Effizient & langlebig: Nachhaltigkeit entlang der textilen Wertschöpfungskette
Die ROFA Bekleidungswerk GmbH & Co. KG ist ein mittelständisches Textilunternehmen mit rund 170 Mitarbeitenden und Hauptsitz in Schüttorf. Seit der Gründung im Jahr 1897 hat sich das Unternehmen kontinuierlich weiterentwickelt und ist heute als ein führender Anbieter spezialisiert auf die Herstellung von Berufs- und Schutzkleidung mit dem Fokus auf sogenannte persönliche Schutzausrüstung (PSA), also Bekleidung, die nach bestimmten Normen und Standards geprüft und zertifiziert ist. Die Produkte kommen dort zum Einsatz, wo sie Menschen im Arbeitsalltag vor physischen Risiken schützen – etwa im Straßenverkehr, in der (Petro-)Chemie, bei Energieversorgern oder Montagearbeiten auf Baustellen. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an Qualität, Passform, Langlebigkeit und uneingeschränkte Funktionalität.
Dabei wird deutlich, dass viele nachhaltige Maßnahmen nicht erst aus externem Druck eingeführt wurden, sondern auf einem über Jahre gewachsenen Verständnis von ressourcenorientierter Effizienz und unternehmerischer Verantwortung basieren. Als einer der letzten Hersteller, der auch sein eigenes Gewebe für PSA noch in Deutschland produziert und veredelt, verfügt ROFA über eine nahezu vollstufige Wertschöpfungskette. Diese bietet zahlreiche Ansatzpunkte für nachhaltiges Handeln – von der Materialauswahl über die Verarbeitung bis hin zur Nutzungsphase der Produkte. So verfügt das Unternehmen unter anderem über verschiedene OEKO-TEX®-Zertifizierungen, unterstützt seit dem Jahr 2016 den UN Global Compact und veröffentlicht bereits seit 2017 jährlich einen Nachhaltigkeitsbericht nach dem GRI-Standard.
Kurzsteckbrief:
- Name des Unternehmens: ROFA Bekleidungswerk GmbH & Co. KG
- Gründungsjahr: 1897
- Unternehmenssitz: Schüttorf (Grafschaft Bentheim)
- Branche: Textilindustrie (Berufs- und Schutzkleidung)
- Unternehmensgröße: Rund 170 Mitarbeitende
- Website: https://www.rofa.de/
- Nachhaltigkeitsbericht: https://www.rofa.de/Service/Downloads/Nachhaltigkeitsbericht/
- Nachhaltigkeitsfokus: Lokale Wertschöpfungskette, Zirkularität, Langlebigkeit, Ressourceneffizienz, GRI-Nachhaltigkeitsbericht, OEKO-TEX® STeP / MADE IN GREEN / Standard 100
Fünf Fragen an ROFA: Nachhaltigkeit in der Praxis
Die Antworten basierend auf einem Kurzinterview mit Henning Rost (Prokurist) und Claudia Gansen (Produktmanagerin PSA-Zertifizierung & Nachhaltigkeit).
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Wie hat der bisherige Nachhaltigkeitsweg des Unternehmens ausgesehen?
Nachhaltigkeit ist bei ROFA kein neues Thema. Nach eigener Einschätzung wurde ressourcenschonendes Wirtschaften im Unternehmen „schon immer“ gelebt – insbesondere aus einem mittelständischen Selbstverständnis heraus, effizient mit Materialien und Energie umzugehen. In den vergangenen zehn bis fünfzehn Jahren hat sich dieser Ansatz jedoch deutlich weiterentwickelt: Externe Anforderungen wie zum Beispiel Marktanforderungen, Erwartungen von Kunden oder neue Regulatorik, haben dazu geführt, dass bestehende Aktivitäten stärker systematisiert, dokumentiert und ausgebaut wurden. Ein wichtiger Schritt war dabei auch die formale Verankerung des Themas Nachhaltigkeit bei der Geschäftsführung und die offizielle Berichterstattung, unter anderem im Rahmen von Nachhaltigkeitsberichten nach GRI-Standard. -
Wo liegt bei ROFA der Fokus im Bereich Nachhaltigkeit?
Nachhaltigkeit wird bei ROFA ganzheitlich verstanden und umfasst sowohl die Produkte als auch die Planungs- und Produktionsprozesse. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Langlebigkeit der hergestellten Kleidung. Gerade im Bereich der Schutzkleidung ist eine lange Nutzungsdauer nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern auch aus ökologischer Perspektive entscheidend: Produkte, die lange im Einsatz bleiben und repariert werden können, reduzieren den Ressourcenverbrauch über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg. Dieser Anspruch wird auch durch die Kunden aktiv eingefordert. Gleichzeitig ermöglicht die weitgehend integrierte Produktion, gezielt in Prozesse einzugreifen und diese kontinuierlich zu optimieren. -
Welche Maßnahmen oder Projekte stehen beispielhaft für das Engagement?
Ein Schwerpunkt der letzten Jahre lag auf der technischen Optimierung der Produktionsprozesse, insbesondere im Hinblick auf Energie- und Ressourceneffizienz. Ein konkretes Beispiel ist das betriebliche Wasser- und Energiemanagement: In der textilen Veredelung fallen wasserintensive Prozesse an, weshalb ROFA auf eine konsequente Mehrfachnutzung von Brauchwasser setzt.
Ergänzt wird dies durch Investitionen in effiziente Produktionsanlagen wie z. B. neueste Webmaschinen, oder der Peripherie in Form von Kompressoren und Wärmetauschern, sowie durch den Einsatz eigener Photovoltaik. Solche Maßnahmen zeigen, dass Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Effizienz oft eng zusammenhängen: Einzelne Investitionen amortisieren sich nach Unternehmensangaben bereits nach kurzer Zeit. -
Gab es einen besonderen Aha-Moment im Nachhaltigkeitsprozess?
Ein prägender Eindruck für das Unternehmen war die Erkenntnis, wie schnell sich Nachhaltigkeitsmaßnahmen auch wirtschaftlich auszahlen können. Projekte, die zunächst primär unter ökologischen Gesichtspunkten angestoßen wurden, haben sich teilweise schneller als erwartet gerechnet, beispielsweise bei der PV-Anlage und energetischem Wassermanagement. Dieses Zusammenspiel aus ökologischer und ökonomischer Wirkung wird als wichtiger Treiber für weitere Maßnahmen gesehen – und als Argument, Nachhaltigkeit stärker in unternehmerische Entscheidungen zu integrieren. -
Welche Impulse können andere Unternehmen mitnehmen?
Neben größeren Investitionen betont ROFA auch die immense Bedeutung kleiner, alltäglicher Maßnahmen. Verhaltensänderungen im Betrieb – etwa bewusster Umgang mit Energie, konsequente Abfalltrennung oder technische Umstellungen wie der Wechsel auf LED-Beleuchtung – können in der Summe spürbare Effekte erzielen. Entscheidend sei, Nachhaltigkeit nicht ausschließlich als große strategische Aufgabe zu verstehen, sondern auch im täglichen Handeln zu verankern. Oder, wie es im Gespräch formuliert wurde: Viele kleine Schritte können gemeinsam eine große Wirkung entfalten.
Hinweis: Wenn Sie denken, dass Ihr Unternehmen unsere Good-Practice-Sammlung ebenfalls bereichern könnte, treten Sie gerne mit uns in Kontakt (Mail: twachtmann@osnabrueck.ihk.mom).