rund 50 Unternehmerinnen und Unternehmer, Bürgermeister sowie Verwaltungsmitarbeitende diskutierten dabei über aktuelle Herausforderungen für Innenstädte und mögliche Lösungsansätze. Im März folgte die Vorstellung der Studie „Der deutsche Einzelhandel 2024“, die vom Institut ibi research an der Universität Regensburg gemeinsam mit der DIHK und 53 Industrie- und Handelskammern – darunter auch wir – durchgeführt wurde. Auch hier standen der Austausch über Trends, Herausforderungen und mögliche Reaktionen im Mittelpunkt.
Auch 2025 waren wir wieder Teil der Aktion „Heimat shoppen“ – diesmal gemeinsam mit 14 Werbegemeinschaften aus der Region. Dieses Konzept führen wir 2026 zum zehnten Mal fort, allerdings mit reduzierten Leistungen: Statt kostenloser Werbemittel wird es dann eine digitale Toolbox mit Vorlagen für eigene Aktionen der teilnehmenden Werbegemeinschaften geben.
Zum achten Mal haben wir zusammen mit der IHK Niedersachsen den Wettbewerb „Gemeinsam aktiv – Handel(n) vor Ort“ durchgeführt. Besonders gefreut hat uns, dass mit dem CO/RE Coinnovation & Recreation GmbH in Oldenburg und der Buchhandlung Buchhandlung Anne v. Bestenbostel e. K. aus Nordenham zwei der sechs Gewinnerprojekte aus unserem Kammergebiet kamen.
Tourismus zwischen Stabilisierung und Neuausrichtung
Wir fördern den regelmäßigen Austausch zu touristischen Themen im Oldenburger Land – so auch 2025 mit Terminen im Wangerland und im Naturpark Wildeshauser Geest. Beim IHK-Tourismustreff kommen kommunale Vertreterinnen und Vertreter sowie große Destinationen zusammen, um Ideen zu entwickeln und Best Practices auszutauschen.
Im November standen bei zwei Seminaren mit Referent Uwe Ladwig erfolgreiches Kalkulieren und Praxistipps für die Gastronomie im Mittelpunkt. Er zeigte praxisnah, wie Betriebe Deckungsbeiträge, Break-even-Point und Kennzahlen nutzen können, um Speisekarten und Events nicht nur kostendeckend, sondern ertragsstark zu gestalten.
2026 steht bei uns der Wirtschaftsfaktor Tourismus im Mittelpunkt. Für den Bereich der Oldenburgischen IHK wird auf Basis der Daten aus 2025 eine Studie erstellt, die die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus quantifiziert. Ziel ist es, den Wirtschaftsfaktor Tourismus mit belastbaren Zahlen darzustellen und die Branche fundiert gegenüber Politik und Verwaltung zu vertreten.
Außerdem setzen wir unsere Aktivitäten an der Nordsee fort: mit dem Vorsitz im Fachbeirat der Tourismus-Agentur Nordsee, der Mitarbeit im Aufsichtsrat ohne Stimmrecht sowie mit praxisorientierten Fachveranstaltungen gemeinsam mit den TANO-IHKs.
Wir begleiten die Wirtschaft im Wangerland sowie die Gemeinde Wangerland im Jahr 2026 bei dem Prozess, zukunftsorientierte touristische Angebote und Strukturen infolge der Insolvenz der Wangerland Tourismus GmbH zu entwickeln. Ziel ist es, die touristische Infrastruktur zu erhalten beziehungsweise unter den veränderten Rahmenbedingungen weiterzuentwickeln. Dabei muss auch sichergestellt werden, dass die anfallenden Kosten nicht von der Wirtschaft getragen werden.
Gesunde Beschäftigte als Wettbewerbsfaktor
Das Thema Gesundheit im Betrieb stand 2025 auf unserer IHK-Agenda. Im Rahmen der IHKN-Aktionstage wurden verschiedene Veranstaltungen angeboten. Zudem erschien die IHKN-Broschüre zur betrieblichen Gesundheitsförderung mit Best-Practice-Beispielen aus ganz Niedersachsen.
Im Rahmen des Netzwerks Gesundheitswirtschaft haben bereits mehrere Veranstaltungen stattgefunden, weitere sind geplant. Dazu zählen unter anderem eine virtuelle Veranstaltung zur Telematikinfrastruktur in der Pflege sowie ein Netzwerktreffen im Reha-Zentrum in Oldenburg, das innovative sektorenübergreifende Versorgungskonzepte verfolgt – unter anderem in der Post-Covid-Behandlung und in der Altersmedizin. Das Thema Krankenstand stand beschäftigt zahlreiche Unternehmen und stand erst kürzlich im Rahmen einer Veranstaltung mit 70 Teilnehmenden im Mittelpunkt.