DMB-Risiko-Report 2026: Unternehmensnachfolge wird zum strategischen Risikofaktor

Die Unternehmensnachfolge entwickelt sich für viele kleine und mittlere Unternehmen zu einer zentralen Zukunftsfrage. Das zeigt der aktuelle DMB-Risiko-Report Mittelstand 2026, den das Institut für Entrepreneurship, Mittelstand und Familienunternehmen der HWR Berlin gemeinsam mit dem Deutschen Mittelstands-Bund (DMB) veröffentlicht hat. Demnach zählt die Abhängigkeit von einzelnen Schlüsselpersonen zu den größten Risiken im Mittelstand. Fehlende Nachfolgeregelungen können zu Wissensverlust, strategischen Unsicherheiten und eingeschränkter Handlungsfähigkeit führen.
Die Studie macht deutlich, dass viele Unternehmen derzeit vor allem damit beschäftigt sind, wirtschaftliche Stabilität zu sichern. Zukunftsaufgaben wie Digitalisierung, Innovation – aber auch die frühzeitige Planung der Unternehmensnachfolge – geraten dadurch häufig in den Hintergrund. Der DMB bezeichnet dies als „Zukunftsparadoxon“: Gerade die Themen, die langfristig über die Wettbewerbsfähigkeit entscheiden, erhalten im Tagesgeschäft oft zu wenig Aufmerksamkeit.
Für die Wirtschaft insgesamt gewinnt das Thema zusätzlich an Bedeutung. In den kommenden Jahren stehen bundesweit zahlreiche Unternehmensübergaben an. Gleichzeitig wird es zunehmend schwieriger, geeignete Nachfolgerinnen und Nachfolger zu finden. Der Risiko-Report unterstreicht deshalb die Notwendigkeit, Nachfolgeprozesse frühzeitig anzugehen, Wissen systematisch zu sichern und Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen.
Die Ergebnisse bestätigen damit auch die Erfahrungen der IHK-Organisation: Eine frühzeitige Nachfolgeplanung bleibt ein entscheidender Faktor, um Unternehmen, Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung dauerhaft zu sichern (Unternehmensnachfolge-Report 2025).